80 Millionen Paare

Neuer Brutvogelatlas liefert umfassenden Datenfundus

haubentaucher

(lifePR) – Die Kartierung von 80 Millionen Brutpaaren und damit mehr als 400.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken in „ADEBAR“, dem neuen Atlas Deutscher Brutvogelarten. Damit liefert das Werk einen umfassenden Datenfundus zu allen 280 in Deutschland brütenden Vogelarten. Es belegt dabei unter anderem, dass Buchfink und Amsel die häufigsten Arten sind. Vorgestellt wurde der Brutvogelatlas von der Stiftung Vogelwelt Deutschland und dem Dachverband Deutscher Avifaunisten in Bonn.

Das 800-seitige Werk entstand in mehr als zehnjähriger Arbeit und beschreibt die Verbreitung aller in Deutschland auftretenden Brutvogelarten. ADEBAR ist nicht nur das Ergebnis eines der größten Kartiervorhaben, zu dem jemals in Deutschland zur Mitarbeit aufgerufen wurde. Dem Projekt wurde eine Begeisterung entgegengebracht, die alle Erwartungen übertraf: Mehr als 4000 Ehrenamtliche beteiligten sich an den Bestandserhebungen. Im Durchschnitt steuerten jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter deutlich mehr als 100 Stunden Feldarbeit bei. Rund 600.000 ausgewertete Datensätze, die auf mehr als vier Millionen kartierten Vogelrevieren basieren, liegen den Verbreitungskarten zugrunde.

„Ich bin beeindruckt, zu welchen Leistungen die Bürgerwissenschaft, neudeutsch auch ‚Citizen Science‘ genannt, fähig ist. Dank dieses enormen Engagements steht uns jetzt ein Datenfundus zur Verfügung, der umfassend Auskunft über den Zustand der Natur gibt und unverzichtbare naturschutzrelevante Erkenntnisse liefert“, erklärte Prof. Beate Jessel. Die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) erwies allen Beteiligten an dem Mammutprojekt größte Anerkennung, als sie das Werk im Rahmen einer Festveranstaltung im Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Empfang nahm.

Auch die „nackten Zahlen“ zur Bestandssituation der heimischen Vogelarten sind beeindruckend: Aktuell brüten 280 Vogelarten in Deutschland, davon regelmäßig 248 einheimische Arten. Der Rest verteilt sich auf unregelmäßig brütende oder gebietsfremde Vogelarten. Insgesamt brüten hierzulande rund 80 Millionen Vogelpaare. Damit entfällt auf jeden Einwohner Deutschlands ein Vogelpaar. Die mit Abstand häufigsten Arten sind Buchfink und Amsel mit jeweils über acht Millionen Paaren, gefolgt von der Kohlmeise mit mehr als fünf Millionen Paaren. Zusammen mit 19 weiteren Arten, deren Bestände über eine Million Paare erreichen, machen sie 80 Prozent aller in Deutschland brütenden Vögel aus.

Diese Arten sind nicht nur sehr häufig, sondern auch weit verbreitet. Etwa ein Fünftel aller einheimischen Brutvogelarten besiedelt mehr als 90 Prozent der Landfläche Deutschlands. Auf der anderen Seite stehen mit knapp 100 Arten etwa doppelt so viele, die auf weniger als zehn Prozent der Landesfläche brüten. Davon sind viele Arten stark gefährdet, wie der Seggenrohrsänger, dessen Bestände sehr stark abgenommen haben und nur mithilfe sehr großer Schutzanstrengungen vor dem Erlöschen bewahrt werden können.

„ADEBAR versetzt uns erstmals in die Lage, Veränderungen des Brutareals von Vogelarten seit etwa Mitte der 1980er-Jahre sichtbar werden zu lassen. Gleichermaßen beeindruckend wie alarmierend ist die Erkenntnis, wie sensibel Vogelarten auf Veränderungen in ihren Brutlebensräumen reagieren können“, wies Dr. Kai Gedeon, Vorsitzender der Stiftung Vogelwelt, auf die überraschend große Populationsdynamik einzelner Arten hin. „Die Art mit der größten Be-standsabnahme seit Mitte der 1980er-Jahre ist das Rebhuhn, die Art mit den größten Arealverlusten die Haubenlerche, dicht gefolgt vom Vogel des Jahres 2013, der Bekassine. Es gibt aber auch positive Entwicklungen: Das Schwarzkehlchen hat sich stark ausgebreitet“, bilanzierte Gedeon. Insgesamt überwiegt aber der Anteil an Arten, deren Brutareal schwindet.

„Offenkundig ist, dass viele Arten der Agrarlandschaft weite Bereiche des noch in den 1980er- Jahren besiedelten Brutareals geräumt haben“, betonte Bernd Hälterlein, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten. Betroffen sind vor allem Arten des Feuchtgrünlandes, aber auch solche des zunehmend industriell bewirtschafteten Ackerlandes. Uferschnepfe und Wiesenpieper haben bereits viele Brutgebiete aufgrund Entwässerung, Grünlandumbruch und der Intensivierung der Grünlandnutzung aufgegeben. Die Bestände vieler auf dem Boden brütenden Feldvögel, wie Kiebitz und Feldlerche, sind vor allem im zurückliegenden Jahrzehnt stark zurückgegangen. Regional oder lokal sind auch diese Arten bereits aus der Landschaft verschwunden. Hälterlein forderte: „Der sich in den letzten Jahren beschleunigende Niedergang auch ehemals häufiger Vogelarten der Normallandschaft – also in Allerweltslebensräumen jenseits der großen Naturschutzgebiete oder Nationalparks – muss allen gesellschaftlichen Akteuren eine Verpflichtung sein, umgehend gegenzusteuern.“

„Vogelarten sind darüber hinaus ausgezeichnete Indikatoren, mit deren Hilfe sich stellvertretend die Entwicklung der Artenvielfalt und die Landschaftsqualität messen lassen. Geht es ihnen schlecht, so sind auch viele andere Tiergruppen betroffen“, erklärte BfN-Präsidentin Prof. Jessel und forderte mehr Weitblick bei der Nutzung unserer natürlichen Ressourcen ein. „Die aktuellen Befunde verpflichten uns – abseits dringend notwendiger Analysen – dazu, nun auch Taten folgen zu lassen, um den Erhaltungszustand unserer Vogelwelt deutlich zu verbessern.“ Anderenfalls drohe ein dramatischer Verlust an Artenvielfalt, der weit über das Verschwinden einzelner Vogelarten hinausgehe. Der neue Atlas deutscher Brutvogelarten bietet hierfür belastbare Informationen und ausgezeichnete Argumentationshilfen.

Informationen zum „Atlas Deutscher Brutvogelarten“/ Bezug:
Format ca. 24,5 x 32,5 cm, gebunden, durchgehend 4-farbig, umfassende Informationen zur Brutverbreitung und zur Bestandsentwicklung zu 311 Brutvogelarten mit Verbreitungskarten. Illustrationen von Paschalis Dougalis, einführende Kapitel, Literaturverzeichnis, Namen aller Mitarbeiter, 800 Seiten.
ISBN-13: 978-3981554335
Preis: 98,00 Euro.
Das Buch kann online bestellt werden unter: www.dda-web.de
Eine Leseprobe gibt es unter: www.dda-web.de/…

Das Tagesgericht

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 Lahrer Schildbürger.

Geflecht für gutes Miteinander
Das Wort »Asyl« für Schutzort und Zuflucht steht, so mag der Wohnraum auch für die Flüchtlinge im Lahrer Asylbewerberheim – weit weg von eigener Kultur und Gewohnheiten – nicht für das stehen, was wir mit den Begriffen Geborgenheit und Heimat verbinden.
(Miba-Presse. Und wer zeigt ihnen Bahnhof und Flugplatz? Schmierereien gibt’s hier schon genug!)

Fenaco hat in Lahr Großes vor
Eine Delegation aus Lahr hat die Zentrale in Bern besucht und sich über das geplante Zentrallager auf dem Flugplatz informiert.
(Badische Zeitung.Gibt’s in Lahr zu wenige Lkw zum Anschauen?)

In der Freizeit als Indianer leben
Der Winnebago Sioux Indianclub Lahr im Ernet hat sein 50-jähriges Bestehen gefeiert / Am 8. August Tag der offenen Tür.
(Badische Zeitung. Wer schickt die Kavallerie?)

7,4 Millionen Euro mehr in der Kasse – Offenburg steht besser da als erwartet
Bis Ende 2017 nimmt die Stadt Offenburg 7,4 Millionen Euro mehr ein als erwartet. Dank recht stabiler Gewerbesteuereinnahmen sowie höherer Zuweisungen vom Land und aus der Einkommenssteuer steht der seit dem vergangenen Mai schuldenfreie Kernhaushalt damit weiter auf soliden Beinen…
(Badische Zeitung. Die Stadt ist nicht schuldenfrei, das fühlt sie nur so und keiner prüft es nach, sie hat noch immense Schulden und könnte bei 50 Millionen Gewerbesteuer an deren Abbau denken. Und wo steht Lahr seit OB Müller? Konkurrenz zu Schwanau?)

Zwei Helenen sind eine zu viel
Im Seitenpfaden sollten Straßen nach den „Müttern des Grundgesetzes“ benannt werden – doch das birgt Verwechslungsgefahr.
(Badische Zeitung. Die hat OG erfunden? Sind die jetzt auch voll Gender wie Lahr, wo sogar Hochverräterinnen an der Demokratie geehrt werden?)

Mehr Hochwasserschutz nur mit vielen Millionen Euro machbar
Studie zeigte Möglichkeiten auf, die Friesenheimer und Oberschopfheimer Bevölkerung vor extremen Überflutungen zu schützen / Große Bauwerke nötig.
(Badische Zeitung. Falsch gesiedelt.)

Im Bürgerhaus sitzt man bald besser
Gemeinderat stimmt neuer Bestuhlung für rund 24 500 Euro zu / Alte Stühle zum Verkauf
(Badische Zeitung. Wer besorgt den Kleber in Seelbach?)

Schwanauer Senioren haben geantwortet
Vier Jahre nach der ersten Umfrage unter Senioren wollte die Gemeinde erneut von ihren Bürgern wissen, wie sie sich das Leben im Alter vorstellen. Überraschend: Die Älteren wünschen sich ein größeres kulturelles Angebot.
(Badische Zeitung. Dumme Fragen, dumme Antworten. Was machen jetzt die Frühvergreisten damit?)

Wärme in der Trauer
Umgestaltung in der Dörlinbacher Einsegnungshalle auf Initiative einer Bürgerin.
(Badische Zeitung. Kulturfreie Zone im Schuttertal? Was macht katholischer Kinderkitsch in einer Gemeindehalle? Heiligenscheine für Scheinheilige?)

Ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse
34 Ortenauer Einrichtungen nehmen am EU-Programm teil -Jetzt bewerben
(Stadtanzeiger. Ist der Mensch eine Ziege? Muß jeder ernährungswissenschaftlicher Unfug propagiert werden?)

Campus Galli: Mittelalter mit Toilettencontainer
Das Projekt Campus Galli geht in die dritte Saison: In Meßkirch soll nach dem alten St. Galler Klosterplan eine mittelalterliche Stadt errichtet werden – mit Arbeitsmitteln des 9. Jahrhunderts.
(Badische Zeitung. Gibt’s auch eine Ehrenzelle für zwei große Meßkircher-Freiburger Nazifreunde?)

Strittige Termine
Landtagspräsidium rügt CDU-Kandidat Wolf
Weil er Termine wahrnimmt, zu denen er als Parlamentspräsident eingeladen worden war, hat der CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf vom Landtagspräsidium eine Rüge kassiert.Zwischen CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf und den Regierungsfraktionen ist heftiger Streit entbrannt. Mit grün-roter Mehrheit rügte das Landtagspräsidium CDU-Fraktionschef Wolf, weil er Termine wahrnimmt, zu denen er in seiner früheren Funktion als Parlamentspräsident eingeladen worden war. Wolf wies die Kritik zurück, forderte eine Rücknahme der Rüge sowie eine Entschuldigung.Der Grünen-Politiker Uli Sckerl sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Stuttgart: „Das Forum eines überparteilichen Landtagspräsidenten darf nicht für Wahlkampfauftritte eines Spitzenkandidaten der CDU genutzt werden.“ Der CDU-Fraktionschef sollte nach Überzeugung von Grün-Rot seine als Landtagspräsident zugesagten Termine seinem Amtsnachfolger Wilfried Klenk (CDU) übergeben. Seine Fraktion denke derzeit weder an eine Rücknahme noch an eine Entschuldigung, sagte Sckerl. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel, der die Rüge beantragt hatte, ließ lediglich wissen: „Wir klären die Lage im nächsten Präsidium.“ Dieses tagt am 9. Juni. Konkret ging es um ein Grußwort von Wolf bei einem Christlichen Pädagogentag am kommenden Samstag in Walddorfhäslach (Kreis Reutlingen). Wolf will die Einladung wahrnehmen, die er noch in seiner Funktion als Landtagspräsident erhalten hatte…
(Stuttgarter Zeitung. Wer hat die Regierungsfraktionen aufgeweckt? Hat Wolf es nicht schon seit Jahren bunt getrieben mit dem Amt des Landtagspräsidenten und dies der Lächerlichkeit preisgegeben? Ihn jetzt erst zu rügen ist ein Witz. Das Mindeste ist, dass er sich entschudligt, aber der Mann hat überhaupt kein Gespür für das, was sich schickt. Tuttlinger Landratsamt!)

CDU-Fraktion standhaft
Parlamentsreform wird nicht rückgängig gemacht. Wolf appelliert, bei Altersvorsorge-Regelung zu bleiben. Modell Versorgungswerk hat derzeit keine Chance.
(Südkurier. Appell, Marsch? Nimmt den jemand ernst in der Fraktion?)

Realschüler in Heidelberg
Erst im Rausch, dann in der Klinik
In Heidelberg haben etwa 500 Realschüler auf den Neckarwiesen ihren Abschluss mit reichlich Alkohol gefeiert. Um 27 Schüler mussten sich Sanitäter kümmern, sieben kamen in eine Klinik.
(Stuttgarter Zeitung. Das ist nicht einmal untere Reife. Wo waren die Erziehungsberechtigten und die Polizei?)

Nach der Gruppenvergewaltigung in Tübingen
Palmer spricht von einem schrecklichen Einzelfall
Die Stadt sei sicher, sagt der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer nach der Gruppenvergewaltigung, bei der eine 24-Jährige von mehreren Männern mitten in der Stadt missbraucht worden war. Die Tatverdächtigen sind schnell gefasst worden.
(Stuttgarter Zeitung. Wenn’s nicht Deutsche sind, sind’s Einzelfälle? Warum wird die Herkunft der Männer immer noch verschleiert? Sie sind angeblich Deutsche, die in einer „ausländischen Sprache“ miteinander gesprochen haben.)

Erinnern, aber richtig!

hindenburg

Was würde er wohl dazu sagen, der Lahrer Pipelisteintiroler, dem es zur Zeit überall in Deutschland an die Wäsche geht, um Geschichte rein und weißer zu waschen?

Urteilsplatz

Landesgartenschau-Brücke
Erinnern an Ph. Brucker
Die CDU-Fraktion im Gemeinderat hat angeregt, der im Blick auf die Landesgartenschau noch zu bauenden neuen Brücke einen Namen zu geben…Philipp Brucker, der über 20 Jahre hinweg wertgeschätzter Oberbürgermeister Lahrs war und als Verkörperung des idealen Lahrers galt, hat sich vor seinem Tod jede Form von öffentlicher Ehrung verbeten. In der Öffentlichkeit weiß niemand, wie stringent diese Festlegung war. Wenn man einmal das Wort Ehrung beiseite lässt und es durch die Formulierung „Ausdruck einer angemessenen Wertschätzung“ ersetzt, dann wäre vielleicht ein Weg gefunden, wie man sich seiner erinnern könnte. Vielleicht könnte eine solche Einschätzung von der Familie mitgetragen werden, wenn es von Philipp Brucker selbst nicht ein definitives Nein gäbe…Brucker war ein Brückenbauer. Mithin wäre es mehr als angemessen, ihm diese Brücke zu widmen…
(Badische Zeitung. Na, wenn das keine Brückensprengung ins Lahrer Kontor ist.  Hier hat ein über vier Jahrzehnte auf einem Fleck in Lahr sitzender Redakteur namens Bruno Kohlmeyer voll in die Scheiße gelangt, wie man so schön sagt! Eine Brücke soll nach einem sehr aktiven jungen Nazi, nach einem Mitglied der Waffen-SS benannt werden? Schlimmeres fällt einem Baz-Redakteur in Lahr zu einem der verkanntesten Lahrer nicht ein, der Zeit seines Lebens an seinem Mythos gearbeitet hat, während er Alt-Lahr als Brückenabreißer der Geschichte verschwinden ließ und nur noch in Anekdoten bewahrte? Rosten Redakteure, wenn sie zu lange auf einer Stelle hocken?  Das gibt es nur in Lahr! Wenn Erinnern, dann aber richtig! Und das hat  Ph. Brucker sehr bewusst wohl nicht gewollt! Dass der CDU in Lahr nichts anderes mehr einfällt, als die Schnapsidee Namenssuche für eine überflüsse Millionenbrücke, ist bezeichnend für die Verkümmerung  einstiger guter politischer Sitten.  Die Lahrer Bruckerjubler werden Halleluja rufen, der OB wird’s toll finden, der Stadthistoriker wird den Widerstandskämpfer Brucker entdecken, denn war der nichts gegen einen zum badischen Obernazi erklärten Lahrer Ehrenbürger Wankel? Die meisten in Lahr gestrandeten Bürger wird’s wie eh und je nicht die Bohne interessieren, was auf dem Schutterhaufen der selbstgebastelten Geschichte landet.)

Feste feiern, wie sie fallen?

Rechtstipps rund um die Feiertage

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(lifePR) – Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten … die meisten Arbeitnehmer fiebern schon den Feiertagen in den kommenden Wochen entgegen. Doch des einen Freud ist des anderen Leid: Denn nicht jeder kann die freien Tage so nutzen, wie er möchte, oder freut sich über partyhungrige Nachbarn. Welche Rechte zum Beispiel Mitarbeiter an den Feiertagen haben und was sonst beim Feiern zu beachten ist, erklären Ulf Linder und Klaus Frankfurth, Partneranwälte der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG aus der Kanzlei Pfeiffer Link & Partner.

Dienst ist Dienst: Können Chefs Mitarbeiter verpflichten?
Vielen Arbeitgebern sind die Feiertage ein Dorn im Auge. Denn fehlen die Mitarbeiter, fehlt ihnen Umsatz. Seine Mitarbeiter einfach verpflichten, auch an einem Feiertag zu arbeiten, geht trotzdem nicht. „Nach den klaren Regelungen des Arbeitszeitgesetzes ist Sonntags- und Feiertagsarbeit verboten – von 0.00 bis 24.00 Uhr“, erklärt ROLAND-Partneranwalt Ulf Linder. Ausnahmen gebe es bei regelmäßiger Schichtarbeit oder bei Rund-um-die-Uhr-Betrieben wie Krankenhäusern, Hotels, Gaststätten oder Taxiunternehmen. Wenn die Mitarbeiter dafür mehr Gehalt bekommen, dann meist nur, wenn es im Tarifvertrag geregelt ist oder das Unternehmen dies freiwillig anbietet – denn laut Gesetz sind Arbeitgeber dazu nicht verpflichtet. Übrigens: Hat ein Unternehmen Niederlassungen in mehreren Bundesländern, müssen die Mitarbeiter, in deren Land kein Feiertag ist, in den sauren Apfel beißen, wie der Rechtsexperte erläutert: „Es gilt die Feiertagsregelung am Beschäftigungsort. Wer also in Bayern angestellt ist, hat an Fronleichnam frei, während der Sachse arbeiten muss.“

Brückentage: gleiches Recht für alle?
Streit entbrennt auch oft über die Frage, wer an den begehrten Brückentagen zu Hause bleiben darf. Rechtsanwalt Ulf Linder: „Grundsätzlich gilt hier das Gleiche wie bei anderen Urlaubsregelungen: Wenn ein Arbeitnehmer Urlaub beantragt, ist dieser zu gewähren. Es sei denn, es sprechen betriebliche Gründe dagegen.“ Dies ist bei Brückentagen natürlich der Fall, wenn alle Urlaub haben möchten, dann aber der Betrieb lahmgelegt wäre. „Maßstab ist dann der Gleichbehandlungsgrundsatz“, so der Fachanwalt für Arbeitsrecht. Laut diesem müssen alle gleichbehandelt werden und jeder darf einmal einen Brückentag nehmen – nicht immer nur die alleinerziehenden jungen Mütter oder Väter. Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, hat dieser bei Streitpunkten zum Thema Urlaub ein Mitbestimmungsrecht und hilft sicher gern dabei, eine Lösung zu finden.

Feiertagsruhe: zu Hause arbeiten am Tag der Arbeit?
Wohnung renovieren, im Garten arbeiten oder Wäsche waschen – Feiertage sind oft die ideale Gelegenheit, um zu Hause etwas geschafft zu bekommen. Und das nicht nur am Tag der Arbeit am 1. Mai. Doch ist das erlaubt? „An Sonn- und Feiertagen gilt Feiertagsruhe und es sind alle öffentlich bemerkbaren Arbeiten verboten, die die äußere Ruhe des Tages stören und dem Wesen des meist religiösen Feiertags widersprechen können“, weiß ROLAND-Partneranwalt Klaus Frankfurth. So ist beispielsweise in etlichen Regionen Autowaschen ebenso verboten wie Wohnungsumzüge und private Trödelmärkte. „Erlaubt sind hingegen Gartenarbeiten, wenn sie keinen Lärm verursachen, oder Tätigkeiten, die der Erholung dienen“, so der Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Tanzverbot: Feiertag gleich „Feier“-Tag?
Das „Tanzverbot“, wie es beispielsweise Karfreitag gilt, gilt an den meisten anderen Feiertagen nicht – zum Beispiel am 1. Mai oder 3. Oktober. Es darf also fröhlich in den Mai getanzt werden. Generell betrifft das Verbot sowieso meist öffentliche Feiern und Veranstaltungen, wobei hier mitunter in den jeweiligen Ländern sehr unterschiedliche Regelungen gelten. Private Partys zu Hause sind gestattet. „Doch auch hier gilt, dass die Feier nicht zu laut werden darf“, erklärt Klaus Frankfurth. „Was eine erhebliche Belästigung ist, mag zwar Ansichtssache sein, ist aber aufgrund des Nachtruhegebots ab 22.00 Uhr recht eindeutig gefasst.“ Eine Regelung wie „einmal im Jahr darf man feiern, solange man will“ sehen die Gesetze nicht vor. Allerdings gilt laut dem Rechtsanwalt auch hier: Wo kein Kläger, da kein Richter. Die beste Voraussetzung, um lange feiern zu können, sind daher tolerante Nachbarn, die man vorher informiert oder besser gleich mit einlädt.

Sitten und Gebräuche: Ist erlaubt, was gefällt?
Eine Tour mit dem Bierbike am Vatertag, „Liebesbirken“ zum Tanz in den Mai oder Picknick im Park: Mit den kommenden Feiertagen gibt es überall Sitten und Bräuche. Auch hier ist einiges zu beachten. ROLAND-Partneranwalt Klaus Frankfurth: „Beim Bierbike gelten zum Beispiel die gleichen Regeln wie beim Fahrrad: Betrunken fahren ist also verboten! Wer trinken möchte, zieht besser den altbekannten Bollerwagen hinter sich her, denn hier gilt man als Fußgänger.“ Picknicken und Grillen im Freien – ausgenommen offenes Feuer – ist auf öffentlichen Plätzen grundsätzlich da erlaubt, wo es nicht explizit durch Hinweistafeln oder Schilder verboten ist und wo keine Brandgefahr droht.

Beim Verlassen der Brennstelle muss darauf geachtet werden, dass Glut und Feuer vollständig erloschen sind. Wer sich dabei nicht an die wichtigsten Regeln hält, dem droht ein Bußgeld. „Kokeln, Wegwerfen von Abfall im Grünen und ‚Wildpinkeln‘ zählt als Verunreinigung und ist verboten. Beim Wandern sollten Wege genutzt werden, statt einfach querfeldein über die Felder zu laufen. Denn hier handelt es sich meistens um Privatflächen, die ohne Genehmigung des Besitzers nicht betreten werden dürfen“, weiß der Rechtsanwalt.

Apropos Privatflächen: Während sich die meisten Angebeteten freuen, wenn sie in der Nacht zum 1. Mai eine „Liebesbirke“ unter das Fenster gestellt bekommen, kann auch hier das unerlaubte Betreten des fremden Grundstücks Hausfriedensbruch sein.
Weitere Rechtstipps auf der Internetseite unter www.roland-rechtsschutz.de/…