Eine Mordsidee

Die Ortenau-Brücke: 5-Millionen-Ding für Fußgänger in „Landesgartenschau“

Wer nicht eben zur Landesgartenschau gehen will, der kann auch über eine Brücke rauf- und runtersteigen.

(gh) – Was haben sich die Lahrer dabei gedacht,  für 5 Millionen eine überflüssige Brücke für Fußgänger und Radler in eine Verkehrsinsel hinein zu bauen, welche nächstes Jahr als „Landesgartenschau“ eröffnet wird, umtost vom Lärm zweier Budesstraßen und der Rheintalbahn, und diese dann auch noch „Ortenau-Brücke zu nennen? Und das noch als „neues Wahrzeichen“ Lahrs, obwohl das von weitem kaum zu sehen sein wird? Mangels Fluss brauchte Lahr offensichtlich sowas, denn Kehl hat ja auch eine Brücke gebaut zur Landesgartenschau. Die haben zwar den Rhein, dafür gönnt sich Lahr einen „See“, der offenbar schneller verrinnt, als dass er sich füllt.

Sie werden sich nichts gedacht haben, denn geschichtlich ist der Name Ortenau kein Ausrufezeichen, und Lahr war und ist nicht Ortenau. Dass die Gegend rechts des Rheins zwischen Baden-Oos und Herbolzheim früher Mortenau hieß, hat bereits im 16. Jahrhundert einen Chronisten auf die Idee gebracht, den Namen dieser zurückgebliebenen zersplitterten Region von kriminellen Aktivitäten herzuleiten:

„Die Mortnaw, so geheißen, weil dort gar vill Mords- und Diebsgesindel hauset …“. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verlor die Mortenau ihr „M“. Die Bezeichnung Mortenau als Gaulandschaft existiert bereits 763 als Mordunouva bzw. Mori-dunum, keltisch Sumpf-Festung. Namensgeber soll eine Befestigung auf der vorspringenden Erhebung bei Ortenberg sein, auf der heute das Schloss Ortenberg steht.

Noch sind sie nicht über dem Zubringer zusammengekommen, die beiden Brückenschläge.

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