Lichtspiele am Alten Rathaus

Ganz neu: Lahr gegen Todesstrafe

(gh). Niemand wußte so richtig, was sollte das bedeuten: Überdimensionale Gürtelschnallen auf der Front des Alten Rathauses. Irgendwie war’s wohl Kunst, untermalt mit Tönen. Die Stadt Lahr protestierte gegen die Todesstrafe, wo auch immer.

Eine Katholische Sekte hat damit Städte mobilisiert, nur 140 in Deutschland, aber Lahr mußte deshalb wohl dabei sein. 2000 Euro sollen dafür  im Haushalt bereit bereitgestellt worden sein. Wer die Todesstrafe für unchristlich hält, der täuscht sich. „Du sollst nicht morden“, heißt das Gebot nur.

Zwei Handvoll Leute, die üblichen sich für wichtig haltenden Eingeweihten schauten wissend, andere rätselten über den Spuk. Zettelchen wurden verteilt: „An Jesus Christus kommt keiner vorbei“. Wetten, daß? In Lahr immer.

Gegenkandidat bittet Bürgermeister um Vertrauen

Kuriose Wahlwerbung eines CDU-Vorsitzenden in Spaichingen

(gh). Er ist CDU-Stadtrat, er ist CDU-Stadtverbandsvorsitzender, er ist CDU-Kreisvorsitzender. Nun will der 33-jährige Spaichinger Jurist Tobias Schumacher in seiner Heimatstadt auch Bürgermeister werden. Im Weg steht allerdings der amtierende Bürgermeister, der 49-jährige Hans Georg Schuhmacher, ebenfalls von der CDU. Der schickt sich an, nach acht Jahren am 11. März 2012 wieder zu kandidieren. Dagegen hat Tobias Schumacher eine ganze Menge, wie er am 2. November in einem nicht unterzeichneten Schreiben den rund 300 Spaichinger CDU-Mitgliedern mitteilte. In einem zweiten Schreiben vom 29.November, diesmal unterschrieben, läßt er jetzt die Katze aus dem Sack und gibt seine Kandidatur bekannt. Dabei schreibt er auch wieder den Bürgermeister persönlich an und bittet ihm um Vertrauen, wobei er ihm gleichzeitig kurioserweise anbietet, sich „für Ihre Belange“ einzusetzen.

War der erste Brief nur mit CDU-Vorstand und CDU-Stadtratsfraktion (was Gemeinderatsfraktion heißen müßte) unterschrieben, heißt es nun „Mit freundlichen Grüßen, Tobias Schumacher“. Daß eine Peinlichkeit, nämlich der erste Brief, noch durch eine zweite zu steigern ist, zeigt nun der aktuelle Brief. „Sehr geehrter Herr Bürgermeister Schuhmacher, am 11. März 2012 wird in unserer Stadt ein neuer Bürgermeister gewählt…“ wird da dem Amtsinhaber mitgeteilt. Wer auch immer für solche Briefpossen verantwortlich ist, an der Spitze dieser Peinlichkeit steht auf jeden Fall der Gegenkandidat schon über drei Monate vor einer Wahl, welche bisher noch gar nicht ausgeschrieben worden ist.

Ursprünglich sollte die auf Wunsch des Bürgermeisters schon im Januar, vor der im Ort intensiv betriebenen Fasnet stattfinden. Dagen hatte aber die schwarz-grüne Gemeinderatsmehrheit etwas. Auf die Frage, ob jemand vom Gemeinderat vorhabe, zu kandidieren, meldete sich niemand. Im November kündigte dann der CDU-Boß an, demnächst einen Kandidaten vorzustellen. Dies hat er nun mit sich selbst getan. In der zuständigen Monopol-Lokalpresse überschlug sich dann die Redakteurin mit wohlwollend gemeinden Attributen für den Kandidaten, die nicht nur den Betroffenen überrascht haben dürften, nicht zuletzt der entgleisten Sprachbilder wegen.(Siehe unten).

Kommentar:
Kennt sich in Minenfeldern aus
Von Regina Braungart
Bürgermeister Schuhmacher hat schon vor Jahren geunkt, Tobias Schumacher könne gegen ihn antreten. Keiner hat das für möglich gehalten, weil man in der Spaichinger Konstellation unglaublichen Mut haben muss, gegen den amtierenden Bürgermeister, und das noch in der Heimatstadt, anzutreten.Aber es ist konsequent. Tobias Schumacher ist in seinem Wesen ausgleichend, uneitel und auch nicht autoritär strukturiert. Man wundert sich immer, wenn man die Liste seiner Führungspositionen sieht, weil er so gar nicht den Platzhirsch mimt.In der Sache kann er überraschend hart sein, im Umgang verbindlich und als – gut vernetzter – Vorsitzender auch in Minenfeldern moderierend. Ein bisschen so wie Angela Merkel Spaichingens.
(Schwäbische Zeitung. Um so etwas zu schreiben, gehört noch mehr Mut: ein Platzhirsch, der auf Minenfeldern als Angela Merkel von Spaichingen moderiert! Eine Waffenexpertin der Lokalredaktion müßte eigentlich wissen, daß sich auf Minenfeldern nur auskennt, wer die Minen selbst gelegt hat.)

Energieausweise für Gebäude

Kosten frei verhandelbar


(lifepr) – Im Zuge des Klimaschutzes sind weitreichende Maßnahmen ergriffen worden, um nachhaltig Energie einzusparen. Eine dieser Maßnahmen, die auch unmittelbare Auswirkungen auf Gebäudeeigentümer, ist die vom Gesetzgeber erlassenen Energieeinsparverordnung (EnEV). In ihr findet sich unter anderem die Pflicht der Gebäudeeigentümer zur Vorlage eines Energieausweises für neuerrichtete oder bereits bestehende Gebäude. ARAG Experten klären die Einzelheiten:

Wann muss ein Energieausweis her?
Konkret bedeutet das EnEV für einen Eigentümer, dass er bei Vermietung oder Verkauf eines Gebäudes dem potentiellen Interessenten einen Energieausweis zugänglich machen muss. Die Pflicht ist beim Verkauf oder der Vermietung zu erfüllen, spätestens jedoch, wenn der Käufer oder Mieter nach dieser Information verlangt.

Die Pflicht beschränkt sich jedoch nur auf das Zugänglichmachen der Informationen. Eine Pflicht zur Aushändigung des Energieausweises oder Überlassung einer Kopie besteht seitens des Eigentümers nicht. Im Rahmen bereits geschlossener und bestehender Verträge trifft den Eigentümer keine Pflicht zur Vorlage der Informationen. Das bedeutet, dass zum Beispiel ein Bestandsmieter von seinem Vermieter im laufenden Mietverhältnis nicht verlangen kann, dass ihm ein Energieausweises zugänglich gemacht wird.

Wie wird der Energiebedarf ermittelt?
Die Erstellung eines Energieausweises ist nach verschiedenen Methoden möglich. Einerseits besteht die Möglichkeit, einen verbrauchorientierten Ausweis zu erstellen. Dieser gibt Auskunft über den tatsächlichen Energieverbrauch in einem Gebäude. Der Verbrauch wird anhand der Zahlen aus drei aufeinander folgenden Jahren für Heizung und Warmwasser ermittelt.

Bei dieser Methode steht das Verbrauchsverhalten der Bewohner im Vordergrund der Betrachtung. Auf der anderen Seite kann der Eigentümer einen Bedarfsausweis erstellen lassen. In diesem Ausweis wird der tatsächliche Energiebedarf eines Hauses anhand des energetischen Zustandes des Gebäudes von Fachleuten ermittelt. Bei der bedarfsorientierten Feststellung wird die Immobile anhand objektiver Kriterien beurteilt.

Das individuelle Verhalten der Bewohner spielt bei dieser Betrachtungsweise keine Rolle. Nach welcher Methode für Ihr Haus der Energieausweis erstellt werden kann, hängt von der Größe, Art und Alter Ihres Gebäudes ab. Eine Einschränkung gilt allerdings für Neubauten. Hier schreibt der Gesetzgeber in der Energieeinsparverordnung bei Verkauf oder Vermietung die Vorlage eines Bedarfsausweises vor.

Handelt es sich um ein Gebäude mit weniger als 50 qm Nutzfläche oder um ein denkmalgeschütztes Gebäude, ist der Eigentümer nicht zur Vorlage eines Energieausweises verpflichtet. Ein erstellter Energieausweis behält seine Gültigkeit über einen Zeitraum von 10 Jahren und ist nach Ablauf dieser Zeit zu erneuern.

Wer erstellt den Energieausweis?
Einen Energieausweis können in der Regel Architekten, Bauingenieure, Energieberater oder besonders qualifizierte Handwerker erstellen. Für Neubauten schreibt das Gesetz vor, dass der Bedarfsausweis von sogenannten Bauvorlageberechtigten erstellt wird. Das sind regelmäßig Architekten, die einen Plan für das Bauvorhaben erstellt haben, aber auch Sachverständige, die an der Planung beteiligt waren. Die Kosten für die Erstellung eines Energieausweises werden in der Energieeinsparverordnung nicht geregelt. Die Höhe der Vergütung für die Ausstellung eines Ausweises ist daher frei zwischen Auftraggeber und Aussteller verhandelbar.

Fazit
Die gesetzlichen Regelungen haben den Sinn und Zweck, potentielle Käufer oder Mieter mit Vorlage des Energieausweises über den energetischen Zustand eines Gebäudes zu informieren. Wird der Energieausweis trotz Verlangens vom Eigentümer oder Vermieter nicht zugänglich gemacht, drohen dem Verpflichteten Bußgelder.

Fragen, die die Welt bewegen

Warum sitzen im langweiligen Presseclub der ARD immer die selben langweiligen Typen herum? Ist der Sender an Meinungen nicht interessiert? Was hat das Miniblatt Tageszeitung dort so oft verloren? Warum wird die Sendung von Experten wie Langweiler und WDR-Fernseh-Chefredakteur Schönenborn moderiert, welcher während des Natogipfels für die Flugdauer der französischen Kunstflugstaffel von Marseille nach Straßburg zehn Minuten  ausrechnete?

Das Tagesgericht

Machen Ochs und Esel an der Krippe Männchen?

„Das ist politisch entschieden“
Mit Erleichterung über die relativ hohe Wahlbeteiligung und der Hoffnung auf ein rasches Ende der Ausein­andersetzungen haben die Vertreter der poli­tischen Gruppierungen im Lahrer Gemeinderat den Ausgang der Volks­abstimmung über das Projekt Stuttgarter Tief­bahnhof aufgenommen.
(Lahrter Anzeiger.In welcher Welt leben die „Gruppierungen“ des Lahrer Gemeinderats, normalerweise „Fraktionen“ genannt? Auf keinen Fall in dieser. Denn alle faseln von hoher Wahlbeteiligung angesichts 30 Prozent, womit Lahr erbärmliches Schlußlicht im Ortenaukreis ist. Die Zeitung schnarcht mit, denn sie illustriert den Artikel mit einem „Archivfoto“ des Redaktionsleiters vom Lahrer Bahnhof, so als wären beide tot.)

Integration an der Herdplatte
Beim gemeinsamen Kochen kommen sich Migrantinnen und Ehrenamtliche näher und lernen voneinander
(Lahrer Anzeiger. Märchen aus der Lahrer Fabelwelt. Integration funktioniert in Lahr seit Jahrzehnten nicht, darum schreit die Stadt jedes Jahr um Hilfe.)

Lahr als erklärtes Zentrum des Verlags
Tom Jacob hat im Oktober den „LahrVerlag“ gegründet. Der 45-Jährige sieht den Namen als Verpflichtung.Im BZ-Interview nennt er den Begriff Heimat als programmatische Klammer. Sein Fokus: „Ein literarisches „Kreuz des Südens“ mit Lahr als Mittelpunkt, das Kerngebiet meiner Heimat. Seine Devise: „Entweder ganz klein oder ganz groß.“
(Badische Zeitung. In einer Zeit, da bereits hinter jedem Misthaufen ein Autor lauert, stirbt die Hoffnung stets zuletzt, auch auf einem heimattümelnden Kreuzug. Der „Lahrer Hinkende Bote“ ist erwartungsgemäß nach kurzer Schonzeit unter Jacob in Lahr nun ganz in Tübingen gelandet. Da war er dann wohl doch nicht ganz so erfolgreich, wie er als Berufsfremder dachte. Manchmal hat ein Verleger mit einem Förster wohl soviel gemein wie ein Buch mit einem Baum. Nun will er sogar noch nach Hansjakob greifen, zusammen mit Altnazi Dr. Brucker. Man darf gespannt sein! Ganz Unrecht hat er ja nicht mit Lahr, ist schon ein Kreuz mit diesem Städtchen.)

Das Café Bauer macht zu
Der Konditor Felix Jürgenmeyer sucht eine neue Aufgabe
Im Oktober hat Felix Jürgenmeyer noch das 100-jährige Bestehen im Café Bauer gefeiert, zum Jahresende ist nun aber „definitiv Schluss“ , sagt der Konditormeister, der in dritter Generation das Traditionsgeschäft in der Lotzbeckstraße geführt hat. Im neuen Jahr will der 51-Jährige seine Ehefrau Susanne Weißgerber in deren Physiotherapie-Praxis in Münchweier unterstützen.
(Badische Zeitung. Lahr stirbt weiter.)

Zweite Station der Gottesdienstreise
Um das Kennenlernen zwischen der katholischen Pfarrgemeinde Sancta Maria und den evangelischen Gemeinden der Petrus- und Stiftskirche zu unterstützen, fand am Sonntag der zweite Abschnitt der „Gottesdienstreise“ statt.
(Badische Zeitung. Hallelujaschlümpfe.)

Schule hat neue Küche
Die Ausstattung ist aber noch nicht komplett
Dank vielseitiger Unterstützung durch die Stadt- und Ortsverwaltung, Lehrerinnen, Elternbeirat und Hausmeister Franz Nopper konnte am Samstagvormittag in der Grundschule Kippenheimweiler die neue Schulküche ihrer Bestimmung übergeben werden.
(Badische Zeitung. Daheim bleibt die Küche kalt.)

Radfahrer in Lahr schwer verletzt
Der 38-Jährige war gestern Nachmittag auf dem Schutterradweg unterwegs, als ihm an einer Engstelle ein Fußgänger den Weg versperrte. Auf Klingelzeichen und Warnrufe des Radfahrers reagierte der Mann nicht, weil er offenbar schwerhörig war. Erst in letzter Sekunde nahm der Fußgänger den Radfahrer wahr und ging zur Seite, so dass der Radler ausweichen musste und gegen den Betonpfeiler einer Brücke prallte. Dabei erlitt er schwerste Verletzungen im Gesicht.
(BADEN online. Im Kopf hatte er nichts, was ihm Bremsen oder Anhalten hätte befehlen können?)

„Des hätt’ noch länger dure könne“
Geschichten, mitten aus dem Leben gegriffen: Mundartliches von Ulrike Derndinger und Heinz Siebold beim Alemanne-Veschper.
(Badische Zeitung. Jeder Mist findet einen Acker.)

Frauen bereichern Oberweier
(Lahrer Anzeiger. Seit wann?)

„Das Besucheraufkommen war gigantisch“
(Lahrer Anzeiger. Schreibt wohl ein Zwerg über den Oberschopfheimer Weihnachtsmarkt.)

Blasmusik und edler Wein
Winzergenossenschaft Durbach veranstaltete Weihnachtsmarkt
(Lahrer Anzeiger. Glasbläser?)

Strohschuhe sind sehr begehrt
In Elgersweier fand der Verkauf für einen guten Zweck statt / Auch Juteschuhe waren im Angebot
(Lahrer Anzeiger. Der gute Zweck heiligt jedes Mittel.)

Maria Eichner singt seit 60 Jahren
(Lahrer Anzeiger. Biologisches Wunder.)

Z’Licht-Gehen wird allmählich heimisch
(Lahrer Anzeiger. Kindisch zurück in die schlechte alte Zeit.)

In Hofweier kann Blut gespendet werden
(Lahrer Anzeiger. Sensation.)

Ichenheims Ortsmitte ist vollendet
(Lahrer Anzeiger. Sieht aus wie überall.)

Die Bewegung
verliert ein Gesicht
Nach der verlorenen Volksabstimmung herrscht Katerstimmung bei den Gegnern. Dass in Stuttgart, ihrer Hochburg, nur knapp die Hälfte für das Kündigungsgesetz gestimmt hat, „ist besonders schmerzhaft“ , bekennen Hannes Rockenbauch (31) vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und seine bisherige Co-Sprecherin Brigitte Dahlbender (56). Die BUND-Landesvorsitzende gab zugleich ihren Rücktritt bekannt. „Für mich ist der politische Widerstand beendet“ , sagt sie und räumt ein, enttäuscht zu sein. „Ich hatte ein klares Ja erwartet.“
(Badische Zeitung. War stets ein blasses Gesicht. Der BUND aber muß sich fragen lassen, ob er ein Protestverein von Selbstdarstellern ist, ebenso der Nabu.)

Guttenberg veröffentlicht „Vorerst gescheitert“
Der Sound des Größenwahns
Sein Buch soll ein Test sein, ob und wie das Comeback gelingen kann. Doch die erste Bilanz ist finster. Karl-Theodor zu Guttenberg will Volksheld sein – der die Parteien maßregelt.
Streng schaut Karl-Theodor zu Guttenberg vom Cover herab, streng und ernst. Es habe sich ein „harter Zug“ in sein Gesicht eingegraben, schreibt Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der „Zeit“, mitfühlend im Vorwort. „Vorerst gescheitert“ heißt der Titel des Buchs, und diese Wortwahl ist genial, weil sie den Größenwahn, der die Lektüre bisweilen so unerträglich macht, auf den Punkt bringt. „Vorerst“ bedeutet: Es gibt ein Comeback, und das beginnt jetzt, nur rund acht Monate nach dem Fall Guttenbergs, der zu seinen besten Zeiten Verteidigungsminister, Publikumsliebling und Reservekanzler war. „Gescheitert“ bedeutet: Es gab keine Absicht, keinen Vorsatz, keine bewusste Schwindelei bei der Doktorarbeit, sondern ein menschliches, allzu menschliches Versagen. Das sind die beiden Leitmotive des Buchs, und wer keine Lust hat, diese Leitmotive in immer neuen Varianten auf 208 Seiten nachzulesen, kann es beim Lesen des Titels bewenden lassen. An diesem Dien…Guttenberg setzt das Recht und Guttenberg setzt die Maßstäbe, es sind die anderen, die falsch gewickelt sind – dieser Sound, der Demut und Reue vermissen lässt, aber mit bulliger Überheblichkeit dröhnt, durchzieht auch seine politischen Ausführungen. Guttenberg glaubt, aus dem US-Exil heraus seinen ehemaligen Regierungskollegen die Leviten lesen zu können…Wenn dieses Buch tatsächlich ein Testballon sein soll, ob und wie das Comeback gelingen kann, so fällt die erste Bilanz düster aus…In den Medien – mit Ausnahme der „Bild“, Guttenbergs Hausblatt – fällt die Kritik noch verheerender aus…Unumschränkt auf der Haben-Seite kann Guttenberg derzeit allein die Buchverkäufe verbuchen. Nach Angaben des Verlages ist ein Großteil der ersten Auflage – 80.000 Exemplare – bereits von Buchhändlern oder Kunden vorbestellt. Gerne hätte der Verlag eine große Buchpräsentation mit Guttenberg gemacht, aber der Freiherr mochte nicht anreisen. Er wird, und das gehört in die Abteilung Kuriosa, erst wieder am 28. Januar 2012 in Deutschland auftreten. Bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins wird Guttenberg die Laudatio auf Ottfried Fischer halten. Narrhallamarsch!
(stern.de. Ein Zeit-Chefredakteur als Stichwortgeber. Narrenhände beschreiben papierene Bände?)

Lahr: immer am Bürger vorbei

Rathaus und Gemeinderat ist das Volk abhanden gekommen

Lahrer Baumkulturen.

(gh). Es ist nicht das erste Mal, daß Rathaus und Gemeinderat das Volk abhanden gekommen ist. Der Volksentscheid zu S 21 markiert aber einen neuen Tiefpunkt in derLahrer Kommunalpolitik. 30 Prozent Wahlbeteiligung! Schlußlicht im Ortenaukreis. Das paßt  zur höchsten Arbeitslosigkeit und der geringsten Einkaufskraft im Kreis. Eine Stadt ist auf ihrem Weg in die allgemeine Verluderung nicht mehr aufzuhalten.

Während die üblichen 200 schon seit Jahren ihr eigenes Süppchen kochen und am Wochenende wieder am Gelage der Badischen Zeitung im E-Werk teilgenommen haben, denn unter Ausschluß der Öffentlichkeit feiern sie sich am liebsten selbst, gehen Rathaus und Gemeinderat der Bevölkerung am Allerwertesten vorbei. Schon lange.

Der SPD-OB, der bei seiner Wiederwahl 2005 gerade noch eine Wahlbeteiligung von 32 Prozent aufbringen konnte, will als 62-Jähriger  2013 wieder antreten. Die CDU hat sich längst aus der Kommunalpolitik abgemeldet mit einer apolitischen Vorsitzenden, über der eine Fraktionsvorsitzende Rompel und ein ehemaliger Stadtverbandsvorsitzender Dörfler ungestört eigene    Intereressenvertretung betreiben können. In der öffentlichen Wahrnehmung kommen sie so wenig vor wie die übrigen Fraktionen. D. h. sie werden in den örtlichen Protokollorganen und Rathauspropagandagazetten, welche sich Tageszeitungen nennen, noch wahrgenommen, obwohl sie mehrheitlich längst in Alten- und Pflegeheimen sitzen und mit Kursen wie „Heiter im Alter“ aus dem Dauerschlaf gerüttelt werden müßten.

Rathaus und Gemeinderat bewegen sich in einer selbstgebastelten Scheinwelt, potemkinsche Häuser à la OB gehören ebenso dazu wie selbstgebastelte Bürgervereine à la Dinglinger Zombies mit einem SPD’ler Pingpong Caroli, dessen Verdienst es wohl ist, 18 Jahre keine Spuren im Landtag hinterlassen zu haben. Ansonsten fällt er stets auf als einer, der mit der falschen Meinung am richtigen Ort erscheint, um später mit der richtigen zum falschen Zeitpunkt zu erscheinen. Auch diesmal saß er wieder im falschen Zug, der in Lahr auf einem Abstellgleis nicht abgeholt worden ist.

All dies aber berührt die Bürgerschaft, von der Rathaus und Gemeinderat stets glauben, sie mitzunehmen, nicht im geringsten. Die zeigt ihr Desinteresse an diesen 200 immer gleichen Verdächtigen bei Wahlen. Daran ändern auch Dutzende von Festle und Feuerwerke nichts. Lahr kommt nur noch für Insassen von 500 Bussen drei Wochen lang im Herbst vor. Den Lahrer selbst gibt es gar nicht mehr, ebensowenig wie die einst eingemeindeten Stadtteile, welche heute längst sich wie Kinderkarussells um ihre Kirchtürme nur noch drehen. Lahr ist für seine Bürger, die es mal gab, Vergangenheit. Und die, die dafür verantwortlich sind, können sich bei ihren üblichen Gelagen und Treffen und Geschaftelhubereien versichern: Wir sind so ein Volk!

Warum Europa es schaffen wird

Zukunftsmagazin Trend-Update auf dem Markt

(lifepr) – Die Dezember-Ausgabe des neuen Zukunftsmagazins Trend-Update beschäftigt sich mit dem Thema unserer Tage aus Sicht der Zukunftsforschung. Matthias Horx hat eine Analyse der Tiefenkräfte geschrieben, die die wirtschaftliche und politische Zukunft Europas bestimmen. Modelle der System- und Spieltheorie dienen dem tieferen Verständnis der Krisendynamik. Und das Zukunftsinstitut setzt zum wiederholten Male „Ko-Kreative Zukunftsforschung“ ein: Im Zentrum des Heftes steht die Auswertung eines Online-Szenarios. Vier mögliche Varianten der Euro-Zukunft wurden im Internet dargestellt, mit der Bitte an Meinungsführer und Wirtschaftstreibende, die wahrscheinlichste Entwicklung auszuwählen.

Die Ergebnisse:
Die Mehrheit der Befragten, 38 Prozent, setzt auf das Szenario „Euro Bonds – Die tapfere Transfer Union“- also jene Variante, die momentan von der Berliner Regierung (noch) entschieden blockiert wird. Europa bleibt im Wesentlichen, wie es ist: ein loser Verbund von Staaten. Allerdings werden in diesem Szenario einige zentrale europäische Institutionen massiv gestärkt, und neue Verträge verpflichten die Länder mit drakonischen Strafen, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen.

Auf dem zweiten Platz mit 28 Prozent Zustimmung liegt das Szenario „Euro Block – die Vereinigten Staaten von Europa“. In diesem Szenario wird von einer lang andauernden Wirtschaftskrise bis 2015 ausgegangen, die einen kathartischen Effekt hat. Es setzt sich eine paneuropäische Bewegung als neue Europa-Allianz durch. 2020 findet der Gründungsakt eines neuen Super-Staates statt, mit den ehemaligen Einzelstaaten als starken Bundesstaaten. Joschka Fischer wird europäischer Präsident.

Auf Platz Nummer drei mit 23 Prozent Zustimmung landet das Szenario „Euro Core – die geschrumpfte Union“. Um den Virus der Krise zu stoppen, bilden die kern- und nordeuropäischen Staaten eine Zentral-Union und steigen gemeinsam aus der EU aus – frei nach dem Vorschlag von Olaf Henkel. Die geringste Wahrscheinlichkeit findet mit 11 Prozent das Szenario „Euro Split – Neue Blöcke und Kleinstaaterei“. In diesem Szenario bricht Europa 2013 auseinander. Immer mehr Länder verlassen den EU-Verbund. 2020 sieht Europa aus wie ein Flickenteppich mit großen außenpolitischen Spannungen. Zwischen den baltischen Staaten, Polen und der Ostunion besteht Kriegsgefahr.

Die vier Szenarien wurden Anfang Oktober vom Redaktionsteam rund um Matthias Horx entwickelt und stehen auf der Website des Trend-Update zur Abstimmung: www.trend-update.de/…. Bis heute haben sich über 600 Teilnehmer beteiligt.

Trend-Update
– Herausgeber: Matthias Horx
– Chefredakteur: Thomas Huber
– Verlag: Zukunftsinstitut GmbH
– Erhältlich im Jahresabonnement (149,- EUR zzgl. MwSt. und Versandkosten)
www.trend-update.de