Sorgen um die elsässische Identität

Präsident des Elsässischen Kulturzentrums beim VDS in Offenburg

elsasssprache

Jean- Marie Woehrling , Präsident des Elsässischen Kulturzentrums Straßburg, (links), und VDS- Regionalleiter Erich Lienhart. 

(gh) – Mit Jean- Marie Woehrling , Präsident des Elsässischen Kulturzentrums Straßburg, ehemals Präsident des Straßburger Verwaltungsgerichts  und bis 2012 unabhängiger Experte beim Europarat in den Bereichen grenzüberschreitende Zusammenarbeit, Selbstverwaltung und Schutz der Minderheiten und Regionalsprachen, hatte die Regionalgruppe Ortenau des Vereins Deutsche Sprache (VDS ) den Fachmann für die elsässischen Belange zu Gast in Offenburg mit einem Vortrag über „Die Fusion der Regionen in Frankreich – ein Nagel zum
Sarg der elsässischen Identität?“. Fazit: Es gibt berechtigte Sorgen um die elsässische Identität.

Der Referent ging auf die drei gegenwärtigen Krisen des Nachbarlandes ein, die sich im wirtschaftlichen, politischen und administrativen (Reduktion der Regionen) Bereich verdeutlichten. Eine seit dreißig Jahren geführte Dezentralisierungspolitik, so der Woehrling, sei im Grundsatz richtig gewesen, aber praktisch fehlgeschlagen, da die Gebietskörperschaften nicht ausreichend  gestärkt worden seien. Durch die konkurrierende Kompetenzen mit zentralistischen Instanzen bedeutete dies erhebliche Reibungsverluste.

Die mit relativ geringem Budget ausgestatteten Regionen finanzierten in erster Linie Gymnasien und regionale Eisenbahnen. Sie könnten aber auch kulturelle Projekte unterstützen. Leider  nähmen die Gebietskörperschaften kaum Rücksicht auf lokale Gegebenheiten, da sie lediglich 0,3 Prozent des Haushalts für Kulturelles aufwendeten. Bisher unterstütze die Region Elsass die besondere und historisch gewachsene Entwicklung. Dies, so Jean- Marie Woehrling, wäre in einer Mega- Region Elsass -Lorraine- Champagne- Ardennes, mit einer möglichen zentralen Hauptstadt Nancy kaum noch möglich. Der sich wieder zaghaft regende Dualismus im Elsass bliebe damit wahrscheinlich auf der Strecke.

Neue Regionen würden in erster Linie die peripheren Gebiete benachteiligen, in deren Folge sich die jahrzehntelangen Bemühungen um eine Brückenfunktion des Elsass zum deutschen Nachbarn erschwerten. Die Zusammenlegung mit zwei großen Regionen, so die Befürchtung des Referenten, mit erheblich mehr Einwohnern als das Elsass, würde zwangsläufig zu einem Bedeutungsverlust führen. Angesichts vermehrter Demonstrationen unter dem Schwingen rot-weißer Fahnen und den Rufen
„ Elsass frei“ sowie den unübersehbaren Wahlerfolgen der regionalen Autonomisten, beobachte man in Paris  mit Spannung und einer gewissen Sorge, ob die Elsässer kampflos auf ihre Region verzichteten.

In jüngster Zeit ändere sich die Situation bei der jungen Generation dahingehend, daß die Eltern zunehmend Deutschunterricht in den unteren Klassen einforderten, was jedoch an der Lehrerversorgung scheitere.

In einer von Tiefgang gekennzeichneten Aussprache waren sich die Zuhörer einig, daß das Elsass aufgrund seiner langen Zugehörigkeit zum alemannischen Sprachraum einen einzigartigen Mikrokosmos darstelle, den es im Sinne der deutsch-französischen Verständigung unbedingt zu erhalten gelte. Von daher waren auch die nahezu 50 Teilnehmer von beiden Seiten des Rheins über die Ankündigung des VDS- Regionalleiters Erich Lienhart sehr erfreut, sich weiterhin mit Kultur- und Sprachthemen des Elsass zu beschäftigen.

Auf die Bäume!

Davon träumt jedes Kind – Worauf Häuslebauer in luftiger Höhe achten sollten

baumhoch

(lifePR) – Endlich ist Frühling: Da wäre ein Baumhaus im eigenen Garten doch mal etwas ganz besonderes. Wohl kaum ein Kind, das nicht davon träumt. Immer mehr geschickte Eltern stellen sich der Aufgabe. Im Fachhandel gibt es sogar schon Bausätze zur Eigenmontage zu kaufen. Bevor das Traumhaus von den Kleinen und Großen aber bezogen werden kann, sollten einige Dinge beachtet werden. ARAG Experten sagen, was wichtig ist.

Sicherheit geht vor
Wichtig ist zunächst, einen Baum auszuwählen, der groß und stabil genug ist, um das Baumhaus sicher zu halten. Bestehen hierbei Zweifel, sollte das Baumhaus mit zusätzlichen Stützen abgefangen werden, die sicher im Boden verankert sind. Bei größeren Kindern ist eine Leiter oder eine Strickleiter eine ideale Möglichkeit für den Aufgang. Da der Boden unter dem Baumhaus schnell austrocknet und dadurch sehr hart wird, sollte am Fuß des Aufgangs außerdem eine Schicht aus Sand, Rindenmulch oder Kies aufgefüllt werden, die eine mögliche Landung etwas abfedert. Bei kleineren Kindern ist eine richtige Holztreppe die sicherste Alternative. Soll das Baumhaus eine „Veranda“ besitzen, sollte diese mit einem mindestens 75 cm hohen Geländer ausgestattet sein. Dessen Streben dürfen nicht weiter auseinander liegen als 10 cm; so ist sichergestellt, dass kein Kind versehentlich herunterfallen kann.

Podest als solides Fundament
Der erste Schritt beim Bau eines Baumhauses ist die Anfertigung des Podests. Dieses muss sicher und stabil sein, um den Belastungen später standhalten zu können. Dafür werden zunächst zwei starke Bohlen (50 x 150 mm) mit Schlüsselschrauben an dem Baumstamm befestigt. Auf diese zwei Bohlen werden dann im rechten Winkel zwei weitere Bohlen genagelt. Dadurch sind Form und Größe des Podests vorgegeben. Hierbei sollte man auf eine absolut waagerechte Ausrichtung achten. Um die Bohlen wird anschließend ein Rahmen aus den gleichen starken Bohlen gebaut.

Als zusätzliche Stützen werden dann aus etwas dünneren Bohlen (50 x 100 mm) Streben zugeschnitten, die an der Plattform und am Baumstamm befestigt werden. In dem Rahmen werden nun Zwischenträger aus den etwas dünneren Bohlen gesetzt. Die Abstände sollten dabei höchstens 40 cm betragen. Diese Zwischenträger stabilisieren das Podest und dienen als Auflage für den Bodenbelag. Danach kann der Boden verlegt werden. Soll das Baumhaus eine Falltür als Einstieg haben, wird diese natürlich ausgespart.

Der Aufbau auf dem Podest
Für den Aufbau des Baumhauses auf das Podest werden zuerst vier durchgehende starke Hölzer (100 x 100 mm) als Eckposten montiert. Dazwischen werden auf die gewünschte Länge zugeschnittene Hölzer gesetzt. Darauf wird als oberer Abschluss ein Rahmen aus den stärkeren Bohlen vom Podestbau gebaut. Als zusätzliche Stützen für das Dach werden ausgehend von den Eckposten zum Rahmen hin Streben befestigt. Auf die Dachkonstruktion werden nun Dachlatten genagelt, die als Auflage für die Dacheindeckung dienen.

Fertig ist das Baumhaus Dann können die stolzen Eigenheimbesitzer ihrem Baumhaus den ganz persönlichen Look verleihen und nach der Montage der Leiter oder Treppe mit der Einweihungsfeier beginnen.

Baugenehmigung?
Für ein einfaches Baumhaus, das den gängigen Sicherheitsverordnungen entspricht, benötigt man keine Baugenehmigung. Anders kann es allerdings aussehen, wenn man einen mehrstöckigen Baumpalast plant, der unter Umständen auch die nachbarlichen Grundstücke beeinflusst oder die Nachbarn durch einen unzumutbaren Schattenwurf beeinträchtigt oder belästigt. Für besonders große Baumhäuser kann man beim Bauamt erfragen, ob die Errichtung ohne Baugenehmigung statthaft ist. Die Einwilligung der Nachbar sollte man im Sinne einer guten Nachbarschaft sowieso einholen. Welche Grenzabstände bei der Errichtung eventuell einzuhalten sind ist laut ARAG experten von Bundesland zu Bundesland verschieden. Auskunft erteilen die heimischen Bauämter.

Das Tagesgericht

bootpoliizei

Nicht immer schwimmt die Polizei.

Demo: Landwirte kämpfen gegen Mindestlohn
Großdemonstration von Landwirten beim Obstgroßmarkt Mittelbaden in Oberkirch
…Auch Guido Wolf, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl 2016, betont, hinter Winzern und Landwirten zu stehen. »Am 14. April gibt es ein Gespräch mit Volker Kauder, danach mit Andrea Nahles«, kündigt er ein Treffen mit der SPD-Bundes-Arbeitsministerin an…
(Miba-Presse. Die CDU regiert mit Merkel und hat den Mindestlohn beschlossen. Ist Wolf für die Kanzlerin eine Nullnummer? Mit Kauder spricht er nicht, wenn sie sich in Tuttlingen dauernd begegnen? Wann macht er wieder seinen Job als Wahlkreisabgeordneter? Anderes ist für ihn einige Nummern zu groß.)

Aus dem Tunnel auf den Markt
Rund zehn Prozent der OGM-Erdbeeren kommen aus verfrühtem Anbau / Durchschnittliche Ernteerwartung
(Miba-Presse. So schmecken sie auch.)

Alle schauten auf eine Lehrerin
Am letzten Tag vor den Osterferien standen an Oberweiers Grundschule gleich mehrere im Rampenlicht: Der Frühling, Mozart und Lehrerin Karin Fritschmann, die im Rahmen des Frühlingsfestes ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feierte.
(Lahrer Anzeiger. Dass die nicht 25 Jahre feiert und auch noch nicht 25 Jahre unterrichtet, kriegt eine Redaktion nicht mit? Was soll sie sonst machen außer Beamtin?)

Satter Überschuss in der Kasse
Der Turnverein Lahr hatte Generalversammlung / Der Vorstand wurde komplett wiedergewählt
(Lahrer Anzeiger. Geldsammler- statt Sportverein?)

Auch bei der Vermarktung gut
Bei einer Feierstunde hat sich Jürgen Ennker, Chef-Herzchirurg am  Lahrer Herzzentrum, am Samstagvormittag nach 20-jähriger Tätigkeit aus Lahr verabschiedet…
(Lahrer Anzeiger. Wer hat wen vermarktet? Kein Wort über Gründe?)

Schulleiter beobachtet Trends bei Abi-Partys mit Sorge
Nach der Prüfung ist vor der Party: Einige Abiturienten der Heimschule Lender in Sasbach im Ortenaukreis haben neulich mit ausufernden Feierlichkeiten für Aufsehen gesorgt. Was sagt der Schulleiter?
(Badische Zeitung. Vielleicht sollten mal Schulleiter und Schulen mit Sorge betrachtet werden, wenn sie nur zugucken?)

Nieselregen auf Frühlingsblumen
Der Blütensonntag leidet unter Wind und Wasser.
(Badische Zeitung. Wollen Leser für ihr Geld Berichte über das gestrige Wetter?)

Polizisten finden Marihuana im BH einer jungen Frau
(Badische Zeitung. Was haben sie da zu suchen?)

Beim Transport setzt man auf christliche Partner
Der Verein „Schublade 10“ zieht erstmals Bilanz.
Auf ein erfolgreiches erstes Jahr seit Gründung des Vereins „Schublade 10“ haben die Mitglieder bei der Hauptversammlung zurückgeblickt. Die Vorsitzende Angelika Reichenbach-Koralegedara verwies auf knapp 4000 Kartons, die verpackt wurden:…Im Schnitt kommt der Verein auf mindestens 80 Kartons pro Woche, dazu blaue Säcke mit Decken und Kopfkissen. Die gepackten Kartons machen sich auf die Reise nach Rumänien und in die Ukraine...
(Badische Zeitung. Gute Nacht, christliches Abendland!)

Freiburg-Marathon: Ohne die Ehrenamtlichen geht nichts
Mit Routine und vereinten Kräften: Viele Akteure tragen dazu bei, dass die 11.137 Teilnehmer am Marathon gut durch die Stadt kommen. Ein Blick hinter die Kulissen
(Badische Zeitung. Wer kassiert?)

Unwetter
Sturm und Regen – aber keine Schäden im Schwarzwald
(Badische Zeitung. Und ein Sack Reis in Peking umgefallen.)

Strobl greift Grün-Rot an
Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag von SWR und StZ liefern den Parteien Stoff für gegenseitige Angriffe. Und Stefan Mappus schließt eine Rückkehr in die Politik nicht aus.
(Stuttgarter Zeitung.Wer? Hat er nicht auch aussichtslos Wolf angegriffen? Machen sie jetzt das CDU-Duo Infernale?)

Deutlich mehr Asylverfahren
Die Zahl der beim Stuttgarter Verwaltungsgericht eingegangenen Asylverfahren hat im vergangenen Jahr um 57 Prozent zugenommen. Die Anerkennungsquote ist von 14,9 auf 10,8 Prozent zurückgegangen.
(Stuttgarter Zeitung. Wer bezahlt den Unfug?)

Unmut in der CDU über Kopftuch-Urteil
Nach dem Karlsruher Kopftuch-Urteil blieb es in der Landespolitik merkwürdig still. Doch nun rührt sich zumindest in der CDU Unmut über die Verfassungsrichter. CDU-Landesvize Winfried Mack hält das Urteil für falsch. Damit steht er nicht allein.
(Stuttgarter Zeitung. Der kleine Wolf hat mal wieder keine Meinung.)

Schuldenstreit
Union empört über griechisch-russisches Anbandeln
Griechenland kämpft gegen den Bankrott – und sucht Hilfe in Russland. In der Union ist man entrüstet: Statt Vertrauen und Zeit zu vergeuden, solle Premier Tsipras lieber seine Reformliste fertigstellen.
(spiegel.de. Wann empört sich Deutschland über die Union?)

Bundeswehr:
Tests bestätigen mangelnde Treffsicherheit des G36
Seit Monaten gibt es Zweifel am Standardgewehr der Bundeswehr. Jetzt haben technische Prüfungen nachgewiesen, dass das G36 ungenau wird, wenn es heißgeschossen ist. Ministerin von der Leyen ist alarmiert.
(spiegel.de.Ist es nicht erstaunlich, dass eine Waffe angeschafft wird, die nicht genügend ausprobiert worden ist, und nach 20 Jahren wird Danebenschießen festgestellt? Wann steht mal ein Minister wegen Pfuschs vor Gericht?)

PAOK Saloniki Griechenland erlässt Fußballklub von Putin-Freund Steuerschulden
Der griechische Fußballklub PAOK Saloniki ist „befreit von den Fesseln der Schulden“. Klubbesitzer und Putin-Freund Ivan Savvidis profitiert von einem Gesetz der Syriza-Regierung – so wie viele weitere Unternehmer.
(spiegel.de. EU fördert Tolland?)
Griechenlands Präsident
Sehnsucht nach der Mauer
Griechenlands Präsident Pavlopoulos weiß, wo die Wurzel aller griechischen Übel liegt: in Deutschlands Wiedervereinigung. Kanzlerin Merkel macht er persönlich für die Misere seines Landes verantwortlich – wegen ihrer „traumatischen ostdeutschen Herkunft“.
(faz.net.Jeden Tag Nachrichten aus einem Irrenhaus?)

Staatsanwaltschaft: Kopilot war vor Jahren selbstmordgefährdet
Der Kopilot der abgestürzten Germanwings-Maschine war vor seiner Karriere als Berufspilot als selbstmordgefährdet eingestuft worden und in psychotherapeutischer Behandlung. Das hat die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft bestätigt.
(faz.net.Das hat sich ja nun erledigt. Die Lufthansa auch?)

Der Irrsinn von Irsching könnte teuer werden
E.on will das Gaskraftwerk in Irsching stillegen. Es gilt als das modernste der Welt – und ist wohl auch zur Stromversorgung Bayerns unverzichtbar. Wer bezahlt den Irrsinn?
(welt.de. Sagt mal E.on, habt Ihr sie noch alle? Wieviel Steuergeld steckt drin? Wollt Ihr verstaatlicht werden?)

 

 

Neue Promillegrenze für Radler?

Ein Interview mit ARAG Rechtsexperte Tobias Klingelhöfer

radlerfussgänger

(lifePR) – Hurra, endlich Frühling! Für Freizeitradler beginnt jetzt die Saison. Und auch wer sich auf einer der ersten Grillpartys im Frühjahr ein Gläschen mehr gönnen möchte, nimmt das Rad. Denn hierzulande dürfen sich Radler bisher fast ungestraft betrinken, gilt für sie doch ein Alkoholgrenzwert von 1,6 Promille. Das wollen die Innenminister der Länder, die Deutsche Verkehrswacht, Versicherer und Fahrradclubs nun ändern. Das neue Limit für den Drahtesel soll bei 1,1 Promille liegen. ARAG Experte Rechtsanwalt Tobias Klingelhöfer erklärt die Hintergründe und weist auch auf Bedenken gegen die beabsichtigte Regelung hin.

Warum soll die Promille-Grenze für Radfahrer überhaupt gesenkt werden?
RA Tobias Klingelhöfer: Eine Studie des Auto Club Europa (ACE) hat gezeigt, dass es 2013 in Deutschland etwa 77.000 Unfälle mit Personenschaden gab, in die Fahrradfahrer verwickelt waren. 3.432 dieser Radler waren betrunken. Zudem gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass auch Radfahrer bei 1,1 Promille alkoholbedingte Ausfallerscheinungen und deutliche Einschnitte in ihrer Fahrfähigkeit zeigen. Und auch die landläufige Meinung, der Radler gefährde in erster Linie nur sich selbst, wenn er betrunken Rad fahre, war einfach nicht mehr zeitgemäß.

Welche Alkoholmengen braucht es eigentlich für 1,1 Promille
RA Tobias Klingelhöfer: Natürlich hängt dieser Wert immer von Geschlecht und Gewicht ab. Aber über den Daumen gepeilt kann man sagen, dass eine Frau mit 55 kg Körpergewicht nach vier kleinen Bieren diesen Wert erreicht hat und ein Mann von 80 kg nach etwa 6 kleinen Gläsern. Das sind ja schon Mengen, mit denen sich eine Party durchaus bestreiten lässt. Und wer mehr trinken möchte, muss halt aufs Taxi umsteigen.

Wie sehen die konkreten Strafen jetzt aus?
RA Tobias Klingelhöfer: Was bislang für 1,6 Promille gilt, soll nun bei 1,1 Promille angewendet werden. Konkret bedeutet das: Wer auf dem Rad mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut hätte, für den wäre die Fahrt beendet. Zudem droht auch für das Auto ein Fahrverbot, vorausgesetzt natürlich, dass ein Führerschein vorhanden ist. Darüber hinaus müsste der Radler für diese Straftat 250 Euro Bußgeld zahlen. Und er müsste sogar damit rechnen, ein bis zu sechsmonatiges Radfahrverbot aufgebrummt zu bekommen. In den meisten Fällen wird – wie auch beim Auto – sogar ein Idiotentest angeordnet, also die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Erst wenn man den Test bestanden hat, darf man nach dem Fahrverbot wieder auf den Drahtesel steigen. Radlern, die unter 1,1 Promille liegen und unauffällig fahren, darf die Polizei das Weiterfahren aber nicht verbieten.

Was geschieht, wenn Radler nur leicht alkoholisiert einen Unfall bauen?
RA Tobias Klingelhöfer: Eins steht versicherungstechnisch ganz klar fest: Wer betrunken mit dem Rad einen Unfall verursacht, den trifft zumindest eine Teilschuld und er riskiert seine Versicherungsleistungen. Dazu muss man nicht einmal Hauptverursacher sein. In der Regel tritt aber die Haftpflichtversicherung ein – außer, der Schaden wurde vorsätzlich verursacht, dann muss die Versicherung natürlich nicht zahlen.

Gibt es Argumente gegen die beabsichtigte, niedrigere Promillegrenze?
RA Tobias Klingelhöfer: Natürlich, die gibt es. Und sie sind durchaus berechtigt. So gibt es beispielsweise die Anmerkung, dass sich Radfahren aus Promille-Sicht jetzt nicht mehr richtig ‚lohnt‘. Wenn ohnehin Sanktionen drohen, kann man ja besser gleich ins bequemere Auto steigen. Und es gibt eine weitere ganz praktische Frage, die sich stellt: Wer soll radelnde Alkoholsünder überwachen? Die Polizei kommt aus Personalmangel jetzt ja schon kaum hinterher, betrunkene Autofahrer aus dem Verkehr zu ziehen.