Hütchenspieler in Rathäusern

Wann gleichen Bürger ihre Minuskonten aus?

lagartensee

Was darf’s denn sein? Ein Seepark für eine Landesgartenschau in Lahr? Man gönnt sich ja sonst nichts!

(gh) – Man muß nicht nur staunend einer Stadt wie Lahr zuschauen, wenn die nur so mit Millionen um sich schmeißt, die sie nicht hat. Was die sich nicht alles gönnen will. Eine Landesgartenschau, eine Wohngebietssanierung, einen neuen Park, ein neues Sportzentrum. Die Rechnung bezahlen dürfen stets andere, nicht die, die sich immer noch was Schöneres glauben gönnen zu können.

Dabei scheint es, als säßen in Rathäusern Hütchenspieler, während Bürgermeister wie Tölpel auf der Balz stolzieren und in ihren Gemeinderäten Paraden wie von Durchwinkerkrabben abnehmen. Kassensturz wird nirgendwo gemacht, und wenn, dann darf die Öffentlichkeit staunen, wie voll es unter Hütchen aussehen kann, wenn nichts darunter ist, vorausgesetzt die Zauberlehrlinge beherrschen die primitivsten Tricks. Darauf hereinfallen pflegt mindestens die Einheitspresse geballter Einfalt. Kein Wunder, daß es Offenburg auf diese Weise sogar schaffte, mit hoher Verschuldung als schuldenfrei in den landesweiten Medien zu landen.

Es muß ja nur unter den verschiedenen Hütchen so umgeschichtet und verteilt werden, daß nicht jeder gleich die Nullnummer merkt. Wer macht sich schon die normalerweise von Medienvertretern geforderte Mühe, die Bürger über ihr Konto aufzuklären? Daß überall mit ihren hart erarbeiteten Millionen nur um sich geworfen wird,  von denen, welche geschworen haben, den Bürgern, die sie vertreten sollen, nicht zu schaden,  interessiert schon niemand mehr. Wie bei der Entenjagd wird überall angefüttert, jonglieren von der Kommune bis zur EU und zurück die Zauberer nur so mit den Millionen, die sie denen rauben, die sie verdient haben,  so daß unterm Strich 70 Prozent als Gebühren und Steuern flöten gehen.  Bei solcher Fron hätten Bürgerkriege  im Mittelalter nie aufgehört.

Warum aber hält das Volk still und ruft nicht „Wir sind das Geld!“? Ganz einfach. Die Bürger merken ja gar nicht, daß sie die ihnen erwiesenen Wohltaten selber bezahlen. Wenn zum Beispiel die Stadt Lahr jeden Monat jedem Lahrer einen Brief schicken würde mit der Aufforderung, endlich das Konto auszugleichen mit den 1761 Euro, mit denen er im Minus ist, Stand Ende 2013, gäbe es vielleicht ein Erwachen. Der OB hat ja bereits Neuverschuldung von weiteren 20 Millionen Euro angekündigt. Dann nähert sich die Stadt bald einer Gesamtverschuldung in Höhe eines Haushalts. Daß hierfür der Gemeinderat verantwortlich ist und nicht der OB, scheint den Fraktionen entweder nicht zu dämmern oder sie halten die Öffentlichkeit für zu blöde, um zu merken, daß Haushaltsappelle aus dem Gemeinderat diesen selbst angehen.

Das Erwachen der Bürger wäre noch größer, wenn jeder jeden Monat eine Mahnung bekäme, sein gesamtes Deutschlandkonto mit über 25 000 Euro im Soll ins Reine zu bringen. Irgendwann, dieser Augenblick wird kommen, wird es ein böses Erwachen geben. Oder glaubt jemand, das Land wird je in der Lage sein, die immensen Schulden zu bezahlen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.