2018 schon über 6.000 Todesopfer

Internationale Gemeinschaft ignoriert Genozid an Christen in Nigeria

Von Raymond Ibrahim

Englischer Originaltext: International Community Ignores Genocide of Christians in Nigeria, Übersetzung: Daniel Heiniger)

„Die Islamisten im Norden Nigerias scheinen entschlossen, Nigeria in ein islamisches Sultanat zu verwandeln und die liberale Demokratie durch die Scharia als nationale Ideologie zu ersetzen. Das Ziel ist natürlich, die Verfassung durch die Scharia als Quelle der Gesetzgebung zu ersetzen.“ – Nationales Christliches Ältestenforum, ein Flügel des Christenvereins Nigerias.

Die nigerianische Regierung und die internationale Gemeinschaft haben jedoch von Anfang an wenig getan, um der Situation zu begegnen. Dieser Mangel an Beteiligung ist nicht verwunderlich: Sie können noch nicht einmal ihren Ursprung anerkennen, nämlich die intolerante Ideologie des Dschihad.

In dem, was der Christenverein Nigerias einen „reinen Völkermord“ nennt, wurden letzte Woche in der westafrikanischen Nation 238 weitere Christen getötet und Kirchen geschändet. Damit beträgt die Zahl der Todesopfer seit Anfang 2018 mehr als 6.000.

Laut einer gemeinsamen Erklärung des Christenvereins, einer Dachorganisation verschiedener christlicher Konfessionen, „besteht kein Zweifel, dass der einzige Zweck dieser Angriffe in der ethnischen Säuberung, der Landnahme und der gewaltsamen Vertreibung der christlichen Ureinwohner von ihrem angestammten Land und Erbe besteht“.

Die Erklärung verurteilte die jüngsten Angriffe, „bei denen über 200 Menschen brutal getötet und unsere Kirchen ohne jegliche Intervention der Sicherheitsbehörden zerstört wurden, trotz mehrerer Notrufe an sie“.

Die Erklärung fügt hinzu, dass die Mehrheit der 6.000 Christen, die in diesem Jahr massakriert wurden, „hauptsächlich Kinder, Frauen und ältere Menschen waren… Was in Nigeria passiert … ist reinster Völkermord und muss sofort gestoppt werden.“

Die Details der Ermordung dieser Tausenden, obwohl selten berichtet, sind oft grausam; viele wurden entweder zu Tode gehackt oder mit Macheten enthauptet; andere wurden lebendig verbrannt (einschließlich in verschlossenen Kirchen oder Häusern); und Frauen werden oft sexuell attackiert oder vergewaltigt, bevor sie geschlachtet werden.

Sowohl die nigerianische Regierung als auch die US-Regierung haben seit langem versucht, diesen langwierigen Dschihad als territoriale Auseinandersetzungen zwischen den Besitzenden (scheinbar immer Christen) und den Besitzlosen (scheinbar immer Muslime) darzustellen.

Im Jahr 2012 sagte Präsident Bill Clinton zum Beispiel, dass „Ungleichheit“ und „Armut“ „das sind, was dieses ganze Zeug antreibt“ (das „Zeug“ ist ein Hinweis auf das andauernde muslimische Abschlachten von Christen in Nigeria). Der ehemalige stellvertretende US-Außenminister für afrikanische Angelegenheiten, Johnnie Carson, sagte nach einem Bombenanschlag auf eine nigerianische Kirche am Ostersonntag im Jahr 2012: „Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um einen wichtigen Punkt hervorzuheben, nämlich dass Religion nicht der Motivator für extremistische Gewalt ist.“ Die Obama-Regierung stimmte Berichten zufolge zu, 600 Millionen Dollar in eine USAID-Initiative zu investieren, um die „wahren Ursachen“ von Unruhen und Gewalt in Nigeria zu ermitteln – die natürlich im sozioökonomischen, angeblich nie im religiösen Bereich liegen.

In ihrer jüngsten Erklärung wies der Christenverein Nigerias diese Behauptungen jedoch zurück. Nachdem die nigerianische Regierung den Verantwortlichen für das Abschlachten von Christen immer erlaubt hat, „ungeschoren davonzukommen“ – was die Angriffe noch mehr als „gegenseitige Bauern/Hirtenkonflikte“ darstellt – fragte sie:
„Wie kann es ein gegenseitiger Konflikt sein, wenn eine Gruppe [Muslime] beharrlich angreift, tötet, verstümmelt, zerstört und die andere Gruppe [Christen] beharrlich getötet, verstümmelt und ihre Kultstätten zerstört werden? Wie kann es ein gegenseitiger Konflikt sein, wenn die Hirten Bauern in deren eigenen Dörfern/Gemeinden jagen und die Bauern um ihr Leben rennen?“

Am 2. Mai traf sich das National Christian Elders Forum – ein Flügel des Christenvereins, dessen Mitglieder durchschnittlich 75 Jahre alt sind und aus den sechs geopolitischen Zonen Nigerias stammen – mit der britischen High Commission, um Unterstützung zu erhalten. (Tage vor dem Treffen hatten etwa 30 muslimische Hirten während der Frühmesse eine Kirche gestürmt und fast 20 Gemeindemitglieder und zwei Geistliche ermordet. Die Zusammenfassung der Themen der Gruppe:
Den christlichen Ältesten ist klar, dass von den Islamisten im Norden Nigerias unter der Führung der Fulani-Volksgruppe (den „Hirten“) der DSCHIHAD ins Leben gerufen wurde. Dieser Dschihad basiert auf der Lehre des Hasses, der in Moscheen und islamischen Madrassas in Nordnigeria gelehrt wird, sowie auf der hegemonialen Ideologie der Fulani. Die Islamisten im Norden Nigerias scheinen entschlossen, Nigeria in ein islamisches Sultanat zu verwandeln und die liberale Demokratie durch die Scharia als nationale Ideologie zu ersetzen. Das Ziel besteht natürlich darin, die Verfassung durch die Scharia als Quelle der Gesetzgebung zu ersetzen. Die gegenwärtige Verfassung von 1999 wird von einer doppelten widersprüchlichen Ideologie von Demokratie und Scharia geplagt. Es gibt bestimmte Werte, die in einer pluralistischen Gesellschaft nicht verhandelbar sind, und es scheint, dass die Befürworter des Kalifats dies nicht respektieren. Ein von zwei Ideologien getriebenes Nigeria kann nicht das Nigeria unseres Traums sein. Wir wollen ein Nigeria, in dem die Bürger vor dem Gesetz auf allen Ebenen gleich behandelt werden…… Wenn man bedenkt, dass Christen über 50% der nigerianischen Bevölkerung ausmachen, ist es das Ziel der Islamisten, ernsthafte Konflikte zu schaffen, die, wenn sie nicht kontrolliert werden, zu einem weiteren Bürgerkrieg eskalieren können. Schon jetzt ermorden die Islamisten ungestraft Christen und zerstören verletzliche christliche Kultstätten und Gemeinschaften in alarmierender und unmenschlicher Weise.

Dass 6.000 Christen, „meist Kinder, Frauen und Alte“, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres abgeschlachtet wurden, erinnert daran, dass Gewalt nur dann eskaliert, wenn sie unkontrolliert bleibt. Das ist die Geschichte der muslimischen Christenverfolgung in Nigeria.

Es dauerte dreimal so lange (eineinhalb Jahre, zwischen Dezember 2013 und Juli 2015), bis dieselben muslimischen Hirten beispielsweise insgesamt 1.484 Christen (532 Männer, 507 Frauen und 445 Kinder) getötet, 2.388 Christen (1.069 Männer, 817 Frauen und 502 Kinder) schwer verletzt und 171 Kirchen verbrannt oder zerstört hatten.

Die nigerianische Regierung und die internationale Gemeinschaft haben jedoch von Anfang an wenig getan, um der Situation zu begegnen. Dieser Mangel an Beteiligung ist nicht verwunderlich: Sie können nicht einmal ihren Ursprung anerkennen, nämlich die intolerante Ideologie des Dschihad. Infolgedessen ist die Zahl der Todesopfer von Christen stetig angestiegen – und wird wahrscheinlich weiter exponentiell wachsen – bis diese Realität nicht nur anerkannt, sondern auch angegangen wird.

   (Raymond Ibrahim ist der Autor von Crucified Again: Exposing Islam’s New War on Christians (herausgegeben von Regnery zusammen mit Gatestone Institute, April 2013.Quelle: Gatestone Institute)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.