Fernando BOTERO

Sammlung Würth und Leihgaben bis 15. Mai 2016 im Kunstmuseum in Erstein

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(gh) – Im Rahmen der  Ausstellung „Fernando BOTERO Sammlung Würth und Leihgaben“ präsentiert das Museum Würth in Erstein eine reiche Auswahl aus dem Werk des kolumbianischen Malers und Bildhauers Fernando Botero. Die hier gezeigten Arbeiten, die aus der Sammlung Würth und dem Atelier des Künstlers stammen, umfassen eine lange Schaffensperiode, die sich von den 1960 Jahren bis heute erstreckt.

Ende der 1940 Jahre brach der junge Fernando Botero eine Ausbildung in einer kolumbianischen Stierkampfschule ab, um sich ganz dem Zeichnen und Malen zu widmen. Das darauffolgende Jahrzehnt steht im Zeichen von Studienaufenthalten in Madrid, Paris und Florenz, wo Botero unablässig die großen Meister der spanischen Malerei und der italienischen Renaissance kopiert. Die Gemälde und Fresken von Fra Angelico, Piero della Francesca, Ucello oder Raffael verschaffen ihm stilistische Anregungen, die seinen künstlerischen Weg maßgeblich beeinflussen – sein Streben
nach schlichten, von allem Beiwerk befreiten Formen, die zentrale Bedeutung der menschlichen Gestalt, eine nahezu statische Darstellung seiner Figuren.

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1956 kommt es dann zum entscheidenden Wendepunkt: In seinem Gemälde Stillleben mit Mandoline entdeckt Botero die zentrale Bedeutung des Volumens und zögert nicht, seinen Objekten monumentalen Charakter zu verleihen. So entstehtsein einzigartiger Stil: rundliche, massige Formen, Figuren, die barocke Sinneslust
verkörpern oder Stillleben, die mit ihren überdimensionierten Früchten extravagante Üppigkeit ausstrahlen.

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Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Themen, mit denen sich der Künstler seit Jahren auseinandersetzt:  Stierkampf, Zirkus, Lateinamerika, das Stillleben, Bezüge zur Kunstgeschichte. Dabei offenbart sich die Spannung zwischen dem bisweilen satirischen Humor seiner Werke und einer gewissen Traurigkeit. Erst bei näherem Hinsehen wird dem Betrachter bewusst, dass sich hinter ihrer vordergründigen Heiterkeit oft eine soziale und kulturelle Problematik verbirgt.

Boterosutra
Der im Museum Würth ausgestellte Bilderzyklus mit dem suggestiven Titel Boterosutra schöpft seine Inspiration im Kamasutra, dem altindischen Lehrwerk über das sinnliche Verlangen. In diesem höchst unkonventionellen Ensemble bleibt Botero seinem naiv-sinnlichen Stil treu: Mehr als 80 Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen zeigen ein Paar beim Liebesakt – und dies in den verschiedensten Positionen… Mit heiterer Abgeklärtheit erzählt das Boterosutra vom rhythmischen Zusammenspiel zweier Körper. Körper, Akt, Sinnlichkeit. Diese Themen sind im Werk des Künstlers
seit jeher präsent, und so ist es keineswegs verwunderlich, dass er der Erotik hier einen ganzen Zyklus widmet.
Dieser Teil der Ausstellung ist für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet.

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Museum Würth Erstein
Dienstags bis Samstags,
von 10 bis 17 Uhr
Am Sonntags, von 10 bis 18 Uhr
Montags geschlossen
Eintrittspreise:
– Regulärer Eintritt: 6 €
– Ermässigter Eintritt: 4 € (Studenten, Senioren, Gruppen ab 10 Personen, Cézam-Karte)
– Kostenloser Eintritt: Pass Alsace, Museumspassbesitzer, Kinder unter 12 Jahren
– Jeden Samstag, Eintritt frei für alle
Führungen:
– Französisch (kostenlos): Sonntags um 14.30 Uhr
– Gruppen: 95 € (bis zu 25 Personen) + Ermässigter Eintritt (dauer 1. Stunde)
– Schulgruppen: 35 €

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