Studie: Fernbus-Anbieter 2014

Bahn-Konkurrenten punkten mit Komfort – Testsieger ist ADAC Postbus

(lifePR) – Was in vielen Ländern eine Selbstverständlichkeit ist, steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Die Rede ist von Reisen per Fernbus. Erst seit 2013 dürfen Fernbusse Fahrgäste auch innerhalb Deutschlands befördern. Inzwischen machen einige Anbieter der Deutschen Bahn Konkurrenz. Doch wie gut sind die Fahrzeuge ausgestattet? Welcher Service wird den Fahrgästen geboten? Und lohnt ein Preisvergleich zwischen den Linien? Antworten liefert das Deutsche Institut für Service-Qualität, das im Auftrag des Nachrichtensenders n-tv acht Fernbus-Anbieter getestet hat.

Im Durchschnitt zeigten die acht analysierten Anbieter eine gute Serviceleistung. Ein Unternehmen erzielte das Qualitätsurteil „sehr gut“, sechs erreichten ein „gut“, bei einem weiteren war das Ergebnis befriedigend. Erfreulich: Die Busse selbst boten fast immer eine gute Ausstattung und einen hohen Komfort. Bequeme Sitze und Bordtoiletten gehörten zum Standard; auch ein kostenloser Internetzugang via WLAN, Stromanschluss sowie ein Snack- und Getränkeangebot waren in den meisten Bussen verfügbar. Außerdem zeigten sich die Fernbusse hinsichtlich der Pünktlichkeit konkurrenzfähig: Nur in Ausnahmefällen – im Test auf zwei von 24 Fahrten – trafen die Fahrgäste mehr als 15 Minuten verspätet am Ziel ein.

Verbesserungspotenzial besteht bei den Fernbuslinien dennoch. So deckte der Test auf, dass Fahrten für mobilitätseingeschränkte Personen nur selten problemlos möglich waren. „Große Höhenunterschiede beim Einstieg oder schwer zugängliche Toiletten stellten eine Herausforderung dar – für gehandicapte Menschen, aber auch für Senioren“, legt Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität, den Finger in die Wunde.

Erstaunlich hoch waren die Preisunterschiede. So lag der errechnete Kilometerpreis auf einer der untersuchten Strecken beim günstigsten Anbieter bei knapp vier Cent, beim teuersten Anbieter mussten über 26 Cent bezahlt werden. „Eine mögliche Ersparnis von 85 Prozent ist schon gewaltig. Leider hat der Kunde nicht immer die freie Buslinienwahl, da die Streckennetze sehr unterschiedlich sind“, so Marktforschungsexperte Hamer.

Testsieger der Studie „Fernbus-Anbieter 2014“ wurde ADAC Postbus (Service: „sehr gut“). Das Unternehmen überzeugte mit hervorragend ausgestatteten Bussen, einem informativen Internetauftritt und günstigen Preisen. Die gute Servicehotline sowie die schnelle Beantwortung der E-Mail-Anfragen rundeten den positiven Gesamteindruck ab. MFB Mein-Fernbus platzierte sich auf Rang zwei. Ausschlaggebend waren das beste Resultat in der Preisanalyse sowie das gute Serviceergebnis, zu dem ebenfalls die sehr gute Busausstattung beitrug. Auf der Mittelstrecke bot das Unternehmen mit knapp fünf Cent den günstigsten Kilometerpreis und überzeugte preislich auch auf den anderen Teststrecken. Berlin Linien Bus belegte den dritten Rang. Gründe für das Serviceergebnis (Qualitätsurteil: „gut“) waren insbesondere die im Vergleich beste telefonische Kontaktqualität mit relativ kurzen Wartezeiten und kompetenter Beratung sowie der gute Internetauftritt.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität analysierte acht marktrelevante deutsche Anbieter von Fernbuslinien, deren Streckennetz mindestens vier der nach der Einwohnerzahl 25 größten deutschen Städte berücksichtigte. Die Servicequalität in den Bussen wurde bei jedem Unternehmen anhand von jeweils drei Testfahrten ermittelt. Zudem erfolgten zehn Prüfungen der Internetauftritte durch geschulte Testnutzer und eine detaillierte Inhaltsanalyse der Websites eines jeden Anbieters.

Darüber hinaus wurden jeweils zehn verdeckte Interessentenanfragen über Telefon sowie über E-Mail (Mystery-Tests) durchgeführt und ausgewertet. Insgesamt flossen 272 Servicekontakte in die Analyse ein. Im zweiten Schritt wurden die Preise analysiert (Stichtag: 9. Januar 2014). Geprüft wurden die Ticketkosten auf drei Streckenprofilen (Kurz-, Mittel- und Langstrecke); die Bewertung erfolgte auf der Grundlage des ermittelten durchschnittlichen Ticketpreises pro Streckenkilometer.

Fragen, die die Welt bewegen

Worin besteht eine Erfolgsgeschichte Vogtsbauernhof, wenn heute weniger als die Hälfte der Besucher als zu Spitzenzeiten kommen und ein Bahnhof zum 50. Jubiläum angeblich ein Geburtstagsgeschenk ist, aber erst da sein wird, wenn das Museum wieder schließt? Ist es nicht so, dass den Machern außer Aktionismus nichts mehr einfällt? Wer jedes Jahr das selbe bietet, muß der nicht logischerweise an Attraktivität  verlieren? Ist der Platz für ein Freilichtmuseum nicht einfach zu klein, so daß sich Besucher gegenseitig auf den Füßen stehen? Sind nicht Neuhausen ob Eck, Freilichtmuseen im Elsaß und in der Schweiz bessere Gegenbeispiele?

Das Tagesgericht

So sehen die Meilensteine aus, die stets von Lokalpolitikern beschworen werden.

Roland Ries verteidigt Straßburger Rathaus
Im zweiten entscheidenden Wahlgang hat der Sozialist Roland Ries sein Amt als Bürgermeister von Straßburg knapp verteidigt. Im ersten Wahlgang hatte die konservative Fabienne Keller,  vor Ries schon einmal Bürgermeisterin, noch knapp vorne gelegen. Ergebnis nach 142 Bezirken von 143: Fabienne Keller (UMP UDI MoDem) : 45,08 %, Jean-Luc Schaffhauser (RBM-FN) : 8,01 %, Roland Ries (PS-EELV) : 46,89 %.

VHS-Vortrag: Eine Reise mit Heißluftballon und Postkutsche
(Stadt Lahr. Zu den Lahrer Höhlenmenschen?)

Die Ortsteile müssen zurückstecken
Schuldenfreiheit und Freizeitbad-Neubau haben ihren Preis: Etliche Investitionswünsche müssen in die Warteschleife.
(Badische Zietung. Kann niemand rechnen? Angesichts der hohen Offenburger Schulden ist keine Schuldenfreiheit in Sicht.)

Patentrezepte gibt es nicht
Experten diskutierten in Offenburg über mögliche Wege aus dem Pflegepersonal-Notstand
(Offenburger Tageblatt. Experten, die keine Ahnung haben außer darüber zu reden?)

Offenburger Stadtgeflüster
Frühling allerorten, die Natur sprießt wie nie – doch oje, oje, die Grünpflege in Offenburg bleibt ein Sorgenkind!…Zu Recht haben deshalb gleich mehrere Fraktionen bei den Haushaltsberatungen gefordert, mehr Geld in die Grünpflege zu stecken. Die Verwaltung hat dies abgelehnt mit dem Hinweis, dass man mit den TBO-Gärtnern ein völlig neues Konzept erarbeitet habe. Die Grünkolonnen sollen nun feste Bezirke zugeteilt bekommen und nicht mehr ohne exakte Zuständigkeiten im Stadtgebiet ihr Unwesen treiben…Es ist langsam zu befürchten, dass in Offenburg erst eine Landesgartenschau stattfinden muss, damit man sich mal über einen schön angelegten Grünbereich freuen darf…Achtung: Die Konzeptionitis geht um! In der Stadtverwaltung wird geplant und konzeptioniert, dass einem schwindlig wird. Das Problem: Darunter leidet die Umsetzung, weil ja nichts mehr angepackt werden darf, das nicht ins große Ganze passt…Ein Jopen brennt bis zum letzten Arbeitstag – und vermutlich auch darüber hinaus!Womit wir schon bei seinem Nachfolger wären: Die SPD, die das Vorschlagsrecht hat,­ hat sich auf Kämmerer Hans-Peter Kopp geeinigt. Der OB dürfte das recht sein:…2018 könnte es damit im OB-Wahlkampf heißen Martini kontra Kopp, falls Edith Schreiner nicht mehr antritt… Die beiden Dezernenten haben folglich noch ein paar Jahre Zeit,..WOL, LR und KEL – die alten Autokennzeichen sind ab nächster Woche wieder zu haben, und die Nachfrage ist riesengroß. Manchen ist das noch nicht genug. Sie sagen, wenn schon Heimatnummer, dann richtig, und fordern die Rückkehr des alten badischen Kennzeichens »IV B«. Was für ein Schmarrn!…
(Offenburger Tageblatt. Sollten statt Verwaltern nicht Gestalter in einem Rathaus Dienst un? Genügt eine Schreiner auf ihrem Höhepunkt des Peter-Prinzips? Warum sieht in OG alles nach Sozialsmus und Planwirtschaft aus,obwohl gerade die Natur sich normalerweise nicht danach richtet? Die Landesgartenschau kännteG haben aus Lahr, denn die gehen damit gerade unter. Dort kümmert sich auch niemand um ein Vorschlagsrecht: Was der SPD-OB vorschlägt, wird abgenickt, sogar ein SPD-Bürgermeister.In Lahr herrscht sozialistischer Einheitsbrei.)

Kinder erschaffen neue Welten
Kleine Künstler präsentierten ihre Werke in der Kunstschule / Projektfinanzierung durch Soroptimisten
(Offenburger Tageblatt.Irgendjemand glaubt diesen Schmarren?)

Hansgrohe-Erweiterung: Unmut über Grünkonzept
Eigentlich sollte der Beschluss über eine erneute Offenlage des geänderten Bebauungsplans im Zuge der Hansgrohe-Erweiterung nur Formsache sein, zumal das Unternehmen die Fläche reduziert hat. Allerdings zeigten sich die Vertreter der Ortschaft alles andere als zufrieden mit dem Grünkonzept.
(Offenburger Tageblatt. Wollen die Leute Arbeit oder grasen?)

Zell am Harmersbach
Museen starten in Saison 2014
Storchenturm und Fürstenberger Hof öffnen ihre Pforten
(Offenburger Tageblatt. Neues Altes?)

Leipold-Wasserkraftanlage: Modernisierung fast fertig
1,5 Millionen-Euro-Etappe bald abgeschlossen / Offener Kanal wird zugeschüttet
(Offenburger Tageblatt.Kostet,bringt nichts und stört die Natur.)

Seitenhieb auf Bildungspolitik
Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac und Thorsten Frei in Oberwolfach / Kritik an Gemeinschaftsschule
Antrittsbesuch im Wolftal: Am Mittwoch waren die Bundestagsabgeordneten Kordula Kovac und Thorsten Frei in Oberwolfach. Die Christdemokraten informierten sich unter anderem über den Kindergarten, die Schule und den Wolftal-Radweg.
(Offenburger Tageblatt.Oberwolfach hat MdB? Bildungspolitik ist Ländersache, geht sie nichts an.)

Kirchturmuhr soll saniert werden
Der Steinacher Gemeinderat hat am Montag zugestimmt, Zifferblätter und Zeiger der Turmuhr an der Peter-und-Paul-Kirche in Welschensteinach instand..
(Offenburger Tageblatt.In der Kirche bleibt die Zeit stehen, und Steinach weiß sonst nicht, welche Stunde geschlagen hat?)

»Holz ist Triebfeder für den Wohlstand«
Forum der Holzfachleute aus dem ganzen Land gestern im Sägewerk Streit
(Offenburger Tageblatt. Eine Sache von Holzköpfen?)

Zeitungen im Grundstein der Festhalle gefunden
Zwei OT-Exemplare in Messingkapsel unter der Festhalle entdeckt / Botschaft aus der Vergangenheit
Eine Zeitkapsel hat am Mittwoch Bürgermeister Jürgen Nowak beim Besuch der Festhallen-Baustelle mit den Bundestagsabgeordneten Thorsten Frei und Kordula Kovac (CDU) sowie einigen Gemeinderäten in Empfang genommen.
(Offenburger Tageblatt. Blatt schon Vergangenheit? Nutzwert von MdB gesteigert?)

Telefonaktion zur Darmkrebsvorsorge
Fachärzte informierten Leser der Kehler Zeitung bei einer Telefonaktion über die Darmkrebsvorsorge
(Kehler Zeitung. Handy im Hintern?)

Alte Kinzig in neuem Gewand
Historischer Tag für Willstätt / Probeflutung fasziniert zahlreiche Zuschauer
(Kehler Zeitung.In Donaublau?)

Autobahnkreisel mit Farbe entschärfen
Seit ihrer Freigabe April/Mai 2012 kracht und scheppert es an den beiden Autobahnkreiseln an der Ausfahrt Achern. 2012 wurden 31 Unfälle gezählt und im Folgejahr 38, wovon die Kreisel jeweils hälftig betroffen waren.
(Acher-Rench-Zeitung. Kreisel krumm?)

Energie-Importe:
Merkel winkt neue Gasprojekte mit Russland durch
Deutschland soll unabhängiger von russischen Energielieferungen werden, fordert Kanzlerin Merkel. Doch nach SPIEGEL-Informationen unterstützt die Bundesregierung neue Milliardenprojekte mit Russland. Damit nimmt die Abhängigkeit von Putins Gas und Öl zu.
(spiegel.de.Hat sie bald Deutschland an der Wand?)

Russland
Will Putin jetzt auch Finnland?
Nach der Krim-Annexion hat Wladimir Putin laut seinem Ex-Wirtschaftsberater noch viel vor. Teile Georgiens, die Ukraine, Weißrussland, die Baltischen Staaten und Finnland stünden auf seiner Liste…So war etwa die Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 laut Illarionov ein „Verrat gegen die nationalen Interessen“. Putin will das nun wieder graderücken und sich das skandinavische Land zurückholen. „Die westlichen Staatsmänner scheinen vergessen zu haben, dass es einige Führer auf der Welt gibt, die andere Länder erobern wollen“, so der Ex-Wirtschaftsberater gegenüber der Zeitung.Finnland war 108 Jahre lang Teil des Russischen Reichs, wurde erst 1917 nach Ende des ersten Weltkrieges unabhängig. Da das Land kein Nato-Mitglied ist, wäre eine Invasion laut Nordatlantikvertrag kein Angriff auf alle Mitglieder des Bündnisses…
(stern.de. Und Hessen holt Lahr, Deutschland Elsaß und Lothringen, und Niederlande, und Luxemburg und die Schweiz und vieles mehr, was einstdas Heilige Römische Reich Deutscher Nation war,  und die Italiener holen sich Westeuropa und den Mittelmeerraum, und Deutschland bekommt wieder Ostpreußen…und weiter so. Wer die Soldaten hat, hat die Macht. Eine Frage der Zahl. Alles vergessen?)

 

 

Gegen kleine Wasserkraftanlagen

Angler und Naturschützer sorgen sich um die Gewässer

(lifePR) –  Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) haben gemeinsam ihre Sorge über den ökologischen Zustand der Gewässer zum Ausdruck. Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gibt verbindlich umzusetzende Ziele vor. So sind die europäischen Gewässer europaweit spätestens bis 2027 in einen guten ökologischen Zustand zu überführen.

Dies betrifft neben der Gewässerqualität vor allem den ökologischen Zustand der Gewässer. Für einen guten ökologischen Zustand sind eine Reihe von Faktoren maßgeblich, darunter in erster Linie biologische Komponenten, aber auch die Gewässermorphologie (Ausgestaltung) und insbesondere auch die Durchgängigkeit der Gewässer. Eine Vielzahl von Querbauwerken, häufig mit einer Nutzung der Wasserkraft verbunden, behindern jedoch die Durchgängigkeit der Gewässer u.a. für Wanderfische wie den Lachs, die Meerforelle und den Aal. Sie haben durch Stauwirkungen negative Auswirkungen auf die Gewässerqualität und -dynamik.

„Aus Sicht des BfN darf daher zukünftig kein Neubau kleiner Wasserkraftanlagen mehr angestrebt werden“, sagte Prof. Beate Jessel, die Präsidentin des BfN. „Denn hier stehen die gravierenden ökologischen Auswirkungen in keinem Verhältnis zur erzeugten Energiemenge und der erzielten CO2-Minderung.“

Entsprechende Vergütungsregelungen im Erneuerbaren-Energien-Gesetz, dessen Novellierung gerade ansteht, sollten daher gestrichen werden. Denn die Auswirkungen von vorhandenen Kleinwasserkraftanlagen auf die Gewässer – insbesondere hinsichtlich Durchgängigkeit und Gewässerdynamik – stünden in keinem Verhältnis zu dem damit verbundenen Energieertrag.

Der Deutsche Angelfischerverband fordert darüber hinaus eine bessere artenschutzrechtliche Gleichbehandlung der geschützten Fischarten im wasserrechtlichen Vollzug. Zur Rettung des stark vom Aussterben bedrohten Aals, er ist nach Bundesnaturschutzgesetz eine „besonders geschützte Art“ und wird durch fehlende effektive Schutzsysteme in Wasserkraftanlagen signifikant geschädigt, suchen EU-Parlament und -Kommission nach Sofortmaßnahmen zur Freimachung der Wanderwege. Eine dieser Maßnahmen könnte nach dem Beispiel der Nachtabschaltung von Windrädern bei Gefährdung von Fledermäusen analog der Schutz gefährdeter Fischarten vor Wasserkraftanlagen in Wanderkorridoren sein.

Von den rund 55 000 Querbauwerken besitzen nur etwa fünf Prozent eine Fischaufstiegsmöglichkeit. Davon wiederum erfüllt die überwiegende Mehrheit ihre Funktion nicht. Um die Ziele der WRRL zu erreichen, müssen die Gewässerstruktur und -durchgängigkeit verbessert sowie der Erhalt und die Entwicklung der Fischzönosen ermöglicht werden. Hierbei ist die ungehinderte Durchwanderbarkeit von Fließgewässern – flussauf- und -abwärts – eine notwendige Voraussetzung.

Literaturschnipsel

Titulaturen. Herr v. X. und Herr von X.

Entgegen meinen Ausführungen im letzten Artikel besagt eine Zuschrift aus dem Leserkreise: »Bürgerliche Rittergutsbesitzer dürfen auch nur ›Wohlgeboren‹, nicht ›Hochwohlgeboren‹ titulirt werden. Früher gab es nur hochwohlgeborene Rittergutsbesitzer, weil die Rittergüter eben ausschließlich in den Händen des Adels waren.« – Allerdings hatte ich nicht erklärt, daß der Titel »Hochwohlgeboren« dem bürgerlichen Rittergutsbesitzer zusteht, sondern nur, daß man ihn gewöhnlich so titulirt. Wer den Standpunkt vertritt, die Menschen so zu tituliren, wie es ihnen selbst am liebsten ist, der wird eben auch mancher bürgerlichen Offiziers- oder höheren Beamtentochter die Titulatur »Hochwohlgeboren« geben. Zum Beispiel wird[69] es für manchen Kaufmann praktisch sein, um sich die Kundschaft eitler Damen warm zu halten. Wenn ich ein Mägdelein, und zwar eines der genannten Kategorie wäre, ich würde mir einen Titel, der mir nicht zusteht, verbitten. Es ist jetzt vielfach Sitte, sich auf Adressen kurz auszudrücken. Statt des schwülstigen »Seiner Hochwohlgeboren« oder »Ihrer – Ihro ist veraltet – Hochgeboren« schreibt man jetzt oft nur die Anfangsbuchstaben »S. H.« oder »J. H.«, allerdings auf die Gefahr hin, eitle Adressaten, die an ihrer Hochwohlgeborenheit besonderes Wohlgefallen finden, zu verletzen. Mancher mit »S. H.« Adressirte wird gewiß beim Lesen des Couverts entrüstet ausrufen oder es im stillen Busen denken: »Die Mühe hätte man sich auch nehmen können, das Hochwohlgeboren auszuschreiben.« Im Militärbriefstil ist es Vorschrift, das Hochwohlgeboren zuletzt hinter den Namen zu setzen, z.B.: An den Königlichen Oberstleutnant und Kommandeur des usw., Ritter mehrerer Orden, Herrn von A., Hochwohlgeboren in Potsdam. – Aber wenn schon, denn schon! Pomphafter und feierlicher finde ich es, das »Hochwohlgeboren« voranzusetzen mit »Seiner« oder »Ihrer« und dann den Artikel »dem« oder  »der« folgen zu lassen, besonders bei Personen höheren Standes; z.B. Seiner Hochwohlgeboren dem Königlichen Regierungs-Präsidenten, Ritter p. p., Herrn von X. usw. Menschen, die sich auch in Kleinigkeiten als Freunde der Logik präsentiren wollen, werden dem unvermeidlichen Hochwohlgeboren den Teil der Adresse folgen lassen, welcher dies Geburtsattest begründet, also: Seiner Hochwohlgeboren dem Königlichen General Herrn Müller usw. und Sr. Hochwohlgeb. Herrn von A., Königlichem Regierungsassessor usw. Trotzdem der Adel keine thatsächlichen Vorrechte mehr genießt, so spielt er doch im Allgemeinen eine große Rolle in der Gesellschaft.

Letzteres kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß mancher Adelige – namentlich wenn er keine höhere Stellung bekleidet – sich am liebsten allein mit seinem Namen, ohne Angabe seines Berufes adressiren läßt. Man sagt damit stillschweigend: Seine Hochundwohlgeboren der Baron von A. ist durch seinen Namen schon so vornehm. daß es ganz irrelevant ist, ob er nun nebenbei auch noch zuzufällig Assessor oder sonst was ist. Die Hofchargen hingegen wird man fast immer auf dem Couvert führen; denn z.B. schon der Königliche Kammerherr nimmt in der Hofrangordnung eine ziemlich hohe Stellung ein, er steht über den Räten dritter Klasse und wird außer in der Hoch- und Stadtbahn meist nur erster Klasse fahren. Von geringer grammatikalischer Durchbildung zeugt es, wenn Jemand hinter dem auf der Postkarte vorgedruckten »An« fortfährt: Seiner Hochwohlgeb. Es thut dies Mancher, der sonst den Unterschied von mir und mich wohl kennt; es muß doch heißen: An Seine Hochwohlgeb. den Königlichen usw.

Titulaturen, welche den hochwohlgeborenen, den hochundwohlgeborenen Baron und den hochgeborenen Grafen überragen, sind: Exzellenz, Erlaucht, Fürstliche Gnaden, Durchlaucht. Für Mitglieder souveräner Fürstenhäuser sind außer Durchlaucht die Titel: Hoheit, Königliche Hoheit, Kaiserliche Hoheit usw.

Den Titel Exzellenz führen die Offiziere vom Generalleutnant an, die Wirklichen Geheimen Räte, die aktiven Oberpräsidenten und Jeder, der durch besondere königliche Gnade diesen Titel verliehen erhält, wie neuerdings der Präsident des Deutschen Reichstages Graf Franz Ballestrem. Den Titel Erlaucht führen die Oberhäupter weniger zum hohen Adel gehörenden gräflichen Familien und deren Frauen. Mir gefällt das Wort »Frauen« besser als das langgezogene »Gemahlinnen und Gattinnen« mit ihren tausend »n«. Im Allgemeinen gehört der Graf noch zum niederen Adel; nur wenige Familien, wie Castell, Erbach, Giech, Harrach, Isenburg-Meerholz und andere, gehören zum hohen Adel. Der älteste Sohn »Seiner und Ihrer Durchlaucht usw.« heißt, »Erbgraf«. Vielfach wird der Titel »Erlaucht« auch auf alle Mitglieder der zum hohen Adel gehörenden gräflichen Familien ausgedehnt.

Der Titel »Fürstliche Gnaden« ist jetzt fast nur noch üblich statt, »Fürstbischöfliche Gnaden« für den Fürstbischof, wenn derselbe nicht, wie der bei Kaiser und Papst in hoher Gunst stehende Fürstbischof von Breslau, Georg Kopp, als Kardinal den höheren Titel »Eminenz« hat. Die große Macht der katholischen Kirche im politischen und sozialen Leben kommt auch in dem hohen Range der katholischen Kirchenfürsten zum Ausdruck. So stehen in der Hof-Rangordnung die Kardinäle direkt hinter den Rittern des hohen Ordens vom Schwarzen Adler und noch vor den Häuptern der nicht souveränen fürstlichen Familien. Für die niedere katholische und evangelische Geistlichkeit bestehen die Titel »Hochwürden« und »Hochehrwürden«, welch letzterer eigentümlicherweise als der geringere gilt.

»Fürstliche Gnaden« ist eigentlich auch der Titel für alle jene Mitglieder fürstlicher Familien, die – streng genommen – nicht den Titel »Durchlaucht« führen dürften. Doch ist die Bezeichnung »Fürstliche Gnaden« fast gänzlich außer Gebrauch; und da man besser thut, Jemandem lieber zu viel Ehre als zu wenig zu erweisen, und da sehr Wenige wissen, welchem Prinzen der Titel »Durchlaucht« eigentlich zusteht, und welchem nicht, so titulirt man gewöhnlich alle Mitglieder fürstlicher Häuser mit Durchlaucht. Sogar der verstorbene Prinz Handjery, einstmals Regierungspräsident in Liegnitz und vorher Landrat des Kreises Teltow, wurde, wenn auch nicht allgemein, so doch vielfach Durchlaucht titulirt, obwohl Prinz Handjery aus einem der Balkanstaaten stammte, in dem die Prinzen nicht so rar wie bei uns sind, und obwohl er ausdrücklich durch eine Allerhöchste Kabinettsordre von Kaiser Wilhelm I. den Titel »Hochgeboren« erhalten hatte, also den Titel der Grafen von niederem Adel.

Von Titulaturen der Mitglieder deutscher souveräner fürstlicher Häuser sei nur Folgendes erwähnt: Kronprinz Wilhelm führt den Titel »Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit«; alle übrigen Mitglieder königlicher Häuser führen den Titel »Königliche Hoheit«, ebenso der Fürst Leopold von Hohenzollern, das Oberhaupt der bekanntlich katholischen Linie, der erblindete etwa vierzigjährige Landgraf Alexander von Hessen, sämtliche deutsche Großherzöge und Erbgroßherzöge und Gemahlinnen. Die deutschen souveränen Herzöge führen den Titel Hoheit, nur der jugendliche Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha führt als ursprünglich englischer Prinz den Titel »Königliche Hoheit«.

In den Adressen an Personen, die sozial oder staatlich einen besonders hohen Rang einnehmen, wird man sich wohl kurz fassen dürfen und die vielen Würden und Auszeichnungen, die sie durch ihre hohe Stellung natürlich besitzen, als selbstverständlich nicht zu erwähnen brauchen. Eine Auszeichnung, die man aber in nichtdienstlichen Schreiben meist erwähnen wird, ist der höchste preußische Orden, der hohe Orden. vom Schwarzen Adler. In dienstlichen Schreiben wird auf möglichste Einfachheit und Kürze gedrungen. Wie man im dienstlichen Schreiben selbst die Höflichkeitsfloskeln oder Kurialien vermeidet, so faßt man auch die Adresse kurz. So sagte man mir, daß z.B. die Staatsanwaltschaft ein dienstliches Schreiben an den Fürsten Bülow einfach adressirt mit fünf Worten: An den Deutschen Reichskanzler, Berlin.

In einem nichtdienstlichen Schreiben würde man adressiren: Seiner Durchlaucht, dem Herrn Fürsten v. Bülow, Kanzler des Deutschen Reiches, Ritter des hohen Ordens vom Schwarzen Adler, Berlin W. Es wäre segensreich, wenn die Kürze in dienstlichen oder amtlichen Schreiben auch etwas devastirend wirkte auf den im schriftlichen Privatverkehrüblichen Wortschwall beim Adressiren, bei den brieflichen Anreden und Schlußformeln. Man sollte auch hier nach Vereinfachung streben und zum Mindesten nicht bei jeder brieflichen Gelegenheit seinen ganzen Vorrat an Höflichkeitsfloskeln auskramen; auch kann man sich ja dann gar nicht mehr überbieten, wenn vielleicht das nächste Mal ein noch feierlicherer oder wichtigerer Anlaß zu einem Briefe an dieselbe Person vorliegt.

Uebrigens sei man beim Adressiren nicht nur gegen den Adressaten, sondern vor Allem gegen unsere Post höflich Lieber das »Hochwohlgeboren« fortlassen, als die Adresse undeutlich schreiben. Bei »Hochwohlgeboren« bemerke ich, es giebt Herren von X., die nicht für adlig gelten, und denen deshalb durch ihren Namen allein das »Hochwohlgeboren« nicht zusteht. In der Offizierrangliste wird das »von« des Adels abgekürzt gedruckt, also »v.«; bei den wenigen nichtadligen mit »von« beginnenden Namen bleibt das »von« ungekürzt stehen, z. B »von Beckerath«.

Man ist im Titulieren mit der Zeit immer üppiger geworden. Der Graf hatte ehemals das Prädikat »Wohlgeboren«, das heutzutage als niedrigstes fast ganz vermieden wird. Dahingegen ist die Sitte ziemlich verbreitet, auf der Adresse jeden, auch den Bürgerlichen, mit »Hochwohlgeboren« zu beglücken, den man zur guten Gesellschaft – ein sehr dehnbarer Begriff! – rechnet! Es ist also nachgerade die höchste Eisenbahn, daß man für den »Herren v.« ein neues Geburtsattest erfindet statt »Hochwohlgeboren«!?
(Quelle: Pilati, Eustachius Graf von Thassul zu Daxberg: Etikette-Plaudereien. Berlin 3[1907], S. 69-78. Permalink: http://www.zeno.org/nid/20003825671)