Unendliche Dummheit

Luthers Thesen an der Kirchentür

(gh). Zum Reformationstag am 31. November verbreiten die Medien wieder durch die Bank die geschichtliche Mär von Luthers Thesenanschlag an einer Kirchentür. Obwohl dies längst als Unsinn widerlegt worden ist, denn Luther hat seinem Bischof geschrieben, was sollte da der Brief an einer Kirchentür? Es gibt keinerlei Zeugen für einen solchen Anschlag, Luthers Sekretär berichtet 23 Jahre später über diesen angeblichen Akt. Dummheit in den Redaktionen ist halt grenzenlos. Da lobe man doch den Mann mit schwarzem Behang und Gehalt von der Luther-Gemeinde in Lahr. Der feiert einen Grünen Gockel, seine Gemeinde gackert mit und die sogenannte Tagespresse verkauft den Nonsens als Topnachricht. Und das in einem neuen Gemeindehaus, welches ein städtebaulicher Sündenfall und ein Ausbund an Geschmacksverirrung ist.

Wenn alle Heiligen jodeln

Stadt Lahr verstößt gegen das Feiertagsgesetz

(gh). Die Marketingabteilung der Stadt Lahr unter Friederike Ohnemus scheint Recht und Ordnung nicht sonderlich ernst zu nehmen. Oder könnte es sein, daß dort Ignoranz und Kulturbanausentum regieren? Möglicherweise auch schlicht Dämlichkeit? An Allerheiligen, 1. November, lassen die Lahrer im Rahmen ihrer Friedhofsblumenschau namens Chrysanthema offensichtlich die Heiligen jodeln.

Denn angekündigt wird für den Feiertag: „Das Stuttgarter A-capella-Quintett Pepper&Salt präsentiert mit stimmlicher Brillanz und darstellerischer Finesse ihr (müßte ’sein‘ heißen) Programm ‚Seng Shui – spezial‘ „. Was sich dahinter verbirgt, verschweigt die Stadt. Deshalb hier die Inhaltsbeschreibung der Gruppe selbst:

„Seng Shui – eine multischwäbische Singreise (Regie: Heiner Kondschak). Pepper & Salt präsentiert eine neue Meditationstechnik auf schwäbisch: ‚Seng shui‘! Auf der Suche nach Erleuchtung sind sie ohne Klangschalen und Yoga-Matten unterwegs. Zusteigen, Festhalten – mit Volldampf geht es durch komischste Pointen-Täler und breiteste Dialekt-Auen. Temperamentvoll über den Balkan, auf gewundenen Quint-Serpentinen durch die Alpen, vorbei an leidenschaftlichen Spaniern, tanzenden Brasilianerinnen zum schönsten Volksliedgrunde…Einsteigen, Durchatmen, Seng Shui! – denn wo gejodelt wird, da fallen Töne“!

Übersehen hat die Stadt Lahr, daß sie gegen das Feiertagsgesetz verstößt. Denn an den sogenannten „stillen Tagen“ wie Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Allerheiligen, Volkstrauertag, Totensonntag, Buß- und Bettag und am Heiligen Abend sind öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen nur erlaubt, wenn der den Tagen entsprechende ernste Charakter gewahrt ist. So hat es das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil festgehalten.

Wo also „gejodelt“ wird wie in Lahr an Allerheiligen geplant, würden nicht nur Töne fallen, sondern alle Schranken von Benehmen und Anstand. Kennt sich darin im Lahrer Rathaus niemand mehr aus? Ein bißchen Erleuchtung könnte nicht schaden.

Gruselmaske am Steuer?

Bei einem Unfall droht der Verlust des Kaskoschutzes

(lifepr) – Ursprünglich ein amerikanischer Brauch, schwappte Halloween vor einigen Jahren über den großen Teich und findet bei uns Jahr für Jahr mehr Anhänger. Ein richtiger Halloween-Fan begibt sich natürlich nur als Hexe, Zombie, Skelett oder Vampier kostümiert ins gruselige Treiben.

Zudem darf auch das richtige Getränk nicht fehlen – Punsch, Bowle oder Bier feiern meistens mit. Daher raten ARAG Experten: Hände weg vom Steuer. Aber nicht nur das alkoholisierte Fahren kann den Versicherungsschutz kosten und Punkte in Flensburg einbringen – auch das Tragen von Gesichtsmasken kann den Unmut der Ordnungshüter erregen.

Denn was auf der Gruselfete eben noch ein prämiertes Kostüm war, kann im Straßenverkehr eine Sicht- oder Hörbehinderung sein, was zu einem kostenpflichtigen Knöllchen führen kann.

Führt die Maskierung gar zu einem Unfall, kann wegen grober Fahrlässigkeit die Kasko Versicherung Ihre Leistung kürzen.

Das Tagesgericht

Noch wirbt Lahr mit dem umstürzenden Storchenturm.

Per Rutsche ins Klassenzimmer
Architektur-Wettbewerb: Klasse 5 der Durbacher Staufenbergschule gewinnt mit ihrer Traumschule
Früh übt sich: Im Rahmen der trinationalen Architekturtage haben Schüler entlang des Oberrheins an dem Modellwettbewerb »Meine Traumschule« teilgenommen. Unter den Gewinnern: Die Klasse 5 der Staufenbergschule Durbach.
(Offenburger Tageblatt. Wenn die doch mal was lernen würden in der Schule.)

Kritische Fragen und eine Unterschriftenliste
Bioerdgasanlage auch in Bürgerversammlung ein Thema
Gengenb.-Reichenbach (mf). Die Stadtverwaltung informierte in Reichenbachs Bürgerversammlung auch über Windkraftnutzung und die geplante Bioerdgasanlage, die von der Firma Powerfarm aus Tuningen entwickelt und neben der Kläranlage verwirklicht und betrieben werden soll.
(Offenburger Tageblatt. Wie hoch wird der Unsinn subventioniert?)

Größter Ortsteil soll noch größer werden
In der Bürgerversammlung ging es um die Entwicklung von Reichenbach / 9,41 Hektar Neubaufläche, aber infrastrukturelle Defizite
(Offenburger Tageblatt. Von abnehmender Bevölkerung noch nichts gehört?)

Offenburger Stadtgeflüster
Adel verpflichtet! Hochoffiziell darf sich die Stadt Offenburg seit gestern mit dem Prädikat »Fahrradfreundliche Kommune« schmücken. Das ist ein erfreulicher Imagegewinn für die Stadt – es sei der Verwaltungsspitze gegönnt, ihn mit einem Gläschen Sekt zu feiern. Die Auszeichnung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch einige Baustellen gibt…Apropos Politik: Seit dieser Woche gibt es eine Offenburger Monopoly-Ausgabe…Einen Kompromiss musste Oliver Billharz eingehen. Gerne hätte er am 11.11. seine Susan geheiratet, die Hexenzunft kann ihren Vize-Zunftmeister an diesem Tag allerdings nicht entbehren. Trotzdem erklärten sich die beiden bereit, dem OT für eine Hochzeitsgeschichte zur Verfügung zu stehen.
(Offenburger Tageblatt. Kasperlejournaille.Was bereits laut beschrien worden ist, nun auch „geflüstert“. Nichts los in der OT-Hos‘. „Fahrradadelige“ Käffer gibt’s soviel wie umgefallene Fahrräder.)

Im Kostüm beim Markgrafen
Zell-Weierbacher Schulmuseum und Biedermeiergruppe bei Ausstellungseröffnung in Badenweiler
Das badische Schulmuseum in Zell-Weierbach und die Offenburger Biedermeiergruppe haben die Stadt Offenburg bei der Eröffnung der Ausstellung zum 200. Todestag von Markgraf Karl Friedrich in Badenweiler repräsentiert.
(Offenburger Tageblatt. So san’s,die selbstgemachten freiheitlichen Revolutionäre: Kriechen ihrem „Adel“ dorthin, wo die meisten Offenburger am liebsten versammelt sind.)

Viele fleißige Küchenhilfen
In der Biberacher Grundschule hat das Mensa-Essen durch gemeinsames Kochen familiären Charakter
(Offenburger Tageblatt. Lernen durch den Magen?)

Der graue Alltag hat ihn wieder
Aussteiger Sebastian Baur ist nach seiner über 20-wöchigen Reise nach Wolfach zurückgekehrt
Wieder da! Der Aussteiger, Globetrotter und OT-Kolumnist Sebastian Baur ist am Freitag vor einer Woche nach Wolfach zurückgekommen. Im Gepäck: Viele Erinnerungen und Vorsätze.
(Offenburger Tageblatt. Ein  Bike ist in Wolfach umgefallen. Die Leser erwartet nun Unsägliches.)

Betreuung schon für Einjährige
Stadt Hausach legt bei der Kleinkindbetreuung noch einen Zahn zu: Umbau des Kindergartens St. Barbara
Wenn die Stadt Hausach ihre ehrgeizigen Pläne durchsetzt, dann könnten nach dem Umbau des Kindergartens »St. Barbara« bereits zum nächsten Jahr 20 weitere Kleinkindplätze für Kinder schon ab einem Jahr angeboten werden.
(Offenburger Tageblatt. Demnächst pränatale Betreuung in dem selbsterklärten Kuhdorf.)

Mehr Spättle im Städtle erwünscht
Spättle der Narrenzunft bestätigen ihren Obmann Eugenio Agüera Oliver
(Offenburger Tageblatt. Die meisten Narren in Hausach tragen kein Häs.)

„Frau Suhm, Sie sind die Richtige“
Chefin der Werkrealschule Nord-Ost in Amt eingeführt
(Kehler Zeitung. Schulleiter werden stets vor der Arbeit geehrt, denn danach wird’s fürchterlich.)

Brett tritt aus der FDP aus
Anwältin bleibt Stadträtin
Die Kehler FDP hat keine Vorsitzende mehr. Stadträtin Liliane Brett ist aus der Partei ausgetreten. Im Gemeinderat will sie aber bleiben.Viele Mitglieder in der Ortenau hatten nach der Kreisversammlung ihr Parteibuch zurück gegeben. Dies erklärte Kreisvorsitzender Johannes Huber gestern in der Kehler Zeitung.
(Kehler Zeitung. Demokratie ein Fremdwort. Des Bezirsvorsitzenden Burgbachers Scherbenhaufen wird größer.)

Hohe Auszeichnung für Hildegard Aßmus
Bekannte Rot-Kreuz-Aktivistin ist nun Trägerin des Bundesverdienstkreuzes
Die Reihe der Bundesverdienstkreuzträger im Hanauerland ist kurz, nun gehört eine weitere Persönlichkeit dazu. Kehls bekannteste Katastrophenschützerin darf seit Donnerstag den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland tragen. Sie bekam Abzeichen und eine Urkunde, die Bundespräsident Christian Wulff unterzeichnet hatte.
(Kehler Zeitung. Welche Katastrophe! Eine von Tausenden.)

Arbeitsmarkt
Merkel plant gesetzlich festgelegten Mindestlohn
Bundeskanzlerin Merkel bereitet nach Atomausstieg und Abschaffung der Wehrpflicht eine weitere Revolution vor: die allgemeine Lohnuntergrenze für Deutschland.
(WELT online. Die umgefallene FDP am Kittelzipfel?)

Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger attackiert Euro-Skeptiker
Manche Vorschläge der Kritiker der Währungsunion seien „abstrus“ sagt die FDP-Politikerin im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Außerdem wendet sie sich gegen einen EU-Sparkommissar
(FAZ.NET. Die Dame ist selbst abstrus.)

Feriendomizile Westerwelle kauft Villa auf Mallorca
Guido Westerwelle kann künftig im eigenen Heim auf Mallorca ausspannen. Gemeinsam mit seinem Gatten Michael Mronz hat er eine Villa in den Hügeln von Palma gekauft.
(FAZ.NET. Ballamännchen. Wie lange leistet sich Deutschland noch diese Peinlichkeit?)

Designierte SPD-Vize
Özoguz geht auf Distanz zu radikalislamischen Brüdern
Zwei Brüder der SPD-Politikerin betreiben ein israelfeindliches Internetportal und wurden jahrelang vom Verfassungschutz beobachtet.
(WELT online. Tolle Bagage. Sonst gibt’s niemand mehr in der SPD?)

Ökonom und Historiker Ferguson
„Die Währungsunion wird zur Zombie-Zone“
Die Euro-Zone ist nicht gerettet, sagt der Historiker Niall Ferguson. Sie ist eher zu einem zermürbenden Überlebenskampf verdammt.
(WELT online. Merkel und Schäuble!)

 

„Alarmierende Zwischenbilanz“

Drei Jahre Bildungsgipfel

(lifepr) – Für Kleinkinder fehlen mehr als 200 000 Betreuungsplätze, die Schulabbrecherquote und die Chancenungleichheit im Bildungssystem bleiben hoch und das selbstgesteckte Ziel, mehr in Bildung zu investieren, liegt in weiter Ferne – die Zwischenbilanz des Bildungsforschers Klaus Klemm drei Jahre nach dem Bildungsgipfel von Dresden ist alarmierend. Überraschend ist sie jedoch nicht.

Auch der Didacta Verband fordert seither den politischen Willen, echte Veränderungen herbeiführen und bezahlen zu wollen. Denn die seit Jahren bekannten Probleme des deutschen Bildungssystems ließen sich lösen, wenn die Politik dazu endlich die richtigen Maßnahmen ergreifen würde.

Der Verband meint, den Bildungsinstitutionen fehlten vielfach die ökonomischen Voraussetzungen, um hohe Bildungsqualität zu sichern und eine für gelungene Integration erforderliche Differenzierung und Individualisierung der Bildungsprozesse vorzunehmen. Dabei trügen diejenigen Kinder die Konsequenzen, deren Familien nicht in der Lage seien, solche Defizite auszugleichen. Dies sei ein unhaltbarer Zustand. Deshalb fordert der Didacta Verband Bund, Länder und Kommunen auf,

– eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, wie Bildung in Deutschland nachhaltig finanziert werden kann,
– das Kooperationsverbot von Bund und Ländern aufzuheben, denn es lähmt die dringend nötige Zusammenarbeit in Fragen der Bildungsfinanzierung,
– den Bildungsförderalismus zu reformieren. Der Bildungsplan, die Ausbildung der Fach- und Lehrkräfte und die Finanzierung bedürfen einer zentralen Regulierung, zumindest einer Länder übergreifenden Verständigung. Die konkrete Umsetzung in den Bildungseinrichtungen muss dagegen regionale und individuelle Aspekte berücksichtigen. Vor allem mit Blick auf die gesetzliche Verankerung des Anspruchs auf einen Krippenplatz ab 2013 ist es unerlässlich, die Qualität der Angebote und die Professionalisierung der Fachkräfte zu sichern.

Investitionen in das Bildungssystem lohnten sich, wie zahlreiche Studien nachwiesen. So belege beispielsweise der jüngste Sozialbericht für Deutschland: Wer über gute Bildung verfüge, habe auf dem Arbeitsmarkt mehr Chancen, werde seltener arm, lebe gesünder und auch länger. Und wer die individuellen Chancen seiner Bürger fördere, erziele positive Effekte für sein Wirtschafts- und Sozialsystem.

Die Rettung der Banken möge systemrelevant sein. Die qualitative Verbesserung des deutschen Bildungssystems sei es ganz sicher. Deshalb müsse sie von der Politik auch mit der höchsten Priorität verfolgt werden.

Literaturschnipsel

Sexuelle Aufklärung
von Ludwig Thoma

Der alte Storch wird nun begraben.
Ihr Kinder lernt im Unterricht,
Warum wir dies und jenes haben,
Und es verbreitet sich das Licht.

Zu meiner Zeit, du große Güte!
Da herrschte tiefe Geistesnacht.
Man ahnte manches im Gemüte
Und hat sich selber was gedacht.

Mich lehrte dieses kein Professer;
Nur eine gute, dicke Magd
Nahm meine Unschuld unters Messer
Und machte auf dieselbe Jagd.

Ihr Unterricht war nicht ästhetisch,
Im Gegenteil, sehr weit entfernt.
Und doch, wenn auch nicht theoretisch,
Ich hab‘ es ziemlich gut gelernt.
(Quelle: Ludwig Thoma: Gesammelte Werke in sechs Bänden. Band 6, München 1968, S. 683. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20005780144)