Stadtgeschichte nach Grundschulart?

Lahr ist mit dem Konzept seines Heimatmuseums auf dem falschen Weg

museum16lahr

(gh) – Die fachliche Kompetenz der drei Macherinnen des Lahrer Stadtmuseums, es handelt sich um ein biederes Heimatmuseum, darf bezweifelt werden. Das Konzept erinnert an Grundschullehrplan. Offenbar sollen die Lahrer belehrend indoktriniert werden. Dass der Gemeinderat wie meist alles auch dieses Museum durchgewunken hat, obwohl die Stadt nicht das nötige Geld hat, kann niemand überraschen. Mit diesem Konzept ist die Stadt auf dem falschen Weg.

Vier Dinge sind bei der Einrichtung eines solchen Museums zu beachten: Was will ich zeigen? Was habe ich zu zeigen? Wem will ich es zeigen? Wie will ich es zeigen? Dass Stadtarchivarin Bohnert mit von der Partie ist, bisher für Museen verantwortlich, zeigt bereits einen Fehler. Denn bisher ist sie alles schuldig geblieben, was zur Kompetenz einer Museumsleiterin gehört. Auch wenn sie nicht vom Fach ist, Kompetenz lässt sich erarbeiten. Die Rumpelkammer in der ehemaligen Jammvilla ist seit Jahren kein vorzeigbares Museum mehr. Die Verantwortung für diesen Zustand trägt aber die Stadtarchivarin. Wozu sich die Stadt noch einen „Stadthistoriker“ leistet, das entzieht sich dem Verständnis des Betrachters.

Beim Konzept des Museums wird ein klassischer Fehler gemacht, der bei Historikern häufig zu beobachten ist, falls diese nicht schon von vornherein angeblich passende Puzzles zu ihrem fertigen Bild suchen.  Es wird seziert. Aber die Auseinandersetzung mit Geschichte ist kein Sezieren, keine Präsentation von  einzelnen Bäumen statt des Waldes. Gleichzeitig wird meist versucht, zu belehren. Wie Geschichte gesehen wird, hängt vom Blickwinkel der Rückschauenden ab. Deshab gibt es beispielsweise keine europäische Geschichte, sondern verschiedene Geschichtsschreibungen jeweils aus der Schau verschiedenen Länder. Wer will, kann sich auf der anderen Rheinseite davon überzeugen.

Bei der Darstellung von Geschichte sind zwei sehr wichtige Momente  zu beachten: 1. geht es um Fakten und 2. um die Erkenntnis, dass alles stets mit allem zusammenhängt. Deshalb stolpern die drei Museumsmacherinnen bereits im Erdgeschoss des Stadtmuseums. Dort wollen sie offenbar die Zeit des Dritten Reiches in einen Klotz einsperren. Dabei ist die Lahrer Geschichte wie jede Geschichte immer etwas Zusammenhängendes. Das Dritte Reich hat Vor- und hat Nachgeschichte. Das war keine Zwischenlandung von Aliens in Lahr. Kitas und Grundschulen gibt es inzwischen in Lahr genug. Die Bevölkerung braucht nicht noch eine weitere Belehrungsanstalt als Designerstück, vielleicht noch als linke Propaganda, die dann Stadtmuseum genannt wird. Auf welcher Geisteshöhe der Gemeinderat das Millionending auf Steuerzahlerkosten begleitet, zeigt sich daran, dass er schon Eintrittspreise und Öffnungszeiten festlegt, bevor das Museum überhaupt da ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.