Zuschrift

minarettbajonett

Auch solche Bilder gibt’s vom Islam in der Öffentlickeit, nicht ganz unschuldig daran sind Zitate wie die, mit welchen auch ein Erdogan auftritt: “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten“, am  6. Dezember 1997 auf einer Wahlveranstaltung ein altes religiösen Gedicht von Ziya Gökalp zitierend. 1998 wurde Erdogan aufgrund dieser Aussage zu einem Jahr Haft verurteilt.

Dossier über DiTiB, größter (türkisch) muslimischer  Verband in Deutschland

Anlass für das das Dossier ist der bevorstehende Bau einer neuen DiTiB-Moschee in Lahr
Zuerst zum DiTiB Lahr:
Die „Türkisch muslimische Gemeinde zu Lahr e.V. 1982“ versucht, sich als KULTURverein zu präsentieren. Nur ungern nennt der Verein den Verband, dem die Gemeinde angehört: Den DiTiB. Dabei beginnt der Vereinsname genau damit: „DiTiB – TÜRK ISLAM CEMIYETI“. Er hat angeblich 250 Mitglieder, dessen Homepage macht aber keine Angaben darüber. Er besitzt eine Moschee in der Innenstadt von Lahr. Die Homepage ist auf Türkisch verfasst bis auf die Satzung; die Seite „Frauengruppe“ ist sprachlos, nur Bilder.

Seit Jahren will der Verein einen Neubau „KULTURzentrum & Moschee“. Die Pläne des Prachtbaus stehen auf der Homepage zur Einsicht. Sie wird am Südwesteingang der Stadt stehen, mit ihrem 30 m hohen Minarett unübersehbar. Der Vorsitzende des Vereins, Hasan Babur, outete sich mehrfach als Anhänger der AKP Erdogans, obwohl seine „Gemeinde“ laut Satzung „überparteilich“ ist. Ob das auch für den Vorsitzenden gilt? Das scheint aber seiner Mission keinen Abbruch zu tun und er lässt bisher in der Öffentlichkeit kaum Zweifel an seiner Integrität aufkommen. Unter § 4 der Satzung ist auch die Gleichbehandlung der Mitglieder geregelt. Aber der spezielle Gebetsraum für die Frauen in der neuen Moschee wird nur über einen Umweg zu erreichen sein. Behinderte Männer haben einen Rollstuhlzugang, Frauen nicht.

Unentwegt lädt der Verein die Vertreter der Stadt zum jährlichen Fastenbrechen und anderen Feierlichkeiten ein. Und nach einigen Jahren zeigte diese Gastfreundschaft Wirkung. So winkte der Stadtrat im Dezember 2015 die Moschee durch; zu Sonderkonditionen (Erbbaupacht zu Vereinskonditionen). Am neuen Gehweg, der zwischen dem Grundstück und der Vogesenstraße entlang entstehen wird, muss sich der Verein nicht beteiligen. Die Kosten trägt die Stadt Lahr.

Das „Betriebskonzept“ des Neubaus für 400 Personen ist schwer durchschaubar. Die Kapazität geht über den Wirkungsbereich der Stadt hinaus. In einem Brief vom 30.12.2013 an den OB und Stadtrat spricht der Vorsitzende von Attraktion, und von einem Besuchermagneten für 450 aus Nah und Fern, namentlich aus Frankreich, Schweiz und Österreich. Im Erdgeschoss wird es neben einer großen Caféteria bzw. Mehrzweckraum auch ein Restaurant mit türkischen Spezialitäten geben. Der Gebetsraum der Moschee selbst befindet sich im Obergeschoss, wo auch der Imam seine Wohnung haben wird.

Welche Kultur verfolgt der Verein? Der Vorsitzende ließ sich in obigem Schreiben in seinem Lamento über die Türkei im Halbfinale, Anschläge der PPK und 50 Personen in der Moschee aus, die trotz Provokationen friedlich blieben. In einem Satz lässt er die Katze aus dem Sack: „Unser Engagement geht weit über das hinaus, was in unserer Satzung steht“. Daran besteht wahrlich kein Zweifel mehr.

Aus der Satzung: Sie spricht nicht vom Bau einer Moschee, sondern spricht von Moscheen. Die gebotene Zusammenarbeit benennt ausdrücklich auch die „mit türkischen Schul- und Religionsbehörden“. Zum Gemeindezwecke gehören türkische Nationalfeiertage und Beschneidungsfeiern (auch von Mädchen?). Aufschlussreich auch das gemeinsame Essen vor Tagesanbruch im Ramadan.

Die bessere Verständigung der verschiedenen Glaubensrichtungen und der interreligiöse Dialog gehören ebenfalls zum Vereinszweck. Leider verschließen sich die DiTiB-Muslime solchen Möglichkeiten, und nehmen z.B. nicht am Lahrer Lichtermarsch teil. Vielleicht beschränkt sich das Ansinnen der Verständigung der verschiedenen Glaubensrichtungen auch auf die Muslimischen Richtungen. Damit hätte der DiTiB auch mehr als genug zu tun. Denn der DiTiB ist rein „türkisch“ ausgerichtet. Schon türkische Kurden, sunnitische Aleviten, machen einen Bogen um die aus ihrer Sicht tendenziösen DiTiB-Moscheen.     

Bundesweite Informationen zur „DiTiB“
Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DiTiB)
Quelle Wikipedia, der freien Enzyklopädie

DİTİB-Zentralmoschee in Köln
Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (türkisch Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB) ist als bundesweiter Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden. Der Verband mit Sitz in Köln-Ehrenfeld ist ein seit dem 5. Juli 1984 beim Amtsgericht Köln eingetragener Verein. Er untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten der Türkei, welches dem türkischen Ministerpräsidentenamt angegliedert ist. Er ist Gründungsmitglied des Koordinierungsrats der Muslime.

Als in der Bundesrepublik Deutschland tätiges Organ der türkischen Regierung mit religiöser und sozialer Zielsetzung vertritt die DİTİB ein Islamverständnis im Sinne des in der Türkei vorherrschenden sunnitischen Islams. Zu den Satzungszwecken der Organisation zählen die religiöse Betreuung, Aufklärung und Unterweisung der in Deutschland lebenden türkischen Muslime, Einrichtung und Unterhalt von Gebets- und Unterrichtsstätten und die Ausbildung von Laienpredigern, außerdem die Veranstaltung von sozialen und kulturellen Aktivitäten und Sprachkursen sowie die Durchführung von Berufsbildungsmaßnahmen. DİTİB unterhält außerdem einen Bestattungsfonds zur Finanzierung und Organisation der Überführung und Beisetzung verstorbener türkischer Muslime in die Türkei.

Im Gründungsjahr 1984 waren 230 Vereine angeschlossen, im Jahr 2002 waren es über 770 Moscheevereine mit jeweils ca. 130 bis 150 Mitgliedern, im Jahr 2005 waren es nach Angaben des Verbandes 870 Vereine, im Jahre 2007 über 880 und im Jahre 2014 896 Vereine. Die angeschlossenen Ortsgemeinden haben ihren Sitz zumeist in größeren westdeutschen Städten und betreiben dort Moscheen. Sie sind rechtlich und wirtschaftlich selbstständige eingetragene Vereine, die die Prinzipien und satzungsgemäßen Zwecke der DİTİB verfolgen und die DİTİB als Dachverband anerkennen. Allerdings begeben sich viele Mitgliedsorganisationen in eine verstärkte Abhängigkeit zur DİTİB-Zentrale, indem sie dieser ihre Immobilien überschreiben. Im Jahr 2001 wurden 55 von 66 Moscheeneubauvorhaben in Deutschland von Moscheegemeinden getragen, die der DİTİB angehörten.

DİTİB regelt die Entsendung hauptamtlicher Hodschas (etwa: Gemeindeleiter und Vorbeter) aus der Türkei, die als Staatsbedienstete für rund vier Jahre in die Bundesrepublik kommen und vom jeweiligen Konsulat besoldet und beaufsichtigt werden. Es wird bemängelt, „dass diese Vorbeter oft weder die genauen Lebensumstände der Türken in Deutschland kennen noch die deutsche Sprache in ausreichendem Maße beherrschen“.

Haltung zu Integration, Verhältnis zum Islamismus, Antisemitismus und Führungspersonal
Unter der Präsidentschaft von Rıdvan Çakır zwischen 2003 und 2007 legte die DİTİB besonderes Augenmerk auf ihre Darstellung als integrationsbereiter Faktor in der deutschen Gesellschaft. Die DİTİB war Mitinitiator der Massenveranstaltung „Gemeinsam für Frieden und gegen Terror“. An dieser Demonstration in Köln nahmen am 21. November 2004 über 20.000 Muslime teil. Unter den Gastrednern waren die grüne Politikerin Claudia Roth, der bayerische Innenminister Günther Beckstein und der Nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens. Ziel der Veranstaltung war es, Gewalteinsatz im Namen des Islam zu verurteilen.

2015 berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung  und Report München, dass radikale Islamisten auch in DITIB-Moscheen aktiv seien. So wurde ein Foto bekannt, auf dem ein Vorstandsmitglied der DITIB Dinslaken mit ausgestrecktem Zeigefinger posierte, einer Geste aus Salafistenkreisen. Die FAZ kritisierte, es gebe zu oft eine „stillschweigende Solidarität“ der alten Herren in den Moscheevorständen gegenüber den fehlgeleiteten, wütenden jungen Männern und Frauen.

DITIB-Mitglieder sind mehrfach durch antisemitische Äußerungen aufgefallen. So veröffentlichte etwa der DITIB Melsungen auf seiner Internetseite einen Text, in dem Juden als Diebe, Lügner, Vertragsbrecher, Prophetenmörder sowie überheblich und geizig charakterisiert werden.

Von April 2007 bis 2010 war Sadi Arslan, Botschaftsrat in der türkischen Botschaft, Vorsitzender. Generalsekretär wurde Ali Ihsan Ünlü. Erstmals wurde mit Ayten Kiliçarslan eine Frau in den DİTİB-Vorstand gewählt und sogleich zur stellvertretenden Generalsekretärin bestimmt. Sie schied allerdings bereits 2009 wieder aus dem Vorstand aus. Von 2010 bis 2012 war Ali Derre Vorsitzender, von 2012 bis 2014 İzzet Er. Seit 2014 ist Nevzat Yaşar Aşıkoğlu Vorsitzender. Qua Amt sind die Botschaftsräte für Religionsangelegenheiten der Republik Türkei in der Bundesrepublik Deutschland immer die DITIB-Vorsitzenden.

Die DİTİB unterhält eine eigene Abteilung für den Interreligiösen Dialog. Deren Leiter, Bekir Alboga, war vom 1. Oktober 2007 bis 31. März 2008 Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime in Deutschland. Seit November 2009 wird der schon länger geplante, im Vorfeld umstrittene Neubau einer Zentralmoschee auf dem Gelände der Deutschland-Zentrale der DİTİB im Kölner Stadtteil Ehrenfeld umgesetzt. Eine weitere Zentralmoschee wird im Essener Stadtteil Altendorf errichtet. Die Richtfeste beider Moscheen wurden 2011 bzw. 2012 gefeiert.

Die freie und Hansestadt Hamburg hat als erstes Bundesland im Rahmen seines Völkerrechtssubjektes einen Staatsvertrag unter anderem mit der DİTİB abgeschlossen. Geregelt werden sollen Feiertage und gewisse Rechte der islamischen Minderheit in Hamburg. Weiterhin soll das Zusammenleben der Religion und der Religionsunterricht gefördert werden.

Kontroverse um ihre Anbindung an den türkischen Staat
Laut Kritikern betreibt die DITIB die „planmäßige Islamisierung Deutschlands“ von der Türkei aus und agiert als Sachwalter staatspolitischer Interessen der Türkei.

Traditionspflege als Integrationshindernis
Levent Tezcan (Universität Bielefeld) kritisierte, eins der erklärten Ziele, „die Pflege der nationalen Identität unter den türkischen Einwanderern“, kollidiere mit den Vorstellungen eines „Euro-Islam“ bzw. „deutschen Islam“, der sich von der Herkunftskultur loslösen solle. Die damalige Sprecherin der Arbeitsgruppe Migration und Integration der SPD, Lale Akgün, kritisierte das Ziel der Traditionspflege als integrationsfeindliche „Aufforderung, sich abzusondern“. Der verstorbene Schriftsteller und Journalist Ralph Giordano vertrat die Ansicht, die DİTİB sei ein ungeeigneter Bauträger für Moscheen in Deutschland, insofern es ihr eher um die Bewahrung des Türkentums als um Eingliederung türkischer Migranten in die deutsche Gesellschaft gehe. Die DİTİB leugne zudem den Völkermord an den Armeniern und ersetze Religion durch Ultrapatriotismus.[10]

Politische Einflussnahme der Türkei
Der Journalist Jörg Lau monierte die „Nähe zum türkischen Staat“, die DİTİB sei ein „langer Arm Erdogans“. Lale Akgün warf der DİTİB „Machtgelüste” und „reaktionäre Gesinnungen” vor. Als einem Ableger der staatlichen türkischen Religionsbehörde gehe es der DİTİB nicht um Religion, sondern um die „Deutungshoheit über das Soziale”. Als Beispiel verwies Akgün auf einen später wieder aus dem Internet entfernten Leitfaden der türkischen Behörde Diyanet für „gute und vorbildliche muslimische Frauen”, worin „frauenfeindliche Vorschriften” enthalten gewesen seien wie etwa das Alleinreise-Verbot für Frauen. Auch nachdem man erklärt hatte, sie zurückgezogen zu haben, vertrieb die DİTİB weiterhin eine Islam-Fibel mit dem Titel „Erlaubtes und Verwehrtes“ des türkischen Islamwissenschaftlers Hayrettin Karaman, in welcher das Schlagen von Ehefrauen als adäquates Verhalten dargestellt wurde.

Rekrutierung der Imame aus der Türkei
Gegenstand der Kritik ist auch die Rekrutierung der Imame aus der Türkei, deren mangelnde Sprachkenntnisse und begrenzte Dienstzeit, welche die Imame daran hindern, sich mit den kulturellen Gepflogenheiten in den jeweiligen Ländern vertraut zu machen. Die neu konzipierte Imam-Ausbildung an den Universitäten in Münster, Osnabrück und Tübingen lehnte die DİTİB ab.

Moscheebauten
Die Turkologin Ursula Spuler-Stegemann warnte, es sei sonderbar, dass die DİTİB so viele Moscheen hierzulande „nach Kriegsherrn wie dem Konstantinopel-Eroberer Mehmed II. benenne“. Der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, und die Soziologin und Islamkritikerin Necla Kelek warfen dem Verband im Jahr 2007 anlässlich von Moscheebauten in Deutschland vor, mit zweierlei Maß zu messen. In Deutschland fordere man Religionsfreiheit für Muslime und baue Moscheen, in der Türkei hingegen verweigere dieselbe Behörde türkischen Christen und türkischen Aleviten den Bau ihrer Sakralgebäude und volle Religionsfreiheit.

Persönliche Einschätzungen des DiTiB
Der Verband …
versucht, nicht als „verlängerter Arm“ Erdogans wahrgenommen zu werden – vergeblich
die Personalpolitik und die Finanzierung der Imame lässt aber anderes vermuten, das Prädikat „konservativ“ beschreibt wahrscheinlich nicht ausreichend den religionspolitischen Standort des Islambilds, das politisch geprägt und von imperialen Phantasien durchaus nicht frei ist.

Wichtiger Kritikpunkt ist der: Wie kommen Islamverbände, die nur einen Teil der Muslime vertreten, zu dem problematischen Anspruch, für alle zu sprechen? Heftige Kritik gab es z.B. durch den in Hessen an DiTiB übertragenen islamischen Religionsunterricht, dessen Inhalte – so weit sie überhaupt einsichtig wurden – von Lehrern als problematisch wahrgenommen wurden.

Die öffentliche Selbstdarstellung als gesellschafts-/verfassungskonform sowie immer „gesprächsbereit“
es gab nicht nur vereinzelte Kritik an DiTiB-Vereinen / Moscheegemeinden wegen Judenhetze, Vermittlung eines nicht verfassungsmäßigen Menschenbildes (Mann/Frau, Gläubige/Ungläubige) und die Verdächtigung, dass in DiTiB-Gemeinden auch für deutlich radikalere Positionen geworben würde, bzw. sogar Propaganda für islamistische Gruppen betrieben werde.

Orientierung: Bindung an den türkischen Staat
DITIB legt Wert darauf, kein Ableger des Ministeriums in Ankara zu sein, aber de jure und de facto sind die Imame und die Vorstandsmitglieder von dieser Behörde abhängig. Konsequenterweise vertritt DITIB dann auch einen „staatstragenden“ Islam, der die laizistische Ausrichtung der Türkei befürwortet. Gemäß den türkischen Verfassungsprinzipien sind Staat und Religion getrennt, aber über die oberste Religionsbehörde kann der Staat Einfluß auf die Gestaltung und Organisation des religiösen Lebens nehmen. Und in der Vergangeheit hat der Staat wiederholt durch Gesetz und Verordnung direkt in das religiöse Leben eingegriffen. Der Eingriff konnte in der Vergangenheit sogar soweit gehen, dass von 1932 bis 1950 als Sprache des Pflichtgebetes und des Gebetsrufes anstelle des Arabischen den Imamen und den Muezzinen das Türkische vorgeschrieben wurde. Wenn in den 80er Jahren ein Wiedererstarken des Islams in der Türkei zu verzeichnen war, dann ist dieser teilweise auch von führenden Politikern unterstützt und benutzt worden. Es wurde in der türkischen Politik nie problematisiert, dass der Staat für Fragen der Religion und der Ethik zumindest eine sehr weitgehende Fürsorgeplicht, wenn nicht gar eine Aufsichtspflicht habe.

Diese Bindung an den Staat zeigt sich auch darin, dass sich Angehörige einer DITIB-Gemeinde nicht nur als Muslime, sondern auch als staatstreue Türken fühlen. Eine solche Orientierung führt dann zum Beispiel dazu, dass man in der Frage eines künftigen islamischen Religionsunterrichtes den Standpunkt vertritt, dass dieser nur in der Muttersprache der Schüler (also Türkisch) erfolgen solle und bei der Erstellung eines Lehrplanes das Ministerium in Ankara zu beteiligen sei. Auf der anderen Seite gilt dann für viele andere muslimische Gemeinden DITIB nicht als vollwertiger Ansprechpartner. Der Verband steht für sie immer im Verdacht, nach der Pfeife Ankaras zu tanzen.

Zwischen DITIB-Gemeinden und VIKZ- bzw. Milli Görüsch-Gemeinden kann es dann machmal zu regelrechten Konkurrenzsituationen und Mitgliederabwerbungen kommen. Kritisch wird es dann besonders, wenn Fragen der Religion auf die politische Tagesordnung in der Türkei kommen und die Diskussion zwischen den Gegnern und den Befürwortern des „Staatsislams“ nach Deutschland getragen wird.
Albrecht Künstle, Herbolzheim

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