Rotes Rathaus?

Wann startet ein Lahrer OB-Nachfolger in der parteifreien Zone?

Der Bart ist (wieder) ab.

(gh) – Er wurde einst im März 2010 als parteiloser Tiger gegen eine CDU-Amtsinhaberin zum Ersten Bürgermeister in Lahr gewählt. Inzwischen ist er rot geworden und hat sich zu den vielen Vorlegern gesellt, welche den Lahrer SPD-OB Müller seit 1997 weich durch seine Amtsjahre schreiten lassen. Der Gemeinderat hat sich davongetrollt, seine Mitglieder gehen lieber dem Eigengewerbe nach, statt sich als Bürgervertreter zu mühen. Nicken und Durchwinken, was aus dem Rathaus kommt sind noch die größte Anstrengung.

Lahr kennt auch längst keine Parteien und Fraktionen mehr, des OB Kreisel hat Linksverkehr. Ab und zu darf mal der eine der andere einen Blinker einschalten, solange es das Linksfließende nicht stört, nach Lahrer Lesart für Sozialismus gehalten. Quantitative Medieneinfalt folgt dem Schutterstrom der Zeit in seinem Kanal, der immer feste voll ist, meistens  voller Festle.

In ein paar Monaten, im Frühjahr nächsten Jahres, schlägt für den Leipziger Guido Schöneboom erneut die Stunde der Wahl im Gemeinderat. Inzwischen hat er rote Farbe bekannt, ist aus dem Sturm und Drang des Wahlabends 2010 Allerlei und Einerlei geworden. Der Erste Bürgermeister hat alles vermieden, was den Eindruck hätte wecken können, neben biedermeierlicher Spießigkeit eines egomanen SPD-OB könnte auf der baufälligen Bühne Lahrer Politik  mal wieder eine echte Persönlichkeit stehen. Aber die Stadt ist nur einer. Der duldet keine Sternschnuppen neben sich. Es scheint, gelernt ist gelernt, ein Schöneboom hat die DDR so verinnerlicht, Äußerungen von ihm untermalen dies, dass er in einer demokratische BRD als Wegweier nicht geeignet ist.

Hinzu kommt, dass das Amt des Ersten Bürgermeisters der CDU zusteht. Nachdem sich Schöneboom als Sozialist geoutet und für die SPD in den Kreistag hat wählen lassen, wäre es für die CDU längst Zeit gewesen, den Anspruch auf den Posten des 1. Hauptamtlichen Bürgermeisters anzumelden. Aber seit 2006 herrscht bei der CDU in Lahr Friedhofsstille. Es scheint, die Fraktionsvorsitzende und eine von Wählern seit Jahren als Gemeinderatskandidatin verschmähte und nicht gewählte Vorsitzende, haben die Partei in Lahr beerdigt. Offenbar haben dies noch nicht alle Mitglieder gemerkt, die es gewohnt sind, blindlings zu folgen, auch wenn aus der CDU bereits ein linker Verein geworden ist hinter einer Ex-DDR’lerin mit einschlägigen Agitproperfahrungen.

In einer parteifreien Zone wie Lahr hat es natürlich ein Einheitsblock um einen SPD-OB leicht, begleitet von einer alles bejubelnden „Presse“, selbst absurdeste Ideen und Projekte  anzupreisen oder gar zu verwirklichen. Geld spielt keine Rolle, da Lahr es nicht hat, und die Bürger irgendwann alles blechen werden müssen. Auch der Erste Bürgermeister macht die Landesschau per Pump mit. Guido Schöneboom hat sich im März 2010 wählen lassen für die Versicherung, engen Schulterschluss zu suchen mit den Bürgern. Was sonst? Diese Wahrheit der Binse verrät nur das andere Staatsverständnis in der DDR. Seit 2010 nun müssen Lahrer, welche sich für ihre Stadt noch interessieren, fragen: Worauf wartet Guido Schöneboom noch?

Warum traut er sich nicht aus dem dunklen Schatten des OB? Geht er Konflikten aus dem Weg, die sich automatisch ergeben müssten angesichts dem, was Müller unter Politik für Lahr versteht? Wenn er aber hofft, dadurch eher sich  zum Nachfolger von Müller wählen lassen zu können, – wurden so nicht politische Karrieren in der DDR gemacht? – könnte er sich getäuscht haben. Klar, er ist ein herausagender Mann auf allen entsprechenden Gruppenbildern. Dies liegt aber in erster Linie an seiner Länge. Bürgermeister Guido Schöneboom ist gewählt worden, um umzusetzen, womit er sich für den Posten 2010 beworben hat. Neben dem OB-Gemenge von Lahr blüht so nicht die Hoffnung, den Platzhalter beerben zu können, der vermutlich nach der Landesgartenschau 2018 mit dann 67 Jahren aufhören wird. . Politik geht anders, Salonsozialismus Müllerscher Prägung hat nichts mit Sozialismus zu tun, sondern ist nur das, worum es stets in der Politik geht, nämlich um die Macht. Dass Macht korrumpiert, absolute Macht aber absolut korrumpiert, da sowohl der Gemeinderat als auch die Medien ihrer Kontrollfunktion in Lahr nicht nachkommen, weiß auch die Binse.  Wer in der Politik etwas werden will, muß Eier haben in der Hose, das ist kein Job für Schmidtchen Schleicher! In Lahr gibt es viel zu tun. Lahr hat aber die wenigste Zeit in seiner Geschichte ein rotes Rathaus gehabt.

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