Endlich Sonne

Spargelbauern freuen sich auf vorhergesagtes Sommerwetter

(lifepr) – Bisher lief die Spargelernte auf Sparflamme. Schuld war das trübe und kühle Wetter. Ein hoher Aufwand war nötig, um mit ausgefeilten Foliensystemen die wenigen Sonnenstunden effektiv zu nutzen. Doch nur so konnte bisher die Ernte aufrechterhalten werden.

Ab dem Wochenende soll nun die Quecksilbersäule in Süddeutschland auf über 25 °C klettern. „Die verfrühten Spargelanlagen bekommen durch die hohen Tagestemperaturen jetzt noch mal einen richtigen Wachstums-Schub. Gleichzeitig setzt jetzt die Ernte von den später reifenden Spargelsorten aus dem Freiland ein“, erklärt Simon Schumacher vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V. aus Bruchsal.

Michael Koch von der Agrarmarktinformationsgesellschaft in Bonn kann dies bestätigen und ergänzt „In Süddeutschland erwarten wir durch das Zusammentreffen aus dem verfrühten und dem normalen Anbau hohe Erntemengen ab dem kommenden Wochenende“.

Auch nachts soll es nicht kälter als 10 °C werden, was sich positiv auf die Qualität der gesunden Stangen auswirkt. Denn die geringen Unterschiede der Tag- und Nachttemperaturen erlauben den Pflanzen, gleichmäßig und zügig zu wachsen.

„Gute Wachstumsbedingungen kann man schmecken. Zart in der Konsistentes und ein feines, nussiges Aroma erwarten wir bei dem bevorstehenden Sommerwetter“, berichtet Schumacher.

Auch sonntags dürfen Landwirte vielerorts ihre Produkte anbieten. Spargelliebhaber, die sich spontan zum Sonntagsessen für Spargel entscheiden, können sich so mit feldfrischem Gemüse direkt vom Erzeuger versorgen.

Fragen, die die Welt bewegen

Haben Sie schon gemerkt, wie die Piraten zu einem Ablenkungsmanöver geworden sind? Warum hat die größtenteils mit einheitlicher Meinung ausgerichtete deutsche Presse die Piraten erst als neuen politischen Spaß hoffiert, und nachdem sie gemerkt hat, daß diese ernst genommen werden und an Prozenten zulegen, beginnt sie nun, diese vorzuführen, um zugleich von denen abzulenken, die zwar mit Merkel und Ko. an der Spitze das Sagen im Lande haben, aber nicht weniger dilettantisch und dadurch viel gefährlicher sind für das Land?

 

Das Tagesgericht

Kraftwerk?

Immer gut und fehlerfrei sein
Alltäglicher Leistungsdruck schlägt vielen auf Körper und Psyche / Arbeitnehmerempfang in Achern
Beim fünften Arbeitnehmerempfang der Stadt Achern und des DGB-Ortsverbands wurde das Thema Burn-out diskutiert. »Es macht Sinn, auf die Bremse zu treten, retten Sie Ihre Haut«, rät der Bühler Psychiater Wolfgang Sauerbeck.
(Offenburger Tageblatt. Vor den Psychiatern!)

Der Häuptling tritt kürzer
Jess Haberer will den Vorsitz der St.-Georgspfadfinder an Jüngere abtreten / Morgen ist Vorstandswahl
Der Stammesvorsitzende geht in Altersteilzeit: Morgen kandidieren außer Jess Haberer zwei »Nachwuchskräfte« für den Vorsitz bei den St.-Georgspfadfindern vom Stamm Konradin. Sie sollen während der nächsten beiden Jahre in ihre Aufgabe hineinwachsen.
(Offenburger Tageblatt. Der findet immer wieder neue Indianer.)

Offenburger Stadtgeflüster
…Sie und ich, wir alle haben nämlich über die unergründlichen Transaktionswege des deutschen Steuersystems dazu beigetragen, dass in Offenburg seit dieser Woche ein Fahrradzähler in Betrieb ist Was der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Einweihung des Geräts als »Geschenk des Landes« pries, hat er vermutlich nicht aus seiner Privatschatulle bezahlt. So können nun alle Steuerzahler mit stolzgeschwellter Brust den Stadtbuckel hinab an dem Zähler vorbeiradeln – in der Gewissheit, das etwa 20 000 Euro teure Teil mitfinanziert zu haben…Grund für die prestigeträchtige »Schenkung« ist ja ein löblicher Gedanke: Wird mehr Fahrrad gefahren, entweicht weniger CO2 in die Luft…Besonders pünktlich sind die Mitarbeiter der Technischen Betriebe, wie uns berichtet wurde. Deren Mittagspause beginne zwar erst um 12 Uhr, allerdings verließen »ganze Karawanen von TBO-Fahrzeugen« bereits um 11.45 Uhr ihren Arbeitsplatz – zuletzt waren sie beispielsweise am Gifizsee am Werk. Das Ziel? Ganz einfach: der Bauhof.
(Offenburger Tageblatt. Warum flüstern, wenn Hermann für wiederholten Unfug die Karte gezeigt werden müßte? Wann legen denn kommunale Bedienstete woanders die Arbeit nieder, um pünktlich die Freizeit zu erreichen? Warum dauern Schulstunden nur 45 Minuten?)

Tierische Frühlingsgefühle auf dem Langenhard bei Lahr
(DER GULLER. Geknipst statt gekräht?)

Fragwürdige Auskünfte im Visier der Datenschützer
Veraltete Daten bei Infoscore angemahnt – Mehr Transparenz bei Methoden gefordert
(DER GULLER. Was will der Hahn da sagen?)

Verdienstorden
Ministerpräsident Kretschmann zeichnete gestern 28 Persönlichkeiten mit dem Verdienstorden aus. Darunter drei Ortenauer.
(DER GULLER. Kretschmann nur noch Grüßaugust? Persönlichkeit hat nichts mit Orden zu tun. Zwei „Ortenauer“ sind nicht in der Ortenau.)

Das besondere Tiererlebnis
Affenberg in Salem
(DER GULLER.Liegt jagleich umd ie Eecke, im Gegensatz zum Affenberg im Elsaß, gell?)

Besinnung auf Flößerhandwerk
Mitte Juni wird der Flößerpfad von Loßburg nach Wolfach eingeweiht / Erlebniswoche schließt sich an
(Offenburger Tageblatt. Wann kommt die Hexenstraße?)

Fußnote
Kolumne im Guller
(DER GULLER. Warum beläßt es Anne-Marie Glaser nicht dabei, muß sie auch noch Schreibversuche der dümmlichen Art machen, zum Beispiel über einen erschossenen Wolf im Westerwald?)

Weinparadies erschließt neue Genießerwelten
(DER GULLER. Mehr als Saufen geht?)

Gottesdienst zum Gedenken
„Ihr seid als Blüten früh entschwebt“ – unter diesem Thema findet am Freitag , 11.Mai, um 18.30 Uhr in derKapelle imOrtenau-KlinikumLahr ein ökumenischer Gedenk-Gottesdienst für früh verstorbene Kinder statt.
(DER GULLER. Klinikum eine Kirche? Ökumene gibt es nicht und Blüten sind Fälschungen, hier geht’s um Menschen.)

Die lebenswerte Stadt wird gesucht
Abgeordneter Peter Weiß ruft zum Wettbewerb auf
(DER GULLER. Geht die Blödelei namens Wahlkrampf schon los? Kennt er keine in seinem Wahlkreis? Warum wird nicht ein tauglicher Abgeordneter gesucht?)

Zahn der Zeit nagt an Kapelle
Sonderausstellung zur Schneekapelle im Heimat- und Kleinbrennermuseum / Am 6. Mai geöffnet
(Offenburger Tageblatt. Besser wäre,in Steinach einen Zahn zulegen und was tun.)

Knapp an Vollsperrung vorbei
Eingestürzte L 96: Schwerverkehr darf Stelle nicht passieren / Provisorium soll Situation entspannen
Für Busse und große Lastwagen gibt es damit vorerst kein direktes Durchkommen mehr zwischen Bad Rippoldsau und Kniebis.
(Offenburger Tageblatt. War da nicht vorher schon das Weltende?)

Wiederaufbau: Angelverein setzt erste Fische aus
Jetzt ist die Wolf wieder ein klein bisschen lebendiger: Mitglieder des Angelvereins Oberwolfach setzten am Mittwochabend 4400 Forellen in dem Gewässer, das nach dem verheerenden Fischsterben 2011 intensiver Pflege bedarf, aus.
(Offenburger Tageblatt. Hat die grüne Boser mit dem Bonde schon mal vorbeigeschaut, anstatt dem Land zu versichern, sie verstünde von Bildung was?)

Kehler Kunden werden befragt
Einzelhandelsgutachten der Stadt soll fortgeschrieben werden
Die Stadt Kehl will ihr Einzelhandelsgutachten fortschreiben. Dazu werden vom 9. bis 12. Mai Kunden befragt. Zuvor findet bereits ab Mittwoch, 2. Mai, eine Befragung der Kehler Einzelhändler statt.
(Kehler Zeitung. Warum nicht fortschmeißen?)

„Kinder als glaubwürdigste Botschafter«
Renchener Grimmelshausenschüler sind mit ihren Plakaten gegen das Komasaufen erfolgreich
Kreative Bilder, coole Sprüche – unter dem Motto »Bunt statt blau« beteiligten sich bundesweit 15 000 Schüler am Wettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das Rauschtrinken. Das beste Plakat aus der Ortenau kommt von Marvin Riemann und Van Meier aus der Klasse 7b der Grimmelshausenschule Renchen Ihr Plakat nimmt damit am Landesentscheid Baden-Württemberg teil.
(Acher-Rench-Zeitung. Warum nicht Babys? Wieso sollen Nochnichtsäufer glaubwürdig sein? Sind angebliche Zölibatere glaubwürdig?)

Energieversorgung
Strom ist für viele Deutsche unbezahlbar geworden
Hunderttausende Haushalte in Deutschland können ihren Strom nicht mehr zahlen und sind deswegen vom Netz abgehängt. Die steigenden Preise durch die Energiewende haben die Lage verschlimmert.
(WELT online. Weil das Volk soo grün ist!)

Arbeitswelt
Die krassen Folgen des Gleichbehandlungsgesetzes
In der Praxis galt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) lange als unerwartet harmlos. Eine Reihe höchstrichterlicher Urteile zeigt aber, dass das Regelwerk stark in Arbeitswelt eingreift.
(WELT online. Wo bleibt die Quote für Männer, wo sind die Gleichstellungsbeauftragten? Warum wird dasLand von einer ehemaligen FDJ-Agitprob-Funktionärin regiert?)

Vielfahrer-Befragung
Mitreisende stören Bahncard-100-Kunden am meisten
Sie sind die anspruchsvollsten Kunden der Bahn. Die Besitzer einer Bahncard 100. Die hundert treuesten von ihnen dürfen dem Bahnchef selber ihre Meinung sagen und Fragen stellen.
(WELT online. Das wußte schon Nestroy: Der Mensch ist gut, nur die Leut‘  sind ein Graus.)

Internet-Partei
Ahnungslose Piraten sind ideale Koalitionspartner
Die erfolgreiche Piratenpartei kann den hohen Erwartungen bislang nur teilweise gerecht werden. Was die Partei braucht, ist ein etablierter Verbündeter, der ihnen zu einer festen Identität verhilft.
(WELT online. Jawohl, davon kann die FDP schwärmen.)

Kameras bei Discounter
Aldi-Filialleiter filmten heimlich Kundinnen
Kameras bei Discounter: Aldi-Filialleiter filmten heimlich Kundinnen
Bilder von Frauen an Kühltheken und Warenregalen, aufgenommen von Firmenmitarbeitern: Nach SPIEGEL-Informationen haben Filialleiter von Aldi Süd heimlich Kundinnen gefilmt. Der Discounter soll auch Kassenbereiche mit Kameras überwachen, Terminals für EC-Karten eingeschlossen…Aldi-Kundinnen sind von Managern des Discounters nach SPIEGEL-Informationen heimlich beim Einkauf gefilmt worden. Das Interesse der Filialleiter weckten demnach vor allem Frauen in kurzen Röcken oder mit ausgeschnittenen Tops, sobald sie sich über Kühltheken beugten oder vor Regalen bückten. Dann zoomten die Aldi-Angestellten mit der Kamera heran. Hinterher wurden die Filme auf CD gebrannt und ausgetauscht.
(SPIEGEL de. Stehen die auf so was? Wie heißt dieser  Fetischismus?)

Plant Ägypten neues Gesetz?
Ehemänner dürfen Sex mit Leichen ihrer Frauen haben
Das von Islamisten angeführte ägyptische Parlament will angeblich ein Gesetz erlassen, das es Männern erlaubt, Sex mit ihren toten Ehefrauen zu haben. Bis zu sechs Stunden nach dem Tod soll der so genannte „Abschieds-Verkehr“ vollzogen werden dürfen!
(BILD de. Da hätten die Mumien ja noch einmal Glück gehabt.)

Philipp Rösler
„Ich habe über die Angriffe mit meiner Frau geredet“
Kein deutscher Politiker musste in den vergangenen Monaten mehr Prügel einstecken als FDP-Chef Rösler. Vor den wichtigen Landtagswahlen scheint ihm die Gelassenheit abhanden gekommen.
(WELT online.Die WELT fragt, und Rösler antwortet nicht.)

Presseclub
(ARD. Die üblichen Verdächtigen. Blabla.Gibt’s keine Journalisten, keine Zeitungen mehr in Deutschland? Was macht da immer die schwäbelnde Chefin der TAZ mnit Miniauflage aus Berlin oder die sozusagen durch Verlage wandernde Lau?)

Wer liebt schon seinen Nachbarn?

Eröffnung der Landesausstellung „Liebe Deinen Nachbarn“
RUNDGANG: Oberbürgermeister Dieter Salomon, Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bürgermeister Ulrich von Kirchbach schauen sich mit Paula Lutum-Lenger vom Haus der Geschichte in Stuttgart im Augustinermuseum die Landesausstellung „Liebe deinen Nachbarn“ an.
(Badische Zeitung. Die machen nur den Grüßaugust für den Fotografen. Hat der neue Landespater Kretschmann nichts zu tun? Um was es in dieser Ausstellung geht, muß der Leser ja nicht wissen. Hauptsache Kretschmann-PR. Dabei ist die Ausstellung großer Unfug. Warum nicht gleich „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“?  Das ist laut Psychologieprofessor  Dr. Franz Buggle  „eine ebenso unrealistische und überzogene Forderung, die bei konsequenter Akzeptierung zu dauernder Heuchelei und Verlogenheit…oder zu jenem bei engagierten Christen nicht selten zu findenden ‚Krampf‘  führt…“ („Denn sie wissen nicht, was sie glauben“).   Katholik Kretschmann soll sich doch keinen Zwang an tun! Sprüche tun niemand weh. „Man kann auch zum Kopf einer Sardine beten, wenn man fest daran glaubt“, sagt ein japanisches Sprichwort.)

Gäste meiden teures Hotel-Frühstück

Bei 10 Euro ist die Schmerzgrenze

(lifepr) – Da machen viele Gäste nicht mehr mit! Hoteliers lassen sich das Frühstück oft separat zu deftigen Preisen bezahlen. Dreiviertel aller Gäste sind nicht länger bereit, das hinzunehmen. Sie verzichten lieber ganz auf das Frühstück oder sehen ihre Schmerzgrenze bei einem Preis von zehn Euro. Das ergibt eine Umfrage des Reiseportals Holidaycheck.de unter seinen Usern zu der Frage, wie viel sie für das Hotel-Frühstück extra bezahlen würden. An der Umfrage nahmen 1528 User teil.

Für 49,4 Prozent der User darf ein Frühstück nicht mehr als 10 Euro kosten. 28 Prozent der Befragten ist auch dies zu viel. Sie suchen sich lieber gleich ein Café in der Nähe ihres Hotels – vielleicht auch, weil sie morgens gar nicht so umfangreich wie angeboten frühstücken wollen.

Fast jeder Vierte ist dagegen bereit, mehr Geld in ein ausgiebiges Frühstück mit duftendem Kaffee, knusprigen Brötchen, Müsli-Vielfalt und Rührei mit Speck zu investieren. 16,1 Prozent der Befragten ist dies bis zu 15 Euro wert. Weitere 3,3 Prozent würden bis zu 20 Euro bezahlen. Fast gleich viele würden sogar über 20 Euro hinlegen.

Literaturschnipsel

Nürnberger Prozeß
Schlußworte der Angeklagten

FRANZ VON PAPEN: Euer Lordschaft, Hohes Gericht! Als ich 1919 in die Heimat zurückkehrte, fand ich ein von politischen Kämpfen der Parteien zerrissenes Volk vor, das aus dem Zusammenbruch nun eine neue Lebensform zu finden suchte. In diesen Unglückstagen meiner Heimat glaubte ich, als verantwortungsbewußter Deutscher nicht tatenlos abseits stehen zu dürfen. Es war mir klar, daß eine Wiedergeburt des Vaterlandes allein auf dem Wege des Friedens und der geistigen Auseinandersetzung möglich war, einer Auseinandersetzung, die nicht nur um die politische Form ging, sondern vielmehr noch um die Lösung des brennendsten sozialen Problems, die Voraussetzung für jede innere Befriedung. Gegenüber dem Ansturm rationalistischer Ideologien galt es, und das war meine innerste Überzeugung, das Christentum als Ausgangspunkt des Neuaufbaues zu erhalten. Vom Ausgang dieser inneren Auseinandersetzung mußte auch die Aufrechterhaltung des europäischen Friedens abhängen.

Der ganze Einsatz meiner besten Jahre hat dieser Frage gegolten, in der Gemeinde, im Parlament, im Staat Preußen und im Reich. Wer die Tatsachen kennt, weiß, daß ich mich 1932 nicht zu dem hohen Amte gedrängt habe. Hindenburgs dringender vaterländischer Appell war mir Befehl, und wenn ich mit ungezählten anderen Deutschen in der Zwangslage von 1933 mich an hervorragender Stelle zur Mitarbeit entschlossen habe, dann, weil ich es für meine Pflicht hielt und weil ich an die Möglichkeit glaubte, den Nationalsozialismus in verantwortungsbewußte, ruhige Bahnen lenken zu können, weil ich hoffte, daß die Aufrechterhaltung christlicher Grundsätze das beste Gegengewicht gegen ideologischen und politischen Radikalismus sein und eine friedliche innere und äußere Entwicklung gewährleisten werde.

Das Ziel ist nicht erreicht worden. Die Kraft des Bösen war stärker als die des Guten und hat Deutschland unrettbar in die Katastrophe getrieben. Aber sollen deshalb auch diejenigen verdammt werden, die im Kampfe des Glaubens gegen den Unglauben die Fahne des ersteren hochgehalten haben? Und berechtigt es Justice Jackson zu der Feststellung, ich sei nur der frömmelnde Agent einer ungläubigen Regierung gewesen? Oder was gibt Sir Hartley Shawcross das Recht, mit Hohn und Spott und Verachtung zu sagen: Er zog es vor, in der Hölle zu herrschen, anstatt im[456] Himmel zu dienen? Meine Herren Ankläger! Dieses Urteil steht nicht Ihnen zu, das steht einem anderen Richter zu. Aber ich frage, steht nicht die Frage nach der Verteidigung der transzendenten Werte heute noch weit stärker im Mittelpunkt der Bemühungen um den Neubau der Welt?

Ich glaube, daß ich mit einem reinen Gewissen mich der Verantwortung stellen kann.

Liebe zu Heimat und Volk waren allein entscheidend für alle meine Handlungen. Ich habe ohne Menschenfurcht gesprochen, wenn ich sprechen mußte. Nicht dem Nazi-Regime, sondern dem Vaterland habe ich gedient, wenn ich trotz herbster Enttäuschungen über den innerpolitischen Fehlschlag meiner Hoffnungen versucht habe, von diplomatischen Stellungen aus wenigstens den Frieden zu retten.

Wenn ich mein Gewissen prüfe, so finde ich keine Schuld da, wo die Anklage sie sucht und behauptet, aber, wo wäre ein Mensch ohne Schuld oder Fehl? Historisch gesehen mag diese Schuld an jenem tragischen 2. Dezember 1932 liegen, als ich nicht versuchte, den Reichspräsidenten mit allen Mitteln zu bewegen, seinen Entschluß vom Vorabende aufrechtzuerhalten trotz Verfassungsbruchs und trotz der Drohung General von Schleichers mit dem Bürgerkrieg.

Will die Anklage wirklich alle Menschen, die sich ehrlichen Wollens zur Mitarbeit gestellt haben, verdammen? Will sie behaupten, daß das deutsche Volk 1933 Hitler gewählt habe, weil es den Krieg wollte? Will sie wirklich behaupten, daß es in seiner überwältigenden Mehrheit die gewaltigen seelischen und materiellen Opfer bis zum Opfer seiner Jugend auf den Schlachtfeldern dieses Krieges für Hitlers utopische und verbrecherische Ziele gebracht habe?

Das Hohe Gericht steht vor der unendlich schwierigen Aufgabe, ohne zeitlichen Abstand von der Katastrophe Ursache und Wirkung der historischen Entwicklung in ihren wahren Zusammenhängen zu erkennen.

Nur wenn dieses Hohe Gericht die historische Wahrheit erkennt und anerkennt, wird der geschichtliche Sinn dieses Prozesses erfüllt. Nur dann wird das deutsche Volk, obwohl sein Reich zerstört ist, die Erkenntnis seiner Fehler, aber auch die Kraft für seine zukünftige Aufgabe finden.

(Quelle: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 22, S. 449-466.
Permalink:http://www.zeno.org/nid/20002763737)

Anmerkung: Franz Joseph Hermann Michael Maria von Papen, Erbsälzer zu Werl und Neuwerk (* 29. Oktober 1879 in Werl; † 2. Mai 1969 in Obersasbach) war ein deutscher Politiker (Zentrumspartei, 1932 ausgetreten), 1932 Reichskanzler und 1933 bis 1934 Vizekanzler im Kabinett Hitler. Papen gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Personen. Er wurde am 1. Oktober 1946 in allen Anklagepunkten freigesprochen. In einem anschließenden Spruchkammerverfahren wurde er zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt.Seine Heimatstadt Werl entzog ihm die 1933 verliehene Ehrenbürgerschaft. Nach seiner Entlassung 1949 und der Rückgängigmachung des Vermögensentzugs lebteer einige Jahre in Schloss Benzenhofen in Berg in Oberschwaben und versuchte erfolglos, seine politische Karriere weiterzuführen. Papen starb am 2. Mai 1969 in Obersasbach und wurde auf dem Friedhof in Wallerfangen begraben.- Quelle: Wikipedia. Wallerfangen liegt bei Saarlouis, geprägt wird es durch die Schlösser der Familien Villeroy und von Papen.)