Offener Brief an den Lahrer OB

Für den Lahrer OB eine Kirche?

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

in der Presse wird u.a. Folgendes aus Ihrer LGS-Eröffnungsrede zitiert:

„Lahrs Zuwanderergeschichte beginnt mit den ersten Katholiken, die im 19. Jahrhundert aus dem Schuttertal gekommen sind. Die kleine Gemeinde hat sich gleich eine große Kirche hingestellt. So viel zum Thema Moschee.“

Diese sicher launig gemeinte Bemerkung hat bestimmt nicht nur bei mir äußerstes Befremden hervorgerufen. Sie vergleichen den Bau der katholischen Kirche St. Peter und Paul in Lahr im 19. Jahrhundert mit dem türkisch-islamischen Kulturzentrum mit Moschee, das am Eingang der Landesgartenschau in seiner ganzen Größe und Pracht nicht zu übersehen ist. Durch eine glückliche Fügung liegt der Haupteingang der Landesgartenschau sogar noch direkt neben der Moschee.
So viel zum Standort der Moschee.

Sie wollen doch wohl nicht allen Ernstes die Katholische Kirche mit dem umstrittenen und stets in der Kritik stehenden Islamverband DiTiB vergleichen? Die DiTiB e.V. in Köln steht als Dachverband der örtlichen DiTiB-Moschee-Gemeinden für den politischen türkischen Islam und hat keinen Religionsstatus. Erdoğans Religionsbehörde Diyanet in Ankara wacht über die DiTiB und schickt regierungstreue Beamte als Imame nach Deutschland, wo sie in den DiTiB-Moscheen darauf achten, dass alles nach Präsident Erdoğans Wünschen läuft und wo der eine oder andere Imam sogar Spionage für Erdoğan betreibt.
So viel zu Erdoğans langem Arm, der bis nach Deutschland reicht.

Ob Sie es nun wahrhaben wollen oder nicht: Erdoğans Einfluss reicht auch bis in die Lahrer Moschee. Das zeigt sich schon am mangelnden Respekt gegenüber der Stadtverwaltung und behördlichen Anordnungen. Trotz Baustopps wurde ungerührt weitergearbeitet. Bauarbeiten an Sonn- und Feiertagen? Warum nicht? Erdoğans Schützlinge nehmen sich dieses Recht einfach heraus. Die Moscheebetreiber als einfache Lahrer Bürger zu bezeichnen, greift zu kurz. Sympathiebekundungen des Vorstandes für Erdoğan waren schon in der Lahrer Presse zu lesen.
So viel zur politischen Gesinnung der Moschee-Betreiber.

Erdoğan führt gerade einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg in Syrien, und trotzdem hat sich der Türkisch-islamische Verein nicht von der DiTiB und somit von Erdoğan losgesagt. Es gibt DiTiB-Moscheen in Deutschland, wo Kinder vom Imam angehalten werden, in der Moschee für den Sieg des Heerführers zu beten. Auch Kinder in Militäruniformen hat man kürzlich in einer Moschee beim Kriegsspielen beobachten können unter dem Beifall der stolzen Eltern.
Soviel zum Thema DiTiB-Moschee.

In der Türkei werden immer mehr Klöster und Kirchen enteignet und für weltliche Zwecke umgewidmet. Der Anteil der Christen in der Türkei ist von ehemals 25% im 19. Jahrhundert auf gerade noch 0,2% gegenwärtig gesunken. Das passiert, wenn der Islam auf Christen trifft. Letztere ziehen den Kürzeren, wie jetzt auch wieder vor wenigen Wochen in Nordsyrien, wo Christen bei Erdoğans Angriffskrieg getötet und vertrieben wurden.
So viel zum Unterschied zwischen Christentum und Islam.

Ulla Steiner

 

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