Alle Wege führen nach Lahr?

Eine Sklavenhütte auf der Landesgartenschau?

So stellt sich die Stadt Lahr ihr Römerhaus auf der Landesgartenschau vor. Erinnert das nicht an das Barackenlager, welches es in der Neuzeit in Dinglingen gab?.

(gh). Eine Landesgartenschau 2018 in Lahr kann nur ein Randereignis werden. Das zeigt schon ein Blick auf die Karte. Alle Wege führen nämlich nicht nach Lahr. Daß sie aber die Lahrer auf diesem Großereignis zum Abschied vom OB nach Rom führen sollen, wird zum Treppenwitz der Geschichte. Dinglinger Quängelei soll mit einem sogenannten römischen Streifenhaus belohnt werden. Das heißt, auf der Landesgartenschau soll eine Hütte entstehen, in der zur Römerzeit Sklaven arbeiten durften. Erinnert das nicht fatal an das einstige Dinglinger Barackenlager?

Und so müssen sich die Lahrer weiterhin einen echten römischen Gutshof vorstellen, zu besuchen bei Perl im Saarland.

Denn die Römer sind einst vorbeigezogen,meist im Galopp, haben aber auch denen einen oder anderen Handwerksbetrieb hier eingerichtet. Alles längst weg- oder abgetragen. Selbst in der nahen Umgebung gibt es mehr sichtbare Spuren als in Lahr. Denn im Aufräumen von Geschichte und ihren Spuren sind die Lahrer groß. Hilft ihnen dabei nicht zuletzt ein angestellter Historiker im Rathaus? Wer sehen will, was Römer so im Land getrieben und hinterlassen haben, darf nicht nach Lahr gehen. Überall woanders gibt es dafür Sehenswürdiges.

Der fotografische Gegenschuss auf die Toranlage zum Hof.

Was ein echter römischer Gutshof war, das lässt sich beispielsweise auch bei Perl betrachten mit der Villa Borg, kurz vor der luxemburgischen Grenze und damit schneller erreichbar als beispielsweise die Landeshauptstadt Stuttgart. Das ist echt römisch, aber nicht das Popelding, welches Lahr aufstellen will, und das so gut wie nichts aussagt über die Römer im heutigen Baden-Württemberg. Denn die lebten in Palästen und nicht in sozialistischen Hütten, obwohl die heute eher zu Lahr passen als die noch vorhandenen Villen der Händler und Industriellen aus Lahrer Blütezeit.

Voll funktionsfähiges römisches Bad.

Nicht von ungefähr hat sich die Stadt ja dagegen ein dämliches Motto auf die Fahne geschrieben: „Hier blüht Dir was!“ Denn mit Deutsch haben sie’s im Rathaus auch nicht mehr. Warum nicht gleich spanisch, wie inzwischen die Stadt jedem Kenner vorkommen muß, auf den Spuren eines OB, der wohl am liebsten in Mittel-und Südamerika zugange ist. Winkt da bald wieder ein Orden?

So sah es wahrscheinlich nicht einmal  in der kleinen römischen Villa bei Lahr aus, die an der Stelle der heutigen Burgheimer Kirche stand. Aber draußen in Dinglingen, in einer morastigen Niederrung, hätte sich kein Römer, der etwas auf sich hielt, niedergelassen. Da durften Sklaven und vielleicht auch Freie handwerkeln für die Vorbeikommenden.  

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.