Seneca und Angela Merkel

Er kannte seine Pappenheimer und seine Pappenheimerinnen

(gh) – Glaubt mir, es steht mit den politischen und privaten Angelegenheiten gleich. Sind die Geschäfte leicht und handlich, so hat der Handelnde leichtes Spiel, da sich alles ihm fügt. Sind sie aber überwältigend und außerhalb der normalen Reichweite Verhältnis desjenigen, der sie führt, so ist es schon schwer für ihn, sie überhaupt in Angriff zu nehmen.

Und hat er sich darauf eingelassen, so lasten sie schwer auf ihm  und reißen ihn mit sich fort. Scheint es, als hätte er sie schon im Griff, scheitern sie zusammen mit ihm. So kommt es denn, dass häufig der gute Wille nichts ausrichtet, wenn jemand schwierige Dinge anpackt, für deren Bewältigung sein vorhandener gute Wille allein nicht ausreicht

Wer sich auf ein Unternehmen einlässt, sollte genau die eigene Kraft abschätzen können  wie auch die Bedeutung der Aufgabe und deren Einfluss auf einen selbst. Denn Ärger und  Reue über ein misslungenes Werk wird unwirsch machen. Es kommt dabei sehr auf das Naturell an: Ist es hitzig, kühl oder unterwürfig? Einen von sich Eingenommenen wird Misserfolg zornig machen einen Schlaffen und Trägen dagegen eher traurig und mutlos stimmen.

Unsere Handlungen dürfen also weder kleinlich noch verwegen und ungeheuerlich sein. Unsere Hoffnung sollte sich in engen Grenzen halten. Wir sollten nichts unternehmen, das, falls es gelingt, uns  darüber wundert lässt,  dass es uns geglückt ist.
(Lucius Annaeus Seneca, Erzieher und Berater Neros, Philosoph, Dramatiker, Naturforscher, Politiker, Schriftsteller, Redner)

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