Das Tagesgericht

Machen Ochs und Esel an der Krippe Männchen?

„Das ist politisch entschieden“
Mit Erleichterung über die relativ hohe Wahlbeteiligung und der Hoffnung auf ein rasches Ende der Ausein­andersetzungen haben die Vertreter der poli­tischen Gruppierungen im Lahrer Gemeinderat den Ausgang der Volks­abstimmung über das Projekt Stuttgarter Tief­bahnhof aufgenommen.
(Lahrter Anzeiger.In welcher Welt leben die „Gruppierungen“ des Lahrer Gemeinderats, normalerweise „Fraktionen“ genannt? Auf keinen Fall in dieser. Denn alle faseln von hoher Wahlbeteiligung angesichts 30 Prozent, womit Lahr erbärmliches Schlußlicht im Ortenaukreis ist. Die Zeitung schnarcht mit, denn sie illustriert den Artikel mit einem „Archivfoto“ des Redaktionsleiters vom Lahrer Bahnhof, so als wären beide tot.)

Integration an der Herdplatte
Beim gemeinsamen Kochen kommen sich Migrantinnen und Ehrenamtliche näher und lernen voneinander
(Lahrer Anzeiger. Märchen aus der Lahrer Fabelwelt. Integration funktioniert in Lahr seit Jahrzehnten nicht, darum schreit die Stadt jedes Jahr um Hilfe.)

Lahr als erklärtes Zentrum des Verlags
Tom Jacob hat im Oktober den „LahrVerlag“ gegründet. Der 45-Jährige sieht den Namen als Verpflichtung.Im BZ-Interview nennt er den Begriff Heimat als programmatische Klammer. Sein Fokus: „Ein literarisches „Kreuz des Südens“ mit Lahr als Mittelpunkt, das Kerngebiet meiner Heimat. Seine Devise: „Entweder ganz klein oder ganz groß.“
(Badische Zeitung. In einer Zeit, da bereits hinter jedem Misthaufen ein Autor lauert, stirbt die Hoffnung stets zuletzt, auch auf einem heimattümelnden Kreuzug. Der „Lahrer Hinkende Bote“ ist erwartungsgemäß nach kurzer Schonzeit unter Jacob in Lahr nun ganz in Tübingen gelandet. Da war er dann wohl doch nicht ganz so erfolgreich, wie er als Berufsfremder dachte. Manchmal hat ein Verleger mit einem Förster wohl soviel gemein wie ein Buch mit einem Baum. Nun will er sogar noch nach Hansjakob greifen, zusammen mit Altnazi Dr. Brucker. Man darf gespannt sein! Ganz Unrecht hat er ja nicht mit Lahr, ist schon ein Kreuz mit diesem Städtchen.)

Das Café Bauer macht zu
Der Konditor Felix Jürgenmeyer sucht eine neue Aufgabe
Im Oktober hat Felix Jürgenmeyer noch das 100-jährige Bestehen im Café Bauer gefeiert, zum Jahresende ist nun aber „definitiv Schluss“ , sagt der Konditormeister, der in dritter Generation das Traditionsgeschäft in der Lotzbeckstraße geführt hat. Im neuen Jahr will der 51-Jährige seine Ehefrau Susanne Weißgerber in deren Physiotherapie-Praxis in Münchweier unterstützen.
(Badische Zeitung. Lahr stirbt weiter.)

Zweite Station der Gottesdienstreise
Um das Kennenlernen zwischen der katholischen Pfarrgemeinde Sancta Maria und den evangelischen Gemeinden der Petrus- und Stiftskirche zu unterstützen, fand am Sonntag der zweite Abschnitt der „Gottesdienstreise“ statt.
(Badische Zeitung. Hallelujaschlümpfe.)

Schule hat neue Küche
Die Ausstattung ist aber noch nicht komplett
Dank vielseitiger Unterstützung durch die Stadt- und Ortsverwaltung, Lehrerinnen, Elternbeirat und Hausmeister Franz Nopper konnte am Samstagvormittag in der Grundschule Kippenheimweiler die neue Schulküche ihrer Bestimmung übergeben werden.
(Badische Zeitung. Daheim bleibt die Küche kalt.)

Radfahrer in Lahr schwer verletzt
Der 38-Jährige war gestern Nachmittag auf dem Schutterradweg unterwegs, als ihm an einer Engstelle ein Fußgänger den Weg versperrte. Auf Klingelzeichen und Warnrufe des Radfahrers reagierte der Mann nicht, weil er offenbar schwerhörig war. Erst in letzter Sekunde nahm der Fußgänger den Radfahrer wahr und ging zur Seite, so dass der Radler ausweichen musste und gegen den Betonpfeiler einer Brücke prallte. Dabei erlitt er schwerste Verletzungen im Gesicht.
(BADEN online. Im Kopf hatte er nichts, was ihm Bremsen oder Anhalten hätte befehlen können?)

„Des hätt’ noch länger dure könne“
Geschichten, mitten aus dem Leben gegriffen: Mundartliches von Ulrike Derndinger und Heinz Siebold beim Alemanne-Veschper.
(Badische Zeitung. Jeder Mist findet einen Acker.)

Frauen bereichern Oberweier
(Lahrer Anzeiger. Seit wann?)

„Das Besucheraufkommen war gigantisch“
(Lahrer Anzeiger. Schreibt wohl ein Zwerg über den Oberschopfheimer Weihnachtsmarkt.)

Blasmusik und edler Wein
Winzergenossenschaft Durbach veranstaltete Weihnachtsmarkt
(Lahrer Anzeiger. Glasbläser?)

Strohschuhe sind sehr begehrt
In Elgersweier fand der Verkauf für einen guten Zweck statt / Auch Juteschuhe waren im Angebot
(Lahrer Anzeiger. Der gute Zweck heiligt jedes Mittel.)

Maria Eichner singt seit 60 Jahren
(Lahrer Anzeiger. Biologisches Wunder.)

Z’Licht-Gehen wird allmählich heimisch
(Lahrer Anzeiger. Kindisch zurück in die schlechte alte Zeit.)

In Hofweier kann Blut gespendet werden
(Lahrer Anzeiger. Sensation.)

Ichenheims Ortsmitte ist vollendet
(Lahrer Anzeiger. Sieht aus wie überall.)

Die Bewegung
verliert ein Gesicht
Nach der verlorenen Volksabstimmung herrscht Katerstimmung bei den Gegnern. Dass in Stuttgart, ihrer Hochburg, nur knapp die Hälfte für das Kündigungsgesetz gestimmt hat, „ist besonders schmerzhaft“ , bekennen Hannes Rockenbauch (31) vom Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 und seine bisherige Co-Sprecherin Brigitte Dahlbender (56). Die BUND-Landesvorsitzende gab zugleich ihren Rücktritt bekannt. „Für mich ist der politische Widerstand beendet“ , sagt sie und räumt ein, enttäuscht zu sein. „Ich hatte ein klares Ja erwartet.“
(Badische Zeitung. War stets ein blasses Gesicht. Der BUND aber muß sich fragen lassen, ob er ein Protestverein von Selbstdarstellern ist, ebenso der Nabu.)

Guttenberg veröffentlicht „Vorerst gescheitert“
Der Sound des Größenwahns
Sein Buch soll ein Test sein, ob und wie das Comeback gelingen kann. Doch die erste Bilanz ist finster. Karl-Theodor zu Guttenberg will Volksheld sein – der die Parteien maßregelt.
Streng schaut Karl-Theodor zu Guttenberg vom Cover herab, streng und ernst. Es habe sich ein „harter Zug“ in sein Gesicht eingegraben, schreibt Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der „Zeit“, mitfühlend im Vorwort. „Vorerst gescheitert“ heißt der Titel des Buchs, und diese Wortwahl ist genial, weil sie den Größenwahn, der die Lektüre bisweilen so unerträglich macht, auf den Punkt bringt. „Vorerst“ bedeutet: Es gibt ein Comeback, und das beginnt jetzt, nur rund acht Monate nach dem Fall Guttenbergs, der zu seinen besten Zeiten Verteidigungsminister, Publikumsliebling und Reservekanzler war. „Gescheitert“ bedeutet: Es gab keine Absicht, keinen Vorsatz, keine bewusste Schwindelei bei der Doktorarbeit, sondern ein menschliches, allzu menschliches Versagen. Das sind die beiden Leitmotive des Buchs, und wer keine Lust hat, diese Leitmotive in immer neuen Varianten auf 208 Seiten nachzulesen, kann es beim Lesen des Titels bewenden lassen. An diesem Dien…Guttenberg setzt das Recht und Guttenberg setzt die Maßstäbe, es sind die anderen, die falsch gewickelt sind – dieser Sound, der Demut und Reue vermissen lässt, aber mit bulliger Überheblichkeit dröhnt, durchzieht auch seine politischen Ausführungen. Guttenberg glaubt, aus dem US-Exil heraus seinen ehemaligen Regierungskollegen die Leviten lesen zu können…Wenn dieses Buch tatsächlich ein Testballon sein soll, ob und wie das Comeback gelingen kann, so fällt die erste Bilanz düster aus…In den Medien – mit Ausnahme der „Bild“, Guttenbergs Hausblatt – fällt die Kritik noch verheerender aus…Unumschränkt auf der Haben-Seite kann Guttenberg derzeit allein die Buchverkäufe verbuchen. Nach Angaben des Verlages ist ein Großteil der ersten Auflage – 80.000 Exemplare – bereits von Buchhändlern oder Kunden vorbestellt. Gerne hätte der Verlag eine große Buchpräsentation mit Guttenberg gemacht, aber der Freiherr mochte nicht anreisen. Er wird, und das gehört in die Abteilung Kuriosa, erst wieder am 28. Januar 2012 in Deutschland auftreten. Bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins wird Guttenberg die Laudatio auf Ottfried Fischer halten. Narrhallamarsch!
(stern.de. Ein Zeit-Chefredakteur als Stichwortgeber. Narrenhände beschreiben papierene Bände?)

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