Betrug und Untreue

Staatsanwaltschaft Mannheim klagt früheren katholischen Dekan von Lahr an

(gh) – Der Fall hat in Lahr für Furore gesorgt, als bekannt wurde, dass der katholische Dekan, der vor einem Jahr laut Kirchenmitteilung „aus gesundheitlichen Gründen seine Aufgaben als Pfarrer und Dekan ab Anfang September abgeben“ werde, im Dezember 2017 in Untersuchungshaft kam. Nun hat die Staatsanwaltschaft Mannheim Anklage erhoben. Wie es in einer Pressemitteilung heißt  „gegen katholischen Priester wegen des Verdachts des Betruges, der Untreue sowie der Urkundenfälschung“.

In der Pressemitteilung heißt es: „Die Staatsanwaltschaft hat beim Landgericht Mannheim – Wirtschaftsstrafkammer – Anklage gegen einen katholischen Geistlichen erhoben. Diesem wird Betrug in 88 Fällen, die größtenteils auch als Untreue und Urkundenfälschung gewertet wurden, sowie ein weiteres Vergehen der Untreue zur Last gelegt.  Dem lediglich ehrenamtlich für einen Caritasverband tätigen Angeschuldigten wird vorgeworfen, zwischen dem 07.01.2013 und dem 20.04.2017 unter Verwendung von Briefköpfen zweier ausländischer Firmen 72 Rechnungen an den Caritasverband mit einem Gesamtrechnungsbetrag von 195.532,50 € für angebliche Leistungen im IT-Bereich gefertigt zu haben. Ohne formale Zuständigkeit soll er die Rechnungen als sachlich ordnungsgemäße Inrechnungstellung einer Fremdleistung gekennzeichnet haben, was zu der Überweisung der jeweiligen Rechnungssummen auf ausländische Bankkonten durch gutgläubige Mitarbeiter des Caritasverbandes führte. Die Anklage geht davon aus, dass der Angeschuldigte 164.850,00 € letztlich selbst erhalten hat.

Der Angeschuldigte soll darüber hinaus im Rahmen der Abrechnung einer von ihm für den Caritasverband geleiteten Veranstaltungsreihe in der Zeit vom 14.10.2013 bis zum 23.01.2017 in elf Fällen nicht entstandene Auslagen in der Gesamthöhe von 16.921,30 € und im Mai 2017 einen nicht gerechtfertigten Vorschuss in Höhe von 5.000 € gefordert und zu Lasten des Caritasverbandes erhalten haben.

Weiterhin soll der Angeschuldigte in mindestens vier Fällen bewusst wahrheitswidrig gegenüber einer Ordensgemeinschaft vorgegeben haben, Spenden für ein Projekt der Caritas in Spanien zu benötigen und sich so in der Zeit von August 2013 bis Juni 2014 insgesamt 21.000,00 € zum Nachteil des Vermögens der Ordensgemeinschaft verschafft haben, da das Projekt nicht existierte.

Der Barkasse eines Pfarramtes soll der Angeschuldigte zwischen dem 03.05.2017 und dem 08.09.2017 einen Betrag in Höhe von mindestens 2.400,00 € für private Zwecke entnommen und verwendet haben. Der Angeschuldigte befindet sich seit dem 12.12.2017 in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen wurden durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg geführt“. Soweit die Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.