Lahr: immer am Bürger vorbei

Rathaus und Gemeinderat ist das Volk abhanden gekommen

Lahrer Baumkulturen.

(gh). Es ist nicht das erste Mal, daß Rathaus und Gemeinderat das Volk abhanden gekommen ist. Der Volksentscheid zu S 21 markiert aber einen neuen Tiefpunkt in derLahrer Kommunalpolitik. 30 Prozent Wahlbeteiligung! Schlußlicht im Ortenaukreis. Das paßt  zur höchsten Arbeitslosigkeit und der geringsten Einkaufskraft im Kreis. Eine Stadt ist auf ihrem Weg in die allgemeine Verluderung nicht mehr aufzuhalten.

Während die üblichen 200 schon seit Jahren ihr eigenes Süppchen kochen und am Wochenende wieder am Gelage der Badischen Zeitung im E-Werk teilgenommen haben, denn unter Ausschluß der Öffentlichkeit feiern sie sich am liebsten selbst, gehen Rathaus und Gemeinderat der Bevölkerung am Allerwertesten vorbei. Schon lange.

Der SPD-OB, der bei seiner Wiederwahl 2005 gerade noch eine Wahlbeteiligung von 32 Prozent aufbringen konnte, will als 62-Jähriger  2013 wieder antreten. Die CDU hat sich längst aus der Kommunalpolitik abgemeldet mit einer apolitischen Vorsitzenden, über der eine Fraktionsvorsitzende Rompel und ein ehemaliger Stadtverbandsvorsitzender Dörfler ungestört eigene    Intereressenvertretung betreiben können. In der öffentlichen Wahrnehmung kommen sie so wenig vor wie die übrigen Fraktionen. D. h. sie werden in den örtlichen Protokollorganen und Rathauspropagandagazetten, welche sich Tageszeitungen nennen, noch wahrgenommen, obwohl sie mehrheitlich längst in Alten- und Pflegeheimen sitzen und mit Kursen wie „Heiter im Alter“ aus dem Dauerschlaf gerüttelt werden müßten.

Rathaus und Gemeinderat bewegen sich in einer selbstgebastelten Scheinwelt, potemkinsche Häuser à la OB gehören ebenso dazu wie selbstgebastelte Bürgervereine à la Dinglinger Zombies mit einem SPD’ler Pingpong Caroli, dessen Verdienst es wohl ist, 18 Jahre keine Spuren im Landtag hinterlassen zu haben. Ansonsten fällt er stets auf als einer, der mit der falschen Meinung am richtigen Ort erscheint, um später mit der richtigen zum falschen Zeitpunkt zu erscheinen. Auch diesmal saß er wieder im falschen Zug, der in Lahr auf einem Abstellgleis nicht abgeholt worden ist.

All dies aber berührt die Bürgerschaft, von der Rathaus und Gemeinderat stets glauben, sie mitzunehmen, nicht im geringsten. Die zeigt ihr Desinteresse an diesen 200 immer gleichen Verdächtigen bei Wahlen. Daran ändern auch Dutzende von Festle und Feuerwerke nichts. Lahr kommt nur noch für Insassen von 500 Bussen drei Wochen lang im Herbst vor. Den Lahrer selbst gibt es gar nicht mehr, ebensowenig wie die einst eingemeindeten Stadtteile, welche heute längst sich wie Kinderkarussells um ihre Kirchtürme nur noch drehen. Lahr ist für seine Bürger, die es mal gab, Vergangenheit. Und die, die dafür verantwortlich sind, können sich bei ihren üblichen Gelagen und Treffen und Geschaftelhubereien versichern: Wir sind so ein Volk!

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